Mehr als Likes und Reichweite: Was gutes Corporate Influencing ausmacht

Mitarbeitende, die auf Social Media Einblicke in ihren Berufsalltag geben und ihr Fachwissen teilen, können zu wichtigen Botschafter*innen ihres Unternehmens werden. Doch wie gelingt der Aufbau eines Corporate-Influencer-Programms? In dieser Podcastfolge sprechen wir mit Mareike Roszinsky von der GELSENWASSER AG über Erfahrungen aus der Praxis, die Bedeutung von Vertrauen und darüber, warum sich Erfolg nicht allein an Reichweite messen lässt.

Unser Gast in dieser Folge

Mareike Roszinsky macht Daseinsvorsorge und Infrastruktur sichtbar – als Sachgebietsleiterin Social Media im #teamblaugrün der GELSENWASSER AG und mit digitaler Kommunikation. Ihre Mission: Infrastruktur-Themen müssen offen, authentisch und verständlich kommuniziert werden. Ihre Arbeitsdevise: Sachlich-fachlich allein reicht nicht, es muss emotional packend sein. Corporate Influencer sind ein wichtiger Baustein für digitale Sichtbarkeit, gerade für komplexe Infrastrukturthemen. Vor diesem Hintergrund hat sie das Corporate-Influencer-Programm für Gelsenwasser aufgebaut und entwickelt es stetig weiter.

Menschen folgen Menschen – das ist auf Social-Media-Plattformen wie LinkedIn, Instagram und Co. eine Faustregel. Denn Mitarbeitende können mit ihren persönlichen Erfahrungen und ihrer fachlichen Expertise Einblicke geben, die ein Unternehmensaccount in dieser Form kaum vermitteln kann. Wie sich dieses Potenzial gezielt unterstützen lässt, zeigt das Corporate-Influencer-Programm von Gelsenwasser.

Ohne Vertrauen geht es nicht

Ein Corporate-Influencer-Programm braucht vor allem eines: Vertrauen. Davon ist Mareike Roszinsky überzeugt. Unternehmen müssen bereit sein, ihren Mitarbeitenden Freiräume zu geben und ihnen zuzutrauen, eigenständig über ihre beruflichen Themen zu sprechen. Dazu gehört auch, nicht jeden Beitrag kontrollieren zu wollen.

Entscheidend ist deshalb die Unternehmenskultur. Offenheit, Eigenverantwortung und ein konstruktiver Umgang mit Fehlern sollten bereits gelebt werden, bevor ein solches Programm startet. Gleichzeitig kann Corporate Influencing diese Werte weiter stärken.

Es braucht diese Kultur des Vertrauens und des Loslassens schon vor einem Corporate-Influencer-Programm.

Mareike Roszinsky
Sachgebietsleiterin Social Media bei der GELSENWASSER AG

Corporate-Influencing ist ein Langzeitprojekt

Mit dem Start eines Corporate-Influencer-Programms allein ist es nicht getan. Das zeigt die Erfahrung von Gelsenwasser. Dort wurde zunächst ein bereichsübergreifendes Projektteam zusammengestellt, eine grundlegende Strategie entwickelt und ein Leitfaden erarbeitet. Die Teilnahme ist freiwillig, starre Vorgaben für die Beiträge gibt es bewusst nicht.

Damit das Engagement langfristig bestehen bleibt, braucht es allerdings kontinuierliche Begleitung. Schulungen, regelmäßige Sprechstunden und Unterstützung bei der Content-Erstellung helfen den Mitarbeitenden, ihre Themen sichtbar zu machen. 

Auch die Führungskräfte sind gefragt: Sie müssen die Aktivitäten unterstützen und dafür Zeit im Arbeitsalltag ermöglichen. Ein großes Budget ist laut Mareike Roszinsky dagegen nicht unbedingt erforderlich. Vieles lässt sich mit vorhandenen Mitteln umsetzen.

Tatsächlich braucht es einfach Personen im Unternehmen, die das treiben und die das aufrechterhalten, die dafür brennen und das auch gerne machen.

Mareike Roszinsky
Sachgebietsleiterin Social Media bei der GELSENWASSER AG

Warum Reichweite nicht alles ist

Mehr Sichtbarkeit auf LinkedIn ist ein Vorteil von Corporate Influencing, aber längst nicht der einzige. Mitarbeitende können ihre Expertise nach außen tragen, neue Kontakte knüpfen und ihre kommunikativen Fähigkeiten weiterentwickeln. Gleichzeitig fördert der Austausch über Fachbereiche hinweg auch die interne Vernetzung und den Wissenstransfer.

Doch woran lässt sich der Erfolg messen? Für Mareike Roszinsky sind Likes und Follower nur bedingt aussagekräftig. Viel wichtiger ist, ob die Beiträge die richtigen Menschen erreichen und nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Wenn jemand noch Monate später auf einen Fachbeitrag angesprochen wird und daraus ein neuer Kontakt entsteht, ist das für sie ein echter Erfolg.

Erfolg ist, wenn man noch Wochen oder Monate später von extern darauf angesprochen wird.

Mareike Roszinsky
Sachgebietsleiterin Social Media bei der GELSENWASSER AG

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