Vier Jahrzehnte DVGW-Studienpreis: akademische Nachwuchsförderung im Energie(Gas)- und Wasserfach

Sieben Menschen stehen für eine Preisverleihung auf einer Bühne.
DVGW-Studienpreisverleihung 2023; Quelle: Tatjana Kurda

Bereits seit dem Jahr 1984 prämiert der DVGW herausragende Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten, die einen klaren Bezug zum Gas- und Wasserfach haben. Die Nachwuchsförderung hat im Verein eine lange Tradition: In seiner 166-jährigen Geschichte hat der DVGW etliche Generationen junger Ingenieurinnen und Ingenieure gefördert – sowohl während ihrer Ausbildung als auch beim Berufseintritt und bei der Vernetzung in der Energie- und Wasserwirtschaft. Dies ist ein Zeugnis dafür, dass dem DVGW die Bedeutung der Fachkräftesicherung für die gesamte Branche bewusst ist und die Einbindung bestens ausgebildeter akademischer Nachwuchskräfte in der Regelwerkserstellung als essenzieller Bestandteil gilt.

Dieser Beitrag stammt ursprünglich aus der Fachzeitschrift DVGW energie | wasser-praxis.

Autorin: Ulrike Holtkamp (DVGW e. V.)

Der mit insgesamt 12.000 Euro dotierte DVGW-Studienpreis wird alle zwei Jahre verliehen, wobei das Preisgeld hälftig auf die Energie (Gas)- und Wasserparte aufgeteilt wird. Voraussetzung für die Bewerbung ist neben den technisch-wissenschaftlichen Fragestellungen in Bezug zu den vom DVGW vertretenen Fachthemen eine mit dem Prädikat „sehr gut“ bewertete Abschlussarbeit.

Alle eingereichten Arbeiten werden durch ein wissenschaftlich-wirtschaftlich orientiertes Gremium gesichtet. Die jeweils besten Bewerberinnen und Bewerber werden zum Studienpreis-Finale eingeladen, welches vom Ablauf her einem Kolloquium ähnelt. Hier stellen die Finalistinnen und Finalisten ihre Abschlussarbeiten einer Fachjury vor, die im Anschluss die Preisträgerinnen und Preisträger ermittelt. Sowohl das Finale als auch die offizielle Ehrung der Preisträgerinnen bzw. Preisträger finden auf dem DVGW Kongress statt.

Finalistinnen und Finalisten 2025

Für das Studienpreis-Finale im Bereich Gas haben sich qualifiziert:

  • Anna Linnea Rieck (Absolventin des Karlsruher Institut für Technologie (KIT)/Engler-Bunte-Instituts (ebi); Titel der Abschlussarbeit: „Beschreibung der Hydrierung der Flüssigphase als Nebenreaktion bei der Dreiphasen-Methanisierung“
  • Benedikt Sattler (Absolvent der Technischen Hochschule Köln), Titel der Abschlussarbeit: „Ermittlung methodischer Vorgehensweisen zur Feststellung der Betriebsbewährung von druckwasserstoffbetriebener Apparate- und Rohrleitungstechnik“
  • Maximilian Stoermer (Absolvent der Technischen Hochschule Köln), Titel seiner Abschussarbeit: „Alkalische Hochtemperaturelektrolyse – Validierung keramischer Diaphragmen“
  • Hendrik Wolf (Absolvent der Hochschule Ruhr West), Titel der Abschlussarbeit: „Strömungsanalyse in einem Gasdruckregelgerät bei leistungsäquivalenter Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff“
  • Tim Wrobel (Absolvent der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig), Titel der Abschlussarbeit: „Wasserstoff im Fernleitungsnetz: Entwicklung einer Methodik zur Inbetriebnahme und Betrieb bestehender Erdgasleitungen für den Transport von Wasserstoff“

 

Im Finale des Studienpreises im Bereich Wasser stehen:

  • Gabriel Elena-Manthey (Absolvent der Technischen Universität Darmstadt), Titel der Abschlussarbeit: „Entwicklung eines Online-Tools zur Abschätzung der Rehabilitationsrate in Trinkwassernetzen bei unterschiedlicher Qualität der Bestandsdaten“
  • Nele Kiesel (Absolventin der Technischen Universität München), Titel der Abschlussarbeit: „Klimaangepasste Wasserversorgungs-Infrastrukturen in Bayern – Bewertung der Wirksamkeit eines Fernwasserleitungskonzeptes unter Berücksichtigung beschleunigter Genehmigungsverfahren“
  • Julian Reich (Absolvent der Hochschule Niederrhein), Titel der Abschlussarbeit: „Analyse von Wasseraufbereitungsverfahren und Erarbeitung eines Konzepts für den Neubau des Brauchwasserwerks Frankfurt Niederrad“
  • David Trietsch (Absolvent der Hochschule Darmstadt), Titel der Abschlussarbeit: „Energetische Optimierungspotenziale bei der Brauchwasserförderung für die Grundwasserbewirtschaftung und landwirtschaftliche Beregnung im Hessischen Ried“
  • Jon Wullenwerber (Absolvent der Technischen Universität Hamburg), Titel der Abschlussarbeit: „Implementierung und Validierung von real-time Sensorik an einer Pilotanlage zur Bestimmung der Trinkwasserqualität“

Steigerung der Reputation und Möglichkeit zur Vernetzung

Erstmals in der Geschichte des DVGW-Studienpreises erhalten die Preisträgerinnen und Preisträger in diesem Jahr die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten im Rahmen von Breakout-Sessions auf dem DVGW Kongress dem Fachpublikum vorzustellen. Die moderierten Sessions bieten eine ideale Möglichkeit, um mit anderen Kongressteilnehmenden in den Fachaustausch zu treten und das eigene berufliche Netzwerke zu erweitern. Um die herausragenden Leistungen aller Bewerberinnen und Bewerber zu honorieren, erhalten alle ein kostenfreies DVGW-Kongressticket – die vielfältigen Erfahrungen der jungen Generation sind eine Bereicherung im energie- und wasserfachlichen Diskurs.

Am 25. September 2025 startet um 13.30 Uhr die Session im Bereich Wasser, die von Johanna Kreienborg, Leiterin Wasserwirtschaft, -güte und -verwendung beim DVGW, moderiert wird. Frank Dietzsch, Leiter Ordnungsrahmen Gastechnologien und Energiesysteme beim DVGW, übernimmt im Anschluss den Staffelstab und führt ab 14.15 Uhr durch die sich anschließende Session im Gas-/Energiebereich.

Dozentinnen und Dozenten als Begleitpersonen und Multiplikatoren

In vielen technischen Studiengängen ist der Bezug zum DVGW-Regelwerk Bestandteil des Curriculums. Daher sind Dozentinnen und Dozenten ein wichtiges Bindeglied zwischen dem DVGW und den Studierenden und fest in die DVGW-Gremienarbeit eingebunden. Der Austausch über Forschungsergebnisse und die praxisorientierte akademische Lehre sind wesentliche Elemente in den Gremiensitzungen, in welchen auch die Herausforderungen bei der Studierenden-Akquise und -Betreuung thematisiert werden.

Der Rückgang der Studierendenzahlen in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen – und damit auch der der Absolventinnen und Absolventen – stellt Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und auch Verbände wie den DVGW vor große Herausforderungen. Diese können nur gemeinsam gemeistert werden: bedarfs- und zukunftsorientiert, attraktiv, sinnstiftend und weltoffen ausgerichtet.

DVGW-Studienpreis

Weitere Informationen zum DVGW-Studienpreis und die Möglichkeit zur Bewerbung für die nächste Runde sind auf der Website des DVGW zu finden.

Kontakt:

Ulrike Holtkamp
DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.
Technisch-wissenschaftlicher Verein
Josef-Wirmer-Str. 1–3
53123 Bonn

Tel.: 0228 9188-236
E-Mail: ulrike.holtkamp@dvgw.de
Internet: www.dvgw.de

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