Netzingenieur: vielseitige Experten für die Gas-, Wasser- und Stromversorgung

Netzingenieure kennen sich mit Gas-, Wasser- und Strominfrastrukturen gleichermaßen aus. Sie verbinden die oft einzeln betrachteten Bereiche und übernehmen Fach- und Führungsaufgaben in Netzgesellschaften mit Mehrspartenorganisationen. Die Qualifikation zum Netzingenieur kann über ein Studium oder eine Weiterbildung erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Was macht ein Netzingenieur?

Ob Wasser, Gas, Strom, Wärme oder Telekommunikation – Netzingenieure sind für leitungsgebundene Infrastrukturen verantwortlich. Sie entwickeln Instandhaltungsstrategien, planen Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen und führen Netzberechnungen und Modellierungen durch. Auch die Budgetüberwachung und Steuerung und Koordination von Dienstleistern gehört zu ihren Aufgaben.

Netzingenieure in Führungspositionen übernehmen zentrale Verantwortung für die Netztechnik und das Netzmanagement, die technische Sicherheit, die Aufbau- und Ablauforganisation, den Personaleinsatz und das wirtschaftliche Ergebnis in ihrem jeweiligen Netzbereich. 

Wie wird man Netzingenieur?

Die Qualifikation zum Netzingenieur kann in Deutschland durch verschiedene Bildungswege erlangt werden:

  • ein Vollzeit-Studium (Bachelor und Master)
  • ein berufsbegleitendes Masterstudium
  • eine berufsbegleitende Weiterbildung

Bachelor-Studium an der FH Aachen

Die Fachhochschule Aachen bietet im Studienfach Bauingenieurwesen einen Schwerpunkt Netzingenieur an, der mit dem Bachlor abschließt. Damit ist sie die bislang einzige Hochschule in Deutschland, die den Netzingenieur im Rahmen eines Bachelor-Studiengangs anbietet.

Der Studiengang wird als Vollzeit- oder duales Studium angeboten.

Master mit Vertiefungsrichtung Netzingenieur in der Energie- und Wasserversorgung

Die Fachhochschule Münster bietet den Masterstudiengang Technisches Management mit der Vertiefungsrichtung Netzingenieur in der Energie- und Wasserversorgung an. Ingenieure können Rahmen des Studiengangs ihre Kenntnisse in bisher nicht abgedeckten Netzbereichen vertiefen. Alternativ können diese Kenntnisse auch in einer berufsbegleitenden Weiterbildung erworen werden (siehe Abschnitt unten).

Berufsbegleitender Masterstudiengang Netztechnik und Netzbetrieb

Der akkreditierte berufsbegleitende Masterstudiengang „Netztechnik und Netzbetrieb (Netzingenieur*in) M.Eng. Gas-, Wasser- und Stromversorgung“ wird an den Hochschulen Trier, Ostfalia und Stuttgart/Esslingen angeboten.

Der Masterstudiengang wurde von den drei Hochschulen gemeinsam mit den Verbänden DVGW und VDE und namhaften Querverbundunternehmen erarbeitet und setzt einen bundesweiten Standard für die Ausbildung und Qualifikation von Netzingenieuren.

Ziele und Inhalte des Masterstudiengangs zum Netzingenieur

Der berufsbegleitende Masterstudiengang zum Netzingenieur baut auf bereits abgeschlossenen Ingenieurstudiengängen auf und richtet sich z. B. an Ingenieure aus der Elektrotechnik, Versorgungstechnik oder dem Maschinenbau. Die Studierenden lernen, bisher einzeln betrachtete Sparten wie Strom, Gas und Wasser ganzheitlich zu betrachten und Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen zu entwickeln. Nach erfolgreichem Abschluss können die Netzingenieure Fach- und Führungsaufgaben in Netzgesellschaften mit Mehrspartenorganisationen übernehmen.

Durch den Masterstudiengang erwerben die Netzingenieure spartenübergreifende Handlungskompetenzen in den Netzbereichen Strom, Gas und Wasser. Damit erfüllen sie nach Ablauf der in den Regelwerken geforderten dreijährigen Berufserfahrung in verantwortlicher Position grundsätzlich die Voraussetzungen, als technische Führungskräfte nach den DVGW-Arbeitsblättern G 1000 und W 1000 oder der VDE-Anwendungsregel AR N 4001 benannt zu werden.

Zulassungsvoraussetzungen

Der Masterstudiengang richtet sich an im Beruf stehende Ingenieurinnen und Ingenieure. Voraussetzung für die Zulassung ist ein erfolgreicher Abschluss eines technisch-wissenschaftlichen Studiums (Dipl.-Ing., Bachelor oder Master) und eine mindestens einjährige Berufserfahrung im Netzbereich.

Die Zulassung zum Studium und die Anerkennung von Vorleistungen regelt eine von der Hochschule erlassene Zulassungsordnung.

Anerkennung von Qualifikationen aus dem Fortbildungsstudiengang Netzingenieur

Der erfolgreiche Abschluss von einzelnen Modulen Gas, Wasser oder Strom aus dem früheren Fortbildungsstudiengang „Netzingenieur*in für die Gas-, Wasser- oder Stromversorgung“ kann auf das 1. und 2. Semester des Masterstudiengangs angerechnet werden. Dies Teilnehmer*innen können bei Vorliegen aller Voraussetzungen unmittelbar in das 3. Semester des Masterstudiengangs einsteigen. 

Art und Verlauf des Studiums

Der berufsbegleitende Masterstudiengang hat eine Dauer von zwei Studienjahren mit einem Umfang von 90 Leistungspunkten (Credits). Die vier Semester des Studiums entsprechen hierbei drei Semestern Vollzeitstudium.

Das erste Studienjahr umfasst sieben  Module in der Netztechnik der Gas- und Wasserversorgung und parallel dazu sechs Module Elektrotechnik in der Stromversorgung. Der Leistungsumfang des ersten Studienjahrs entspricht hierbei 40 Credits.

Das zweite Studienjahr beinhaltet das Vertiefungswissen für Führungskräfte in der Netztechnik und dem Netzbetrieb und hat zusammen mit der ingenieurpraktischen Berufstätigkeit und der Masterarbeit einen Leistungsumfang von 50 Credits.

Die Vorlesungen finden in einzelnen Wochenblöcken über die Studienjahre verteilt statt. Die ingenieurpraktische Berufserfahrung in den neuen Sparten sollte im Unternehmen des Studierenden während der Arbeit an aktuellen Projekten der Strom-, Gas- oder Wasserversorgung erworben bzw. vertieft werden können. 

Weiterführende Informationen zum berufsbegleitenden Masterstudiengang Netztechnik und Netzbetrieb (Netzingenieur*in)

Ansprechpartnerin beim DVGW
Ursula Hoffmann
Tel.: 06131 4648 844
ursula.hoffmann@dvgw.de

Berufsbegleitende Weiterbildung mit Zertifikatsabschluss

Die Qualifikation zum Netzingenieur kann auch über die Weiterbildungsmaßnahme der FH Münster und der Jade Hochschule in Wilhelmshaven erworben werden. Der Zertifikatsklehrgang basiert auf den technischen Regeln von DVGW und VDE und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Gas- und Wärme-Institut in Essen umgesetzt. Folgende Zusatzqualifikationen werden hier angeboten:

  • Netzingenieur Wasserstoff (w/m/d)
  • Netzingenieur Gas (w/m/d)
  • Netzingenieur Wasser (w/m/d)
  • Netzingenieur Strom (w/m/d)

Hier kann man Netzingenieur werden

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