Auslandsaufenthalte gelten in der Ausbildung und im dualen Studium oft noch als Ausnahme. Bei den Stadtwerken Potsdam ist das Gegenteil der Fall. Das Unternehmen ermutigt Auszubildende und dual Studierende, einen Auslandsaufenthalt in Form eines Praktikums oder Auslandssemesters zu absolvieren. Mit Nicole Jänicke und Eva Leitner von den Stadtwerken Potsdam sprechen wir in dieser Folge darüber, welchen Mehrwert das bietet.

Nicole Jänicke ist Ausbildungsleiterin bei den Stadtwerken Potsdam und setzt sich dafür ein, junge Menschen bestmöglich auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Ihr ist es wichtig, Auszubildende und Studierende zu ermutigen, neugierig zu bleiben, Neues zu entdecken und kontinuierlich Wissen aufzunehmen.

Eva Leitner ist duale Studentin bei den Stadtwerken Potsdam. Sie hat ein Auslandsemester in Helsinki verbracht. Für Eva war es eine bereichernde Zeit, in der sie viele neue Eindrücke sammeln und persönlich wachsen konnte.
Wer an Auslandsaufenthalte im Unternehmen denkt, vermutet häufig wirtschaftliche Kontakte oder internationale Projekte als Motivation. Bei Stadtwerken sind internationale Geschäftsbeziehungen eher selten zu finden. Umso wichtiger war es für die Stadtwerke Potsdam, dass sie eine Möglichkeit anbieten, im geschützten Rahmen der Ausbildung oder des dualen Studiums einen Auslandsaufenthalt anzubieten. Im Mittelpunkt steht dabei die persönliche Entwicklung der Nachwuchskräfte.
Das Angebot richtet sich an Auszubildende und dual Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen. Ziel ist es, ihnen die Möglichkeit zu geben, andere Kulturen kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und den eigenen Blickwinkel zu erweitern. „Der strategische Blick ist eher, dass wir Auszubildende und Studierende beschäftigen wollen, die offen sind – offen für neue Kulturen, für neue Länder“, erklärt Nicole Jänicke.
Eine Offenheit zu schaffen, den Blick zu erweitern, offener für andere Kulturen zu sein, das braucht es ganz, ganz dringend auch hier in den regionalen Unternehmen.
Nicole Jänicke
Ausbildungsleiterin bei den Stadtwerken Potsdam
Die Erfahrungen aus dem Ausland sollen dabei nicht nur den Teilnehmenden selbst zugutekommen. Wer neue Eindrücke sammelt und andere Arbeits- oder Lebensweisen kennenlernt, bringt diese Perspektiven später auch ins Unternehmen zurück. So entsteht ein Umfeld, das Offenheit und kulturelle Vielfalt aktiv fördert.
Im Interview erzählt Katharina Henze, wie die Bewerbung bei den Stadtwerken Potsdam abläuft und auf welche Aspekte sie in den Gesprächen besonders Wert legt.
Das Programm steht grundsätzlich allen Berufsbildern offen, von gewerblich-technischen Berufen bis hin zu kaufmännischen Ausbildungen und dualen Studiengängen. Da die Teilnehmenden während ihrer Abwesenheit Lehrinhalte eigenständig vor- oder nacharbeiten müssen, ist ein Notendurchschnitt von mindestens 2,0 eine Grundvoraussetzung.
Dabei wird bewusst kein „All-inclusive-Paket“ angeboten. Wer ins Ausland gehen möchte, muss den ersten Schritt selbst wagen: Von der Recherche der Zielländer bis hin zum Ausfüllen der Erasmus-Unterlagen wird ein hohes Maß an Selbstorganisation verlangt. Das Unternehmen bietet dabei das Sicherheitsnetz, indem es die Vergütung weiterzahlt und Sprachkurse finanziert. Der Mut für den „Sprung ins kalte Wasser“ muss von den jungen Talenten selbst kommen.
Trau dich. Wenn du das Interesse daran hast, ein Auslandssemester zu machen, versuch’s einfach. Nimm den Mut und mach’s.
Eva Leitner
duale Studentin
Genau diese Selbstständigkeit ist aus Sicht des Unternehmens ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. „Diese eigene Initiative, die Selbständigkeit, ist uns auch besonders wichtig“, betont Nicole Jänicke. Schließlich seien die Teilnehmenden während ihres Aufenthalts auf sich allein gestellt. Das Programm fördert deshalb nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch persönliches Wachstum und Eigenverantwortung
In ihrem Erfahrungsbericht erzählt Sidney von ihrer Zeit auf Malta während des Auslandspraktikums.
Die Erfahrungen aus dem Auslandsaufenthalt wirken oft weit über die eigentliche Reise hinaus. Eva Leitner beschreibt es so: „Es bereichert einen selber, also die eigene Persönlichkeit. Man wächst über sich hinaus.“
Während ihres Semesters in Finnland erlebte sie nicht nur eine andere Hochschulkultur mit stärkerem Praxisbezug und Projektarbeit, sondern knüpfte auch internationale Kontakte und verbesserte ihre Sprachkenntnisse. Gerade Letzteres beobachtet auch Ausbildungsleiterin Nicole Jänicke regelmäßig bei den Teilnehmenden: „Die Englischnoten verbessern sich spürbar. Gerade bei den Azubis in der Berufsschule kann man das schon als Erfolgsfaktor sehen.“
Neben der fachlichen Weiterbildung ist es vor allem das internationale Netzwerk, das den Horizont erweitert. Ob beim Praktikum in Norwegen, Malta oder Auslandsaufenthalten in Finnland oder den USA: Die jungen Fachkräfte kehren oft mit einer gesteigerten Selbstständigkeit und neuen Problemlösungskompetenzen zurück.
Für Nicole Jänicke und Eva Leitner steht deshalb fest: Auslandsaufenthalte schaffen wertvolle Erfahrungen, stärken die persönliche Entwicklung und bringen neue Impulse ins Unternehmen zurück. Der Rat ist daher eindeutig: „Macht das, bietet das an. Hat sowohl für euch als auch eure Azubis und Studierenden einen großen Mehrwert.“