Berufseinstieg bei der Schluchseewerk AG

Tipps zur Bewerbung von der Personalleiterin der Schluchseewerk AG

Junger Mann zeigt positives Signal im Bewerbungsgespräch
Foto: AdobeStock / Daniel Ernst

Inga Welling ist die Personalleiterin der Schluchseewerk AG, einem der größten Betreiber von Pumpspeicherkraftwerken in Deutschland. Sie ist zuständig für die Bewerbungsprozesse und Auswahl von Auszubildenden und (dual) Studierenden. Im Interview erzählt sie, worauf es bei einer Bewerbung ankommt und wie Interessierte punkten können.

Wie läuft der Bewerbungsprozess bei Ihnen ab?

Der Bewerbungsprozess ist bei uns mehrstufig. Der Prozess beginnt natürlich mit der Bewerbung unserer Azubis und Studierenden und das beginnt meistens ein ganzes Jahr vorher. Nach den Sommerferien bewerben sich Interessierte mit ihren Abschlusszeugnissen bei uns. Die erste Runde startet dann im Herbst mit klassischen Vorstellungsgesprächen. An diesen nimmt der jeweilige Ausbilder oder die Ausbilderin, die Jugend-Auszubildendenvertretung oder der Betriebsrat teil. Analog ist es bei den dual Studierenden. Im kaufmännischen Bereich gibt es dann noch eine zweite Runde.

Führen Sie Auswahltests durch?

Nein, klassische Auswahltests gibt es bei uns nicht. Wir bieten im Vorfeld Orientierungspraktika an. Viele unserer technischen Azubis waren schon als Schüler*in in der Praktikumswoche bei uns und kennen die Ausbildungsmeister deshalb schon. Wir setzen den Fokus auf das persönliche Gespräch, den Austausch und die praxisnahe Orientierung. Mit dieser Strategie fahren wir schon sehr lange sehr gut.

Wir setzen den Fokus auf das persönliche Gespräch, den Austausch und die praxisnahe Orientierung.

Inga Welling
Personalleiterin der Schluchseewerk AG

Was ist Ihnen bei Bewerbenden besonders wichtig?

Ganz besonders wichtig sind die Motivation und das Interesse für die Tätigkeit. Viele Sachen kann man ja lernen, aber wenn man von Anfang an kein Interesse mitbringt oder einfach keine Lust hat, sich die Themen anzueignen, dann ist das schwierig. Deswegen ist uns das besonders wichtig. Außerdem legen wir großen Wert auf außerschulisches Engagement, zum Beispiel in Vereinen oder Sportkursen, wo der Teamgedanke im Vordergrund steht und sich die Leute mit den Kolleg*innen austauschen.

Das Allerwichtigste ist das Interesse an der Tätigkeit und für die Themen, mit denen man sich beschäftigt.

Inga Welling
Personalleiterin der Schluchseewerk AG

Welchen Tipp haben Sie für Bewerber*innen?

Uns beeindruckt es immer, wenn die Bewerbenden sich schon im Vorfeld mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Wenn sie also unsere Standorte und Anlagen kennen und dadurch ihr Interesse an unserem Unternehmen signalisieren. Das zeigt uns, dass die Bewerbung keine blinde Auswahl war und das ist uns wichtiger als die Noten. Wenn zum Beispiel ein Bewerber zum Industriemechaniker eine vier im Zeugnis hat, ist das nicht so schlimm, wenn das Interesse an der Tätigkeit da ist. Wir möchten unterstützen und sprechen ganz offen über so etwas.

Wie sieht die Gehaltsstruktur für dual Studierende und Auszubildende aus?

Wir haben einen Tarifvertrag für Auszubildende und an diesen ist das Gehalt der dual Studierenden angelehnt und etwas höher. Mit unserer Vergütung können wir auf jeden Fall punkten, weil sie über dem Branchendurchschnitt liegt.

Gibt es eine Weiterbildungsförderung in Ihrem Unternehmen?

Wir haben ein internes Qualifizierungskonzept im betrieblichen Interesse, mit dem wir Kandidat*innen, die sich weiterbilden möchten, fördern. Das können ganz unterschiedliche Bereiche sein: Meister, Techniker, ein berufsbegleitendes Masterstudium. In diesen Fällen bieten wir einen Vertrag an, sodass der Mitarbeitende weiterhin bei uns beschäftigt ist und bekommt eine Erstattung von 50 % der Kosten für beispielsweise den Master. Wenn es sich um einen dual Studierenden handelt, bekommt dieser einen Vertrag und wird ganz klassisch gefördert mit Übernahme der Semestergebühren, Fahrtkosten, Reisekosten und allem, was dazugehört.

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