Berufseinstieg bei den Stadtwerken Potsdam

Tipps für einen erfolgreichen Start bei den Stadtwerken Potsdam

Foto: Stadtwerke Potsdam GmbH

Katharina Henze ist Referentin für den Bereich Ausbildung bei den Stadtwerken Potsdam. Im Interview erzählt sie, wie die Bewerbung im Unternehmen abläuft und auf welche Aspekte sie in den Gesprächen besonders Wert legt. Denn für die Unternehmensgruppe ist klar, dass sie in erster Linie für ihren eigenen Bedarf ausbildet – und somit jungen Menschen in der Regel eine Übernahme garantieren kann.

Welche Ausbildungen und dualen Studienprofile bieten Sie an?

Da wir ein Stadtwerk mit verschiedenen Tochterunternehmen sind, ist unser Ausbildungsangebot vergleichsweise hoch. Insgesamt bieten wir 19 verschiedene Ausbildungen und duale Studiengänge an. Das umfasst neun technisch-gewerbliche Ausbildungen, wie Umwelttechnolog*innen, Elektroniker*innen oder Kfz-Mechatroniker*innen, und vier kaufmännische Berufe. Dazu gehören unter anderem die Industriekaufleute, Kaufleute für Büromanagement und die Fachangestellten für Bäderbetriebe. Ergänzt wird das durch unsere dualen Studiengänge wie z. B. Bauingenieurwesen, BWL und Elektrotechnik.

Wir bilden nicht jedes Jahr in all diesen Berufen und Profilen aus, sondern nur so, wie es zu unserem Bedarf passt. Wir möchten unseren Berufseinsteiger*innen nach ihrem Abschluss eine Übernahme garantieren. Das gelingt nur, wenn wir unser Angebot entsprechend anpassen und aktuell halten.

Wir finden es gegenüber unseren Auszubildenden und dual Studierenden nur fair, wenn wir ihnen nicht „nur“ eine Ausbildung anbieten, sondern eben auch eine Übernahmegarantie. Das können wir nur gewährleisten, wenn wir bedarfsgerecht ausbilden.

Katharina Henze
Referentin Ausbildung

Für uns steht der Mensch im Fokus und uns ist es wichtig, dass sich unsere Nachwuchskräfte bei uns wohlfühlen, wir ihnen eine qualitativ hochwertige Ausbildung bieten können und eben auch die Übernahme in ein anschließendes Arbeitsverhältnis zu garantieren. Das hat natürlich auch für uns als Unternehmen einen Vorteil: Wir investieren mit einer Ausbildung in unsere Fachkräfte von morgen und diese möchten wir natürlich dementsprechend halten.

Erfahrungsbericht

Von Potsdam nach Malta: Auslandspraktikum während der Ausbildung

In ihrem Erfahrungsbericht erzählt Sidney von ihrer Zeit auf Malta während des Auslandspraktikums.

Auf welche Charaktereigenschaften legen Sie besonderen Wert?

Für mich zählen besonders Eigenschaften wie Verlässlichkeit und ein vertrauensvoller, ehrlicher Umgang miteinander, aber auch die Kommunikationsfähigkeit ist wichtig. Wir sind ein großes Unternehmen, das durch die verschiedenen Tochterunternehmen relativ komplex aufgestellt ist. Da braucht es natürlich ein bisschen Zeit, um da durchzublicken, man sollte jedenfalls keine Scheu haben, Fragen zu stellen oder einen Anruf zu tätigen.

Das würde ich als grundlegend bezeichnen und dann gibt es noch Eigenschaften und Fähigkeiten, die für uns abhängig vom Beruf wichtig sind. Bei unseren kaufmännischen Ausbildungsberufen sind vor allem Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent, Spaß am Kalkulieren, Planen und Verhandeln sowie ein sicherer Umgang mit Zahlen gefragt. Für ein duales Studium sollten Interessierte darüber hinaus über eine sehr hohe Belastbarkeit, Flexibilität und Durchhaltevermögen verfügen.

In den technisch-gewerblichen Ausbildungsberufen ist das zum einen handwerkliches Geschick und generell Interesse oder Leidenschaft für das Thema und das praktische Arbeiten mit Werkzeugen und an Maschinen.

Wir haben eine unternehmenseigene Ausbildungswerkstatt, in denen unsere Azubis anderthalb Jahre von der Pike auf lernen, wie sie Metall bearbeiten und die verschiedensten Werkzeuge und Maschinen bedienen. Das heißt, es muss niemand schon ein Ass im Handwerk sein, wir bringen vieles bei. Ein weiterer großer Vorteil unserer Ausbildungswerkstatt ist die Zusammenarbeit der Auszubildenden untereinander und mit den Ausbilder*innen. dies sorgt dafür, dass wir einen schnellen und guten Zusammenhalt haben und die Azubis sich jahrgangsübergreifend kennenlernen können und von den Vorerfahrungen der Azubis in höheren Jahrgängen profitieren.

Für uns sind die Soft Skills das Entscheidende, nämlich Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und vertrauensvolles Verhalten.

Katharina Henze
Referentin Ausbildung

Vergüten Sie die Auszubildenden nach Tarif?

Bei uns gilt der Mantelvertrag des AVEU (Arbeitgeberverband energie- und versorgungswirtschaftlicher Unternehmen e. V.). Das heißt, es ist genau vorgegeben, was Azubis bei uns pro Ausbildungsjahr erhalten.

Stand 2026 sind das:

  1. Ausbildungsjahr: 1.415 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 1.495 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 1.575 Euro
  4. Ausbildungsjahr: 1.655 Euro

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr gibt es ein 13. Monatsgehalt zum Ende des Kalenderjahres. Hinzu kommen noch weitere finanzielle Benefits, die wir als Arbeitgeber anbieten. Dazu gehört das Deutschlandticket, welches wir komplett übernehmen. Unsere Azubis erhalten von uns eine Bücherpauschale in Höhe von 150 Euro, die sie für Unterrichtsmaterialen nutzen können.

Gerade, wenn es in Richtung Prüfung geht, sorgen wir für eine extra Prüfungsvorbereitung, die von uns übernommen wird.

Dann haben wir als Stadtwerk den Vorteil, dass die Bäder in Potsdam zu unserem Verbund dazugehören. Deshalb haben alle Mitarbeitenden die Möglichkeit, 8 mal im Monat kostenfrei in unseren Schwimmhallen schwimmen zu gehen. Insgesamt legen wir auf die Gesundheitsförderung großen Wert, das beinhaltet bei uns auch die mentale Gesundheit. Wir haben eine Unternehmenspsychologin, die jederzeit vertrauensvoll angesprochen werden kann und Hilfestellung bietet.

Ein Aspekt bei Ihnen ist das Angebot für Azubis und dual Studierende, ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Was heißt das genau?

Wir haben seit einigen Jahren eine Kooperation mit der IHK, über die wir uns sehr freuen. Wir können unseren Azubis und dual Studierenden so die Möglichkeit bieten, ein paar Wochen im Ausland über den Tellerrand zu schauen und sich sprachlich sowie persönlich weiterzuentwickeln. Wir tragen unseren Teil dazu bei, um Diversität, Offenheit und interkulturelle Weiterentwicklung zu fördern. Die administrative Arbeit übernimmt dabei in erster Linie die IHK. Dual Studierende können ein Auslandssemester über die Hochschule absolvieren.

Sprechen Sie die Azubis auf das Angebot an oder ist es eher umgekehrt?

 Wir haben ein enges Verhältnis zu unseren Azubis und da gehört es natürlich dazu, die Interessen zu kennen. Das heißt, wir wissen, ob jemand reiseaffin ist oder generell Lust auf eine solche Auslandserfahrung hat und dann sprechen wir proaktiv unsere Azubis an. Natürlich müssen bei solchen Angeboten die schulischen Leistungen stimmen, aber das ist meist kein Problem.

Aber wir erwarten auch viel Eigeninitiative von den Azubis. Vieles kann ich als Ausbilderin gar nicht organisieren und dann ist es gut und wichtig, dass die Azubis selbst aktiv werden. Es ist wie ein eigenes kleines Projekt und schult in mancher Hinsicht Kompetenzen, die auch für den Berufsalltag wichtig sind: Formulare ausfüllen, E-Mails formulieren, vielleicht auch mal einen Text auf Englisch schreiben, mit externen Partnern im Austausch sein und Fristen einhalten.

In welche Länder können die Azubis reisen? Und wie lange?

Das läuft vor allem über die IHK, von unserer Seite gibt es keine Einschränkung. Wir hatten Azubis, die waren in Schweden, in Italien, in Finnland und Malta. Die Praktikumsorte befinden Sich in der Regel im europäischen Ausland. Den Ort suchen sich die Azubis selbst aus. Denn wir haben festgestellt, dass dann die Motivation bei der Planung noch einmal deutlich höher ist.

Und auch die Dauer des Auslandsaufenthaltes legen die Azubis selbst fest. Gerade bei den kaufmännischen Berufen ist es sinnvoll, das Praktikum während der Sommerferien zu absolvieren, weil die Nacharbeit der Themen aus der Berufsschule mit großem Aufwand verbunden wäre. Ähnlich verhält es sich bei den Auszubildenden im gewerblichen Bereich, aber diese Entscheidung ist immer individuell mit allen Beteiligten abzustimmen.

Welche persönlichen Tipps haben Sie für Bewerber*innen?

Wahrscheinlich kein Insider-Tipp, den ich jetzt nenne, aber sehr wichtig und sehr einfach: sich im Vorfeld über das Unternehmen und den Ausbildungsberuf zu informieren. In dem Zusammenhang vielleicht auch einfach mal das Handy in die Hand nehmen und bei uns anrufen und Fragen stellen: Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Wer sind meine Ansprechpartner*innen? Wie läuft das mit der Berufsschule ab? Fragen, die zeigen, dass man sich mit uns und der Ausbildung auseinandergesetzt hat. Das ersetzt natürlich keine Bewerbung, hinterlässt aber bei uns einen guten ersten Eindruck.

Damit wir die Bewerber*innen auch kontaktieren können, ist es außerdem wichtig, dass Kontaktdaten angegeben werden und vor allem korrekt sind. Deswegen unbedingt doppelt überprüfen, ob Telefonnummer, Anschrift und E-Mail-Adresse stimmen.

Und ich möchte unbedingt dazu ermutigen, sich zu bewerben, auch wenn die ein oder andere Note nicht so gut aussieht. Wenn wir sehen, die Person ist motiviert und bringt die richtigen Fähigkeiten mit, dann zählt das mehr als irgendeine Note.

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