Wassermeister

Wassermeister gehören zu den unbekannten Helden unserer Gesellschaft. Ohne dass wir es bemerken, sorgen sie dafür, dass wir jeden Tag mit frischem und sauberem Trinkwasser versorgt werden. Ihr Arbeitsplatz ist das Wasserwerk und die Gegend drumherum. Denn Wassermeister kümmern sich nicht nur darum, dass bei der  Wasseraufbereitung alles läuft. Auch bei der Trinkwassergewinnung passen sie genau auf, dass keine Keime ins Wasser geraten. Hier erfährst du wie du Wassermeister werden kannst, welche Aufgaben der Beruf mit sich bringt, wie viel du als Wassermeister verdienst und wo es aktuell freie Stellen gibt.

Foto: istock / Frank Günther

Was ist ein Wassermeister?

Wassermeister leiten den Betrieb und die Arbeitsabläufe in einem Wasserwerk. Sie bedienen und warten die Anlagen der Wassergewinnung, Wasseraufbereitung, Wasserspeicherung und Wasserverteilung. Wassermeister sind Führungskräfte. Sie sind für die Mitarbeiter:innen des Betriebes verantwortlich, bilden Auszubildende aus und kümmern sich um die Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen. Sie übernehmen also wichtige Fach- und Führungsaufgaben in einem Wasserwerk oder Wasserversorgungsunternehmen.

Das erfährst du auf dieser Seite

Welche Aufgaben hat ein Wassermeister?

Wassermeister übernehmen vielfältige Aufgaben im Bereich Technik, Organisation und Personalführung im Wasserwerk.

Trinkwassergüte überwachen

Trinkwasser ist unser Lebensmittel Nr. 1. Die wichtigste Aufgabe der Wassermeister:innen ist es deshalb, die Qualität des Trinkwassers zu überwachen. Schließlich wollen wir alle jeden Tag ohne Bedenken das Wasser aus dem Wasserhahn trinken können. 

Um die Trinkwassergüte zu sichern, nimmt der Wassermeister regelmäßig Wasserproben, die auf Keime untersucht werden.  Auch wenn eine Anlage im Wasserwerk nicht funktioniert, ist es der Wassermeister, der sie wieder repariert und instand hält. Hierfür brauchen Wassermeister:innen auch elektrotechnisches Wissen.

Arbeitsabläufe im Wasserwerk steuern

Wassermeister organisieren und steuern alle Arbeitsabläufe im Wasserwerk. Sie erstellen Pläne für den Bereitschaftsdienst und planen das Budget. Außerdem müssen Bauleistungen überwacht und abgenommen werden. Auch der Kundenkontakt gehört zu den Aufgaben der Wassermeister:innen.

Das Team führen

Wassermeister:innen sind für die Personalplanung, die Einarbeitung und die Beurteilung ihrer Teammitglieder zuständig. Außerdem fördern sie die individuelle Weiterbildung jedes Einzelnen und die Kommunikation untereinander.

Aufgabenbereiche als Wassermeister:in im Überblick

Steuern & Planen

Kontrolle & Wartung

Leiten & Fördern

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Als Wassermeister beim OOWV

Stefan Fitze hat seine Berufung gefunden: Er ist Wassermeister beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband.

Der Beruf als Wassermeister ist

verantwortungsvoll

abwechslungsreich

herausfordernd

Wie wird man Wassermeister?

Der Wassermeister ist kein klassischer Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildungsqualifikation. D. h. du solltest schon eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, auf die du aufbauen kannst.

Der schnellste Weg, Wassermeister zu werden, ist über die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik. Nach Abschluss der 3-jährigen Ausbildung brauchst du noch 1 Jahr Berufspraxis und kannst dann die Prüfung zum Wassermeister ablegen.

Mit Berufspraxis Wassermeister werden

Wenn du dich als Wassermeister:in qualifizieren möchtest, musst du jedoch nicht unbedingt Fachkraft für Wasserversorgungstechnik sein – die Meisterfortbildung ist auch mit ausreichender Berufspraxis möglich, die einen Bezug zu den Tätigkeiten eines Wassermeisters haben sollte.

Du kannst deshalb auch mit einer anderen Ausbildung Wassermeister:in werden!

Wenn du aus einem nicht wasserwirtschaftlichen Ausbildungsberuf kommst oder ohne Ausbildungsabschluss Wassermeister:in werden möchtest, wird eine längere Berufspraxis gefordert.

Da du mit elektrotechnischen Maschinen und Anlagen arbeitest und diese sowohl bedienen als auch warten musst, benötigst du außerdem einen Nachweis über deine elektrotechnische Qualifikation.

Vorbereitung auf die Prüfung zum Wassermeister

Egal über welchen Weg du Wassermeister werden möchtest: Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist immer der entsprechende Vorbereitungslehrgang. Der Lehrgang dauert 7 bis 15 Monate (Vollzeit- oder Blocklehrgang) und vermittelt alles, was du als Wassermeister wissen musst.

Die Weiterbildung zum Wassermeister passt zu dir, wenn du

Die Informationen zur Weiterbildung zum Wassermeister gebündelt zum downloaden

Das lernst du in der Weiterbildung zum Wassermeister

Die Aufstiegsfortbildung zum Wassermeister baut auf den Fähigkeiten auf, die du bereits während deiner Ausbildungszeit bzw. in deiner beruflichen Praxis erworben hast.

Im Rahmen der Weiterbildung werden diese Fertigkeiten vertieft und in fünf Qualifikationsfelder unterteilt:

  1. Grundlegende Qualifikationen: Steuerung des Betriebs und der Arbeitsabläufe
  2. Berufs- und Arbeitspädagogische Qualifikationen: Ausbildung von Auszubildenden
  3. Handlungsspezifische Qualifikationen: Betreiben und Überwachen von betrieblichen Anlagen und Arbeitsmitteln
  4. Organisatorische Qualifikationen: Budgets und Kostenpläne aufstellen
  5. Qualifikationen in Führung und Personal: Führen und Fördern der Mitarbeiter

Diese Qualifikationen sind die Basis der Aufgaben als Wassermeister.

Weitere Qualifikationen, die in der Weiterbildung vermittelt werden:

  • Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildungsablauf planen
  • Rechtsbewusst und betriebswirtschaftlich handeln
  • Wasserversorgungsmaßnahmen planen und Baumaßnahmen überwachen
  • Kostenentwicklung überwachen
  • Kundenkontakt
  • Planung des Personalbedarfs

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Weiterbildung zum Wassermeister kann entweder in einem Block von 7 Monaten oder berufsbegleitend über einen Zeitraum von maximal 30 Monaten (nur Standort Dresden) erfolgen.

Die Teilnahme an der Weiterbildung ist Voraussetzung, um die Meisterprüfung abzulegen.

Zum Prüfungsteil „Grundlegende Qualifikationen“ wirst du zugelassen, wenn du die Ausbildung als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik, Ver- und Entsorger oder einen sonstigen Ausbildungsberuf erfolgreich abgeschlossen hast, die entsprechende Berufspraxis und den Nachweis über elektrotechnische Qualifikationen vorweisen kannst.

Diese Zulassungsoptionen kommen in Frage:

  • 1 Jahr Berufspraxis mit Abschlussprüfung „Fachkraft für Wasserversorgungstechnik“
  • 1 Jahr Berufspraxis mit Abschlussprüfung „Ver- und Entsorger“ und Nachweis elektrotechnischer Qualifikation
  • 2 Jahre Berufspraxis in einem sonstigen Ausbildungsberuf und Nachweis elektrotechnischer Qualifikation
  • 3 Jahre Berufspraxis ohne Berufsausbildung und 2 Jahre Nachweis elektrotechnischer Qualifikation

Wo kann ich die Ausbildung zum Wassermeister machen?

Die Weiterbildung zum Wassermeister wird vom DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. und von den Industrie- und Handelskammern angeboten. Der DVGW bietet die Weiterbildung an fünf Standorte an:

  • Lübeck
  • Dresden
  • Rosenheim
  • Karlsruhe
  • Oberhausen

Rosenheim ist der einzige Standort, an dem du die Weiterbildung innerhalb von 7 Monaten abschließen kannst. Die anderen Standorte bieten jeweils das berufsbegleitende Modell über 18 Monate (Dresden: 30 Monate) an.

Hier kannst du ein Infoblatt zur Meisterausbildung beim DVGW downloaden.

Gehalt & Verdienst: Wieviel verdient ein Wassermeister?

Wassermeister verdienen durchschnittlich 41.100 EUR brutto pro Jahr. Die Vergütung unterscheidet sich allerdings von Bundesland zu Bundesland. Region und Betriebsgröße sind ebenfalls Faktoren, die mit einfließen.

Zusätzliche Qualifikationen für Wassermeister

Als Wassermeister bzw. Wassermeisterin hast du die Option, zusätzliche Qualifikationen zu erlangen. Du kannst weitere Meistertitel erwerben, z. B. den des Netzmeisters. Als Netzmeister:in bist du in der Planung, Instandhaltung und Überwachung von Versorgungsnetzen tätig. Das kann entweder spezifisch für Gas, Wasser oder Strom erfolgen oder für alle zugleich.

Eine andere Option ist das Hochschulstudium. Mit deinem Meistertitel hast du eine Hochschulzugangsberechtigung erworben und kannst an einer Universität studieren.

Mögliche Studiengänge sind:

Jobs & Stellenangebote für Wassermeister