Gebäudetechnik vom ersten Strich auf planen

Johanna Mahnecke und Ella Weidenbach im Klimalabor der Ostfalia Hochschule. Foto: J. Gebauer – Fakultät Versorgungstechnik, Ostfalia

Studium oder Ausbildung – warum nicht beides? Johanna Mahnecke und Ella Weidenbach studieren im Praxisverbund und absolvieren sowohl eine Ausbildung zur Technischen Systemplanerin als auch das Studium Energie- und Gebäudetechnik. Besonders gefällt ihnen daran der Praxisbezug der theoretischen Inhalte und die Umsetzung von Gelerntem in einem konkreten Projekt.

Der Mix aus Theorie und Praxis war für Ella der Grund, sich für ein duales Studium zu entscheiden. „Es ist zeitsparender, wenn man das direkt zusammen macht, anstatt erst eine Ausbildung zu machen und dann ein Studium – wenn man sowieso schon weiß, dass man studieren möchte“, erklärt die 22-Jährige. Bei einer Infoveranstaltung an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften hat sie sich als Schülerin über Studiengänge informiert und ist auf die Energie- und Gebäudetechnik aufmerksam geworden.

Mitstudentin Johanna ist über Umwege an der Ostfalia gelandet, eigentlich wollte sie in Hamburg studieren. Auf der Website einer Hochschule ist sie auf ihren Praxispartner, die RMN Ingenieure in Hamburg, gestoßen. Im Gespräch wurde dann klar, dass das Unternehmen auch das Studium in Wolfenbüttel unterstützt. Überzeugt vom Studiensystem entschied sich Johanna schließlich für die Ostfalia.

Duales Studium

Energie- und Gebäudetechnik

Alle Infos über das Studium, die Aufgaben, Voraussetzungen, Gehalt und Weiterbildungsmöglichkeiten findest du im Steckbrief zum dualen Studium Energie- und Gebäudetechnik.

Der Aufbau von dualen Studiengängen variiert je nach Hochschule sehr stark. Es gibt das „Blockmodell“, bei dem die Studierenden je ca. drei Monate in der Hochschule und beim Praxispartner verbringen. In einem anderen Modell wechseln die Studierenden während der Woche zwischen Hochschule und Betrieb. An der Ostfalia lernen die dual Studierenden während des Semesters gemeinsam mit den Vollzeitstudierenden und verbringen die Semesterferien bei ihrem Unternehmen.

Zusätzlich findet das 2. Studienjahr als Praxisjahr komplett beim Partnerbetrieb statt. Im 5. Studiensemester kommen die dual Studierenden zurück an die Hochschule und steigen hier im 3. Fachsemester wieder ein. Das gesamte Studium dauert neun Semester. Neben dem Bachelorabschluss an der Hochschule haben die Studierenden am Ende der 4,5 Jahre auch eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche.

An der Ostfalia in Wolfenbüttel

In der Hochschule lernen Ella und Johanna gemeinsam mit ihren Kommiliton*innen in den ersten drei Semestern die Grundlagen des Ingenieurwesens: vor allem Mathematik und Naturwissenschaften. Es gibt aber auch ein paar Fächer, die eher Soft Skills aktivieren wie Kommunikation, wo es zum Beispiel darum geht, gute Präsentationen zu halten. Zusätzlich stehen Recht und BWL auf dem Programm.

Im Laufe des vierten Fachsemesters werden die Inhalte mit Fächern wie Heizungstechnik, Klimatechnik, Sanitärtechnik und Elektrotechnik spezifischer. Weitere Themen sind Strömungstechnik und Thermodynamik, auf letzterem liegt an der Fakultät ein besonderer Fokus.

Zwei junge Frauen beim Lernen

Ella und Johanna beim Lernen für das Studium. Foto: J. Gebauer – Fakultät Versorgungstechnik, Ostfalia

Neben klassischen Vorlesungen werden die theoretischen Inhalte ab dem 3. Semester in sogenannten Laboren mit Praxis unterfüttert. Hier können die Studierenden nicht nur die Maschinen im Einsatz sehen, sondern auch selbst Versuche durchführen. „Die Versuche sind je nach Fach sehr unterschiedlich. In Thermodynamik gucken wir zu, wie die verschiedenen Maschinen und Prozesse funktionieren“, erzählt Ella.

Anders im Fach Siedlungswasserwirtschaft, in dem es um die Trinkwasseraufbereitung geht. Hier konnten die Studierenden einige Messungen – pH-Wert, Magnesium- und Calciumgehalt – vornehmen. Das Siedlungswasserwirtschaftslabor ist eines von den umfangreicheren Laboren im Studium, hier werden alle Versuche von den Studierenden selbst durchgeführt.

Der Campus der Ostfalia Hochschule ist in Wolfenbüttel. Die Nähe zu Braunschweig bringt eine gewisse Auswahl an Freizeitaktivitäten mit sich. Johanna und Ella sind aber auch mit dem Angebot in Wolfenbüttel zufrieden. Mit dem Fahrrad ist alles – Campus, Innenstadt – gut zu erreichen. Die beiden Studentinnen verbringen ihre Zeit bei Spaziergängen, Spieleabenden oder gemeinsamem Kochen mit den Kommiliton*innen. Und auch die Hochschule ist immer geöffnet, um sich dort zum Lernen zu treffen.

Aufgaben beim Praxispartner

Der zweite wichtige Part des dualen Studiums sind die Praxisphasen bei den Unternehmen. Im ersten Monat beim Praxispartner ging es für Johanna und Ella vor allem darum, den Betrieb und seine Strukturen sowie die Kolleg*innen und Ansprechpersonen kennenzulernen. Für Ella standen bei der M & P Gruppe in Braunschweig im zweiten Schritt die Programme zum technischen Zeichnen auf dem Plan. Für Johanna ganz wichtig: die anderen Auszubildenden kennenlernen. „Diejenigen, die bei uns im Unternehmen nur die Ausbildung zur Technischen Systemplanerin machen, ohne das Studium, haben uns dual Studierende am Anfang ein bisschen an die Hand genommen.“

Berufesteckbrief

Technischer Systemplaner

Wie kann ich Technischer Systemplaner*in werden? Was verdient man in dem Beruf und wie sind die Karrieremörglichkeiten? Mehr dazu erfährst du im Berufe-Steckbrief zur Ausbildung zum Technischen Systemplaner.

glücklicher junger Mann im karierten Hemd vor Computer

Nach der grundlegenden Einführung werden die Praxisphasen intensiver und insbesondere im Praxisjahr im 3. und 4. Studiensemester lernen Ella und Johanna den Job richtig gut kennen: vom richtigen Falten der Grundrisse über die Besonderheiten beim Zeichnen für die einzelnen Gewerke – Kälte, Heizung, Lüftung und Sanitär – bis zu eigenen kleinen Projekten. „Über das Praxisjahr hinweg war ich in allen Gewerken unterwegs und hab die Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennengelernt“, erzählt Ella und ergänzt: „Am Ende des Jahres habe ich dann auch richtig im Projekt mitgezeichnet.“

Auch Johanna hat sich in ihrem Praxisjahr bei RMN Ingenieure langsam an ihr erstes eigenes Projekt rangetastet. „Am Anfang habe ich erstmal gelernt, wie die Leitungen richtig bemaßt werden.“ Nach einigen Änderungsaufgaben von bestehenden Plänen stand in den letzten Monaten des Praxisjahres ein erstes eigenes Projekt an: „Ich habe mein eigenes Mini-Projekt bekommen. Das war ein Kellerraum mit den einzelnen Gewerken, den ich selbst zeichnen musste“, freut sich die 21-Jährige.

Ich wollte unbedingt dual studieren, damit ich nach drei Jahren Studium nicht völlig verloren dastehe und nicht weiß, was am Ende dabei rauskommt. Und im Praxisjahr merkt man dann, ob der Job einem Spaß macht.

Johanna Mahnecke
Duale Studentin Energie- und Gebäudetechnik

Ein Highlight war für beide, dass sie auf eine Baustelle gehen konnten. Für Technische Systemplanerinnen gehört das zwar nicht unbedingt zum Arbeitsalltag, für angehende Ingenieurinnen jedoch schon eher. „Das war schon beeindruckend, zu sehen, wie etwas, das ich vor einem halben Jahr gezeichnet habe, an einer Wand installiert war“, erzählt Johanna.

Theorie und Praxis verknüpfen, das geht im dualen Studium besonders gut. Auch wenn am Anfang noch nicht so viele Inhalte aus der Theorie auf den Arbeitsalltag übertragbar waren, wurde das im Laufe der Zeit immer mehr. „Die zeichnerischen Grundlagen, die wir in der Hochschule gelernt haben, konnte ich sehr gut beim Praxispartner anwenden“, erklärt Ella. Umgekehrt profitieren die Studentinnen auch in der Hochschule von allem, was sie beim Partnerbetrieb gelernt haben.

Irgendwann haben sich immer mehr Kreise geschlossen und ich habe den Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis erkannt und konnte das dann auch anwenden.

Ella Weidenbach
Duale Studentin Energie- und Gebäudetechnik

Zukunftsaussichten

Bis zum Studienabschluss dauert es zwar noch ca. zwei Jahre, Ella kann sich aber gut vorstellen, bei ihrem Praxispartner weiterzuarbeiten: „Die Chancen dazu sind ganz gut, wenn ich das Studium zufriedenstellend abschließe. Und ich würde gerne in dem Betrieb weiterarbeiten, um richtig in der Berufswelt anzukommen.“ Johanna hat noch keine konkreten Pläne: „Es gibt natürlich die Möglichkeit, noch weiterzumachen mit dem Master. Ich will aber erstmal meinen Bachelor fertig machen und dann gucke ich, was kommt.“

Eine Empfehlung für ihr duales Studium können beide aber schon jetzt aussprechen. Die Vielfältigkeit, die Kombination aus Theorie und Praxis sowie das Thema selbst sind für beide klare Pluspunkte. Mitbringen sollte man aus Sicht der Studentinnen eine Affinität für Mathe und Physik sowie Spaß am Zeichnen.

Das Studium ist sehr vielfältig. Und auch danach bleiben die Aufgaben abwechslungsreich. Die Grundprinzipien bleiben zwar gleich, aber man muss die Zeichnungen ja immer an die verschiedenen Gebäude, die Anforderungen und Umgebungsbedingungen anpassen.

Ella Weidenbach
Duale Studentin Energie- und Gebäudetechnik

Short Facts

Energie- und Gebäudetechnik im Praxisverbund (B. Eng.)

Abschluss: Bachelor of Engineering (B. Eng.)

Studienbeginn: zum Wintersemester

Regelstudienzeit: 9 Semester 

Voraussetzung: Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife bzw. Meistertitel oder staatlich geprüfter Techniker oder abgeschlossene Berufsausbildung mit mindestens dreijähriger branchenspezifischer Berufserfahrung

Zulassungsbeschränkung: zulassungsfrei


Bei Fragen zum Studiengang

Prof. Dr.-Ing. Oliver Büchel, Studiengangsleiter Energie- und Gebäudetechnik

o.buechel@ostfalia.de

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