Wie gewinnen kommunale Unternehmen junge Talente für Berufe, die systemrelevant sind, aber kaum wahrgenommen werden? Vor dieser Frage stand auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und hat als Antwort 2023 die Initiative KOMMUNAL KANN ins Leben gerufen. Der Auftrag: kommunale Berufe bekannter machen. Wie das gelingen kann und warum das Medium Video eine so wichtige Rolle spielt, erzählt Franziska Steiger in dieser Folge.

Franziska Steiger ist Fachgebietsleiterin für Personalthemen kommunaler Unternehmen beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Mit der Arbeitgeberinitiative KOMMUNAL KANN zeigt sie, was die Branche kann – und warum es sich lohnt, hier zu arbeiten.
Strom fließt. Trinkwasser kommt aus dem Hahn. Straßen sind sauber. Busse fahren. Wärme kommt zuverlässig an: Kommunale Unternehmen sichern täglich unsere Lebensqualität. Trotzdem wissen viele junge Menschen nicht, wer eigentlich dafür sorgt und was sich hinter den Begriffen „Kommunalwirtschaft“ oder „Daseinsvorsorge“ verbirgt.
Hier setzt die Arbeitgeberinitiative KOMMUNAL KANN an: Denn viele junge Menschen suchen heute explizit nach einer sinnstiftenden Tätigkeit, bringen die Daseinsvorsorge jedoch oft noch mit veralteten Klischees in Verbindung.
KOMMUNAL KANN zielt darauf ab, kommunale Berufe sichtbar, verständlich und attraktiv zu machen. Mit über 2,7 Millionen Views auf YouTube zeigt die Arbeitgeberinitiative, dass moderne Employer-Branding-Arbeit auch im kommunalen Umfeld große Reichweite erzielen kann, wenn sie konsequent auf Authentizität setzt.
Wir möchten Aufklärungsarbeit leisten und zeigen: Wir machen uns stark für euch, für eure Region und das mit vielen spannenden Berufen und vielen jungen Leuten und Unternehmen, die bei Themen wie Digitalisierung ganz vorne mit dabei sind.
Franziska Steiger
Fachgebietsleiterin für Personalthemen beim VKU
KOMMUNAL KANN wählt bewusst einen anderen Weg als klassische Imagekampagnen. Im Mittelpunkt stehen keine Werbebotschaften, sondern echte Mitarbeitende.
In den Videos begleiten Marvin Wildhage und Nadine Wagenaar als „Praktikant*in“ Beschäftigte einen Tag lang bei ihrer Arbeit. Sie stellen Fragen, probieren Tätigkeiten aus und erleben den Arbeitsalltag direkt mit. Egal, ob bei der Straßenreinigung während des CSD, im Krematorium oder bei der Müllabfuhr. Es gibt kein auswendig gelerntes Skript und keine künstlich inszenierten Aussagen. Stattdessen entstehen authentische Gespräche und echte Einblicke.
Gezeigt werden unterschiedlichste Berufsbilder – von Kraftwerker*innen über Elektroniker*innen und Tramfahrer*innen bis hin zu Kremationstechniker*innen oder Müllwerker*innen. Die Bandbreite verdeutlicht, wie vielfältig kommunale Arbeit tatsächlich ist.
Die Resonanz ist entsprechend deutlich: Millionen Aufrufe und zahlreiche positive Kommentare, in denen Nutzer*innen schreiben, dass sie bestimmte Berufe zum ersten Mal wirklich verstanden haben und auch der Stolz unter den Berufsangehörigen ist deutlich. Sie freuen sich, dass ihr Job eine Plattform findet.
Es ist ja immer eine Box, wo man nicht weiß, was kommt letztendlich heraus. So eine Wundertüte.
Franziska Steiger
Fachgebietsleiterin für Personalthemen beim VKU
KOMMUNAL KANN ist längst mehr als eine Video-Reihe, sondern bietet einen digitalen Werkzeugkasten für HR-Teams. Die vorgestellten Unternehmen profitieren nicht nur von der Reichweite der Videos, sondern auch von einer strukturierten Candidate Journey: Zu jedem Beruf gibt es vertiefende Informationsseiten, die Interessierte direkt weiterführen. Eine interaktive Deutschlandkarte ermöglicht es, kommunale Arbeitgeber in der eigenen Region zu finden und unmittelbar auf deren Karriereseiten zu wechseln. Aufmerksamkeit wird so in konkrete Orientierung überführt.
Darüber hinaus stellt die Initiative ihren Mitgliedsunternehmen professionell aufbereitete Materialien zur Verfügung – von Social-Media-Vorlagen über Textbausteine bis hin zu adaptierbaren Designs für Stellenanzeigen. Gerade für Personalabteilungen mit kleinen Teams entsteht dadurch ein echter Mehrwert: Sie können auf bestehende Inhalte zurückgreifen, diese regional anpassen und ohne großen Mehraufwand sichtbar werden.
Gleichzeitig entwickelt sich das Projekt kontinuierlich weiter. Welche Berufe fehlen noch? Welche Regionen sind unterrepräsentiert? Wie können Frauen in technischen Berufen stärker sichtbar gemacht werden? Die Planung neuer Drehs folgt nicht dem Zufallsprinzip, sondern einer klaren strategischen Logik.
Dann schauen Sie gleich mal in die Videos von KOMMUNAL KANN rein.