Foto: istockphoto.com/DeanDrobot

Technischer Systemplaner - Versorgungs- und Ausrüstungstechnik - Ausbildung und Beruf

Schon mal darüber nachgedacht, wie ganze Gebäudekomplexe zuverlässig auf jeder Etage mit Strom und Wasser versorgt sind, ohne dass Leitungen und Rohre mitten durch die Flure gehen? Wenn das genau dein Spezialgebiet ist, solltest du jetzt weiterlesen, um mehr über die Aufgaben eines Technischen Systemplaners zu erfahren.

Das erfährst du hier über den Beruf

Das Wichtigste auf einen Blick

Technischer Systemplaner:in

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre

empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss

wichtige Schulfächer

Mathe, Physik, Informatik

Ø Ausbildungsgehalt

1.017 Euro

Technische Systemplaner - Versorgung immer im Blick

Technische Systemplaner:innen erstellen technische Zeichnungen und Modelle, damit auch innerhalb eines großen Gebäudes die Versorgung mit Strom, Wasser und Luft funktioniert. Mit CAD-Software erstellen sie ein Flächenmodell eines Gebäudes, um zu planen, wo Leitungen und Luftschächte gelegt werden können. Sie entwickeln am PC die Bauteile und erstellen Pläne, die dann von Monteuren umgesetzt werden. Technische Systemplaner für Versorgungs- und Ausrüstungstechnik entwickeln Bauteile für Heizungs-, Klima-, Sanitär- und Ausrüstungstechnik. Damit werden z. B. Brandschutzräume und WCs versorgt.

Neben der Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik, die hier näher vorgestellt wird, gibt es noch zwei weitere Fachrichtungen:

  • Stahlbau- und Metallbautechnik
  • Elektrotechnische Systeme 

Factsheet zum Beruf downloaden

Die Informationen über die Ausbildung zum Technischen Systemplaner gebündelt als PDF.

Welche Aufgaben hat ein Technischer Systemplaner?

Technische Systemplaner:innen begleiten ihre Projekte von der Auftragsvergabe bis hin zur Abnahme der Konstruktionen auf der Baustelle. Das macht den Beruf so vielfältig und spannend. Sie sind Ansprechpartner für Projektingenieur:innen, Auftraggeber:innen und die Fachkräfte auf der Baustelle, wenn sie Fragen zum Bauplan haben.

Planen & Modellieren

Bevor sich Technische Systemplaner ans Zeichnen und Planen setzen sich mit den Projektingenierur:innen zusammen und besprechen, was möglich ist und beraten Auftraggeber bei der Umsetzung der Pläne. Auf Basis der Besprechungen entwickeln Systemplaner dann Flächenmodelle. Außerdem wählen sie für die Bauteile die richtigen Werkstoffe und Arbeitsmaterialien aus und erstellen eine Stückliste der benötigten Bauteile.

Konstruieren & Entwerfen

Auf Basis der Modelle konstruieren und entwickeln Technische Systemplaner dann am PC die Bauteile mit CAD-Software. Sie berechnen dazu die Größe der benötigten Bauteile und zeichnen diese maßstabsgerecht in den Bauplan ein. Die Bauteile können z. B. Bestandteil von Rohren, Leitungen und Lüftungsschächten sein, die durch den gesamten Gebäudekomplex gelegt werden müssen.

Wichtiger Bestandteil der Ausbildung: die Arbeit mit Bauplänen.

Prüfen & Freigeben

Mit dem Fertigen der Baupläne endet die Arbeit der Technischen Systemplaner nicht. Sie besuchen immer wieder die Baustelle und überprüfen während der Bauphase die Konstruktionen und die fachgerechte Installation. Wenn Bauteile nicht passen, nehmen sie auch nochmal Änderungen an den Konstruktionsplänen vor. Wenn alles verbaut ist, überprüfen sie die Funktionalität und geben die Konstruktionen frei, damit die nächste Bauphase eingeleitet werden kann.

Kurz für dich zusammengefasst

Aufgaben als Technischer Systemplaner im Überblick

Planen & Modellieren

Konstruieren & Entwerfen

Prüfen & Freigeben

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Technischen Systemplaner

Technische Systemplaner vereinen in sich Wissenschaft und Kreativität. Sie müssen sich bestens mit Mathe und Physik auskennen, um die passenden Bauteile zu berechnen und zu konstruieren. Für die Skizzen und die Planung ist dann zeichnerisches Talent und räumliches Vorstellungvermögen gefragt. Nicht immer ist die Lösung für die richtige Konstruktion auf den ersten Blick erkennbar. Deswegen ist vor allem auch Geduld und der Spaß am Tüfteln wichtig.

Im Austausch mit den Projektingenieuren, Auftraggebern und Monteuren solltest du auch nicht auf den Mund gefallen sein und dich gut ausdrücken können.

Kurz für dich zusammengefasst

Der Beruf passt zu dir, wenn du

Gehalt: Was verdient ein Technischer Systemplaner?

Technische Systemplaner können mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 34.000 Euro brutto rechnen. Sie starten mit einem Einstiegsgehalt von rund 29.000 Euro brutto im Jahr und können mit steigender Berufserfahrung und Weiterbildungen ihre Gehaltsaussichten noch verbessern.

Quelle Gehälter: stepstone.de, Stand 2022

Gehalt in der Ausbildung

Während der Ausbildung steigt die Vergütung mit jedem Lehrjahr. So fängst du im ersten Lehrjahr mit etwa 887 € brutto im Monat an und steigerst dich von Jahr zu Jahr. Über alle Ausbildungsjahre hinweg verdienst du im Durchschnitt 1.017 Euro brutto pro Monat.

Aber aufgepasst: Nicht alle Unternehmen vergüten gleich. Das hängt oft vom Bundesland, der Region und dem Ausbildungsbetrieb ab. Außerdem orientieren sich einige Unternehmen am TVAöD – dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes.

Ausbildungsvergütung im Überblick:

Westdeutschland

1. Lehrjahr: 732 Euro
2. Lehrjahr: 886 Euro
3. Lehrjahr: 1.048 Euro
4. Lehrjahr: 1.327 Euro

Ostdeutschland

1. Lehrjahr: 705 Euro
2. Lehrjahr: 874 Euro
3. Lehrjahr: 1.014 Euro
4. Lehrjahr: 1.199 Euro

*Quelle: BIBB, Stand 2022

TVAöD** in der Energie- und Wasserwirtschaft

1. Lehrjahr: 1.068,26 Euro
2. Lehrjahr: 1.118,20 Euro
3. Lehrjahr: 1.164,02 Euro
4. Lehrjahr: 1.227,59 Euro

**Stand 2022

Gehalt auf einen Blick

Gehalt und Verdienst in der Ausbildung und danach (brutto/Monat)

1. Lehrjahr
705 € – 1.068 €
2. Lehrjahr
874 € – 1.118 €
3. Lehrjahr
1.014 € – 1.164 €
4. Lehrjahr
1.199 € – 1.327 €
Einstiegsgehalt
2.200 € – 2.500 €
mit Berufserfahrung:
2.900 € – 3.400 €
im Öffentlichen Dienst nach TV-V
2.878 € – 3.691 €

Quellen: BIBB 2022, TVAöD, TV-V, gehalt.de – Stand 2022. Durchschnittswerte.
Aus den Angaben lässt sich kein Rechtsanspruch ableiten!

Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz als Technischer Systemplaner?

Das lernst du in der Ausbildung

In der Ausbildung zum Technischen Systemplaner lernst du, wie du technische Zeichnungen und Modelle am PC erstellst. Du wirst in CAD-Software eingearbeitet, sodass du sowohl 2D- als auch 3D-Modelle von deinen Zeichnungen erstellen kannst. Außerdem wirst du in die verschiedenen Werkmaterialien eingeführt. Du lernst, welche Materialien du für welche Zwecke einsetzen kannst und wie du dies in deine Berechnungen mit aufnimmst.  

Kurz für dich zusammengefasst

Ausbildungsinhalte im Überblick

Technisches Zeichnen

Werkstoffverarbeitung

Verfahren & Darstellung

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildung zum Technischen Systemplaner ist auf 3,5 Jahre angelegt. Jedoch ist bei guten Leistungen in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb eine Verkürzung auf 3 Jahre möglich. In dieser Zeit lernst du alles, was du als Technische:r Systemplaner:in können musst.

Nach dem zweiten Ausbildungsjahr folgt eine Zwischenprüfung und am Ende der Ausbildung folgt dann die Abschlussprüfung.

Kurz für dich zusammengefasst

So ist die Ausbildung aufgebaut

duale Ausbildung

Ausbildung in Betrieb und Berufsschule.
Theorie und Praxis eng verzahnt.

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre.
Kann bei guten Leistungen auf 3 Jahre verkürzt werden.

Abschlussprüfung

Zweiteilige Abschlussprüfung: Teil 1 nach dem 2. Lehrjahr, Teil 2 am Ende der Ausbildung.

Wo kann ich die Ausbildung zum Technischen Systemplaner machen?

Die Ausbildung zum Technischen Systemplaner kannst du vor allem in Ingenieur- und Planungsbüro machen. Das hängt jedoch auch stark mit deiner Fachrichtung zusammen.

Diese Unternehmen bilden Systemplaner:innen aus​

Weiterbildung und Aufstieg nach der Ausbildung zum Technischen Systemplaner

Ausgelernt Technische Systemplaner können verschiedene Wege einschlagen, um sich beruflich weiterzuentwickeln und mehr Erfahrungen zu sammeln.

Weiterbildung zum Techniker

Als Techniker übernimmst du Führungsverantwortung, indem du z. B. die Leitung eines Teams oder einer Abteilung übernimmst. Du kannst dich in einer mehrmonatigen Weiterbildung zum Techniker qualifizieren.

Technischer Fachwirt

Wenn dich neben den technischen Eigenheiten deines Berufs auch die kaufmännische Seite interessiert, solltest du über eine Weiterbildung zum Technischen Fachwirt nachdenken. Auf dem Weiterbildungsplan stehen hier auch Wirtschaftsthemen auf dem Stundenplan.

Studium

Wenn du die Zugangsvoraussetzungen für den Besuch einer (Fach-)Hochschule erfüllst, ist eine dritte Option ein Studium. Damit kannst du ebenfalls dein Wissen vertiefen bzw. neue Richtungen kennenlernen. Mögliche Studiengänge sind:

  • Ingenieurwesen
  • Versorgungstechnik