Das Gesamtpaket passt: Fabian wird Umwelttechnologe für Wasserversorgung

Fabian Kerksieck hat sich für die Ausbildung zum Umwelttechnologen für Wasserversorgung bei Hessenwasser entschieden. Foto: Dennis Möbus im Auftrag der Hessenwasser GmbH

Von der Metallgrundausbildung über chemische Analysen im Labor bis hin zum Einsatz bei Rekord-Hitzewellen: Fabian Kerksiecks Alltag ist so abwechslungsreich und seine Arbeit für die Wasserversorgung unverzichtbar. Denn der 21-Jährige befindet sich aktuell in der Ausbildung zum Umwelttechnologen für Wasserversorgung bei Hessenwasser. Täglich kümmert er sich darum, dass Rohwasser aufbereitet und zu dem Trinkwasser wird, welches wir ganz selbstverständlich jeden Tag nutzen.

Stell dir vor, du drehst den Wasserhahn auf und nichts passiert. Für die meisten von uns ist fließendes Wasser eine absolute Selbstverständlichkeit, über die wir im Alltag kaum nachdenken. Doch was muss eigentlich passieren, damit sauberes Trinkwasser in den Haushalten ankommt? Eine Frage, die Fabian Kerksieck bis vor zwei Jahren auch noch nicht beantworten konnte.

Denn ursprünglich wollte der heute 21-Jährige Polizist werden und befand sich auch schon mitten in der Ausbildung. Doch ein Freund machte ihm einen anderen Beruf schmackhaft: „Mein Kumpel hat die Ausbildung zum Umwelttechnologen für Wasserversorgung bei Hessenwasser absolviert und mir davon erzählt. Das klang alles sehr spannend für mich, sodass ich an einem Schnuppertag teilgenommen habe. Der ganze Tag hat mir sehr gut gefallen und endgültig mein Interesse für diesen Beruf geweckt“, fasst Fabian seine Entscheidung für den Ausbildungswechsel zusammen.

Für mich passte das Gesamtpaket: Ich fühle mich in dem Team sehr wohl und übernehme eine sinnvolle Aufgabe in der Gesellschaft. Wasser ist das wichtigste Lebensmittel für den Menschen. Es ist einfach spannend zu sehen, was man alles beachten muss, damit das Wasser bei den Leuten ankommt.

Fabian Kerksieck
Auszubildender zum Umwelttechnologen für Wasserversorgung bei Hessenwasser

Der Weg zum Wasser: die handwerkliche Basis schaffen

Nachdem sich Fabian bei Hessenwasser beworben hatte, ging es ganz schnell: Nur kurze Zeit später konnte der 21-Jährige die Ausbildung wechseln und befand sich in der Orientierungswoche für alle neuen Azubis des Wasserversorgers. „In dieser Woche wurden uns erst einmal ein paar organisatorische Dinge erklärt, wir wurden über verschiedene Aufbereitungsanlagen geführt und haben zum Ende der Woche die Azubis aus den höheren Lehrjahren kennengelernt“, erinnert sich Fabian.

Danach ging es für ihn und seine Mit-Azubis nach Wiesbaden ins Wasserwerk Schierstein in die Ausbildungswerkstatt, um sich dort die handwerklichen Basics anzueignen. In der Werkstatt lernen die Azubis den Umgang mit Grundwerkzeugen wie Hammer oder Feile kennen und werden an der Bohrmaschine eingewiesen. Ein wichtiger Teil ist die Metallgrundausbildung, bei der die jungen Talente beim Schweißen auch mal ins Schwitzen kommen. Zudem werden spezifische Techniken wie das Kleben von PVC-Rohren, das Löten sowie die Besonderheiten und Unterschiede verschiedener Rohrverbindungen vermittelt.

In der Ausbildungswerkstatt hat Fabian die handwerklichen Grundlagen gelernt. Foto: Dennis Möbus im Auftrag der Hessenwasser GmbH

Fabians Ausbilder Marc Zitzelsberger erklärt den Stellenwert der Grundausbildung so: „Viele unserer Azubis haben vor Ausbildungsstart noch keine großen Berührungspunkte mit handwerklichen Aufgaben. In der Ausbildungswerkstatt haben wir die Möglichkeit, den Auszubildenden diese notwendigen Grundlagen zentral an einem Ort beizubringen. So lernen sich die Azubis auch untereinander besser kennen und wir können wichtige Basics direkt am Anfang vermitteln, sodass es später in der Ausbildung deswegen nicht hapert.“

Die Azubis verbringen im ersten Lehrjahr zweimal vier Wochen in der Ausbildungswerkstatt im Wasserwerk Schierstein.

Es muss niemand Profi im Handwerk sein, wenn er eine Ausbildung bei uns beginnen möchte. Das können wir in der Grundausbildung beibringen. Uns ist viel wichtiger, dass die Person authentisch ist und ins Team passt.

Marc Zitzelsberger
Anlagenmeister & Ausbilder bei Hessenwasser

Zwischen Laborluft und Waldgeräuschen

Die Ausbildung zum Umwelttechnologen für Wasserversorgung ist viel, aber vor allem eins: abwechslungsreich. Fabian betont: „Bei uns im Wasserwerk ist jeder Tag anders. Es gibt Routineaufgaben, die sich in bestimmten Abständen wiederholen, aber wie der Arbeitstag am Ende aussieht, weiß ich morgens noch nicht.“

Wenn er nicht in der Berufsschule ist, arbeitet der 21-Jährige im Wasserwerk Schierstein. Dort beginnt jeder Tag zunächst mit einer Besprechung im Team, um die anfallenden Aufgaben zu verteilen. Zusammen mit Fabian unterstützt noch ein weiterer Azubi die Fachkräfte vor Ort. Neben sechs ausgebildeten Fachkräften für Wasserversorgungstechnik (die frühere Berufsbezeichnung bis 2024) arbeiten auf der Aufbereitungsanlage außerdem noch zwei Grünpfleger, die sich speziell um die Außenanlagen kümmern.

An seiner Ausbildung schätzt Fabian die Vielseitigkeit seiner Aufgaben. Foto: Dennis Möbus im Auftrag der Hessenwasser GmbH

Aber wie sieht nun ein Arbeitstag von Fabian aus? Nach der morgendlichen Besprechung bereiten die beiden Azubis die notwendigen Werkzeuge vor und beladen die Fahrzeuge. Da das Versorgungsgebiet groß ist und viele Anlagen, wie Brunnen oder Wasserbehälter, im Wald oder außerhalb liegen, sind sie viel mit dem Firmenwagen unterwegs. Wer bereits einen Führerschein hat, darf oft selbst fahren, um das Gebiet und die Wege besser kennenzulernen.

Das Aufgabenspektrum ist breit gefächert und verbindet technische Wartung mit naturwissenschaftlichen Prüfungen. Fabian misst regelmäßig pH-Werte und den Chlorgehalt des Wassers mit speziellen Geräten, analysiert die Ergebnisse im Labor, führt monatliche Zählerablesungen an Behältern durch und hilft bei der Grünpflege rund um die Anlagen. 

Auch anspruchsvollere Aufgaben wie das Wechseln von Schiebern – also großen Ventilen in den Leitungen –, das Verlegen neuer Rohre oder das Spülen von Filtern in der Aufbereitungsanlage gehören zu seinem Alltag. „Es ist schon cool zu sehen, was man alles an einem Tag geschafft hat. Das spornt einen an“, berichtet Fabian. Während er im ersten Lehrjahr viel über die Schulter schaute, arbeitet er nun im zweiten Jahr bereits viel eigenständiger und übernimmt kleinere Messaufgaben komplett allein.

Man lernt am besten, wenn man es selber macht. Wenn man unsicher ist, kann man jederzeit nachfragen – man braucht keine Angst zu haben.

Fabian Kerksieck
Auszubildender zum Umwelttechnologen für Wasserversorgung bei Hessenwasser

Sicherheit, Verantwortung und die Zukunft im Blick

Neben der fachlichen Abwechslung ist es vor allem die Sinnhaftigkeit, die Fabian antreibt. Ihm ist wichtig zu wissen, für wen er diese Arbeit leistet, und dass sein Job auch in Krisenzeiten, wie etwa während einer Pandemie, absolut sicher ist. Die Bedeutung seiner Arbeit wird besonders in extremen Wetterphasen deutlich: Wenn Hitzewellen zu Rekordwerten beim Trinkwasserverbrauch führen, trägt der 21-Jährige gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen dazu bei, dass die Versorgung zuverlässig funktioniert.

Die Perspektiven nach der Ausbildung sind hervorragend. Hessenwasser übernimmt seine Auszubildenden für ein Berufseinsteigerjahr und bei guten Leistungen ist eine dauerhafte Anstellung im Anschluss immer möglich. Fabians Ziel ist es, nach seinem Abschluss in Wiesbaden zu bleiben und dort seine Karriere fortzusetzen. Als kommunaler Versorger können sich alle Azubis darüber hinaus auf eine tarifliche Ausbildungsvergütung freuen, die im ersten Ausbildungsjahr bereits bei 1.368 Euro brutto pro Monat liegt.

Für alle, die sich für diesen Weg interessieren, hat Fabian einen einfachen Rat: „Man sollte offen für Neues und für neue Menschen sein sowie eine positive Grundeinstellung mitbringen“, und Ausbilder Marc Zitzelsberger ergänzt, „wichtig ist, dass man sich mit dem Thema Wasser identifizieren kann und keine Scheu vor der Arbeit im Freien hat.“

Berufesteckbrief

Umwelttechnologe für Wasserversorgung

Alle Infos über den Beruf, die Aufgaben, Voraussetzungen, Gehalt und Weiterbildungsmöglichkeiten findest du im Steckbrief zur Ausbildung als Umwelttechnologe für Wasserversorgung.

Mann an Steuerungsrad im Wasserwerk

Wer den Beruf erst einmal unverbindlich kennenlernen möchte, kann dies jederzeit über Schulpraktika oder spezielle Kurzpraktika für jüngere Schüler*innen tun, die Hessenwasser regelmäßig anbietet. Für Fabian steht am Ende seines zweiten Lehrjahres fest, dass sich der Wechsel in die Wasserbranche für ihn in jedem Fall gelohnt hat.

Andere interessante Beiträge