Mechatroniker – Ausbildung und Beruf

Die Ausbildung zum Mechatroniker vereint Mechanik, Elektronik und Informatik. Wenn du in deiner Freizeit am liebsten an elektrischen Geräten tüftelst und schon den ein oder anderen Toaster auseinandergenommen hast – dann bist du für diese Ausbildung genau richtig!

Hände mit Tablet vor modernen Roboteranlagen

Als Mechatroniker:in baust du aus mechanischen, elektrischen und elektronischen Bestandteilen komplexe mechatronische Systeme, z. B. Roboter für industrielle Produktionsanlagen. Foto: istockphoto.com/B4LLS

Das Wichtigste auf einen Blick

Mechatroniker:in

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre

Wichtige Schulfächer

Mathe, Physik, Informatik

empfohlener Schulabschluss

Realschule, (Fach-)Abitur

Ø Ausbildungsgehalt

1.139 Euro

Mechatroniker – Allrounder im Bereich Mechanik und Elektronik

Mechatroniker:innen sind echte Allroundtalente. Sie vereinen die Fähigkeiten der Mechanik, Elektrotechnik und Informatik. Mechatroniker arbeiten mit mechanischen wie elektronischen Bauteilen, setzen diese zu Maschinen zusammen oder führen Fehleranalysen durch. Der Beruf gehört zu den elektrotechnischen Berufen.

In der Energie- und Wasserwirtschaft arbeiten Mechatroniker:innen z. B. in Versorgungsunternehmen. Hier kümmern sie sich darum, dass defekte Pumpen in einem Wasserwerk wieder funktionieren oder warten Steuerungsanlagen in Kraftwerken.

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Aufgaben: Was macht ein Mechatroniker?

Mechatroniker:innen kümmern sich darum, dass technische Anlagen und Maschinen einwandfrei funktionieren. Dazu setzen sie ihr technisches Wissen und handwerkliches Geschick ein. Mechatroniker:innen arbeiten meist im Team und kümmern sich gemeinsam mit dem Arbeitskollegen um die Instandsetzung von großen Maschinen und Anlagen. Außerdem kümmern sich Mechatroniker:innen um die Schaltungen zur Steuerung von komplexen Systemen.

Messen & Überprüfen

Regelmäßig müssen die Spannungen in den elektrischen Spannungen überprüft und gemessen werden, um Fehler und Störungen zu verhindern. Dazu lesen Mechatroniker:innen den Installationsplan und überprüfen die Messergebnisse mit vorherigen Daten.

Montieren & Reparieren

Ein wesentlicher Aufgabenbereich ist das Montieren von Maschinen und die Reparatur, wenn Fehler auftreten. Mechatroniker warten und halten Maschinen und Anlagen instand. Sie führen dazu Fehleranalysen durch und beheben auf dieser Grundlage die Störung.

Darüber hinaus montieren sie Maschinenteile und installieren technische Anlagen.

Einrichten & Programmieren

Mechatroniker kennen sich mit den verschiedenen Schaltungen aus und können sowohl elektrische als auch hydraulische und pneumatische Schaltungen einrichten. Außerdem lernen Mechatroniker:innen während der Ausbildung, wie sie speicherprogrammierbare Schaltungen installieren und Netzwerke einrichten.

Kurz zusammengefasst

Aufgaben als Mechatroniker:in im Überblick

Prüfen & Montieren

  • Installationspläne lesen und überprüfen

  • Spannungen in elektrischen Schaltungen messen

  • Messwerte mit bestehenden Daten abgleichen

Montieren & Reparieren

  • Maschinen & Anlagen warten

  • Fehleranalysen durchführen

  • Störungen beheben

  • Maschinenteile montieren

  • Anlagen installieren

Einrichten & Programmieren

  • Elektrische, hydraulische, oder pneumatische Schaltungen einrichten

  • Speicherprogrammierbare Steuerungen (z. B. Roboter) installieren

  • Netzwerke einrichten

  • Betriebssoftware implementieren

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Mechatroniker

Die Ausbildung zum Mechatroniker vereint gleich drei Fachbereiche: Mechanik, Elektronik und Informatik. Du solltest dich für alle drei Bereiche interessieren und wie diese miteinander kombiniert werden. Für die Montage und Demontage von Anlagen und Maschinen ist viel handwerkliches Geschick gefragt. Nicht umsonst gehört der Beruf des Mechatronikers auch zu den handwerklichen Berufen.

Da viele Projekte gleichzeitig bearbeitet werden müssen, ist deine Organisationsfähigkeit gefragt. Du arbeitest Hand in Hand mit deinen Kolleg:innen und sorgst dafür, dass alle Aufgaben des Projekts erledigt werden.

In den meisten Betrieben arbeiten Mechatroniker:innen in Schichtarbeit. Das bedeutet, dass du auch mal abends oder sogar nachts arbeiten musst.

Empfohlener Schulabschluss

Üblicherweise brauchst du für die Ausbildung zum Mechatroniker den Realschulabschluss. Manche Unternehmen wünschen sich von ihren Azubis in diesem Beruf auch das (Fach)Abitur.

Hier findest du weitere Berufe mit Realschulabschluss.

Kurz zusammengefasst

Der Beruf passt zu dir, wenn du

Gehalt: Wie viel verdient ein Mechatroniker?

Das mittlere Jahresgehalt für einen ausgebildeten Mechatroniker liegt bei rund 44.000 Euro brutto im Jahr. Aber aufgepasst: Die Vergütung ist abhängig von Bundesland und Unternehmen. Frisch nach der Ausbildung können Mechatroniker:innen mit einem Einstiegsgehalt bis zu 40.000 Euro brutto im Jahr rechnen. Das sind 3.300 Euro brutto im Monat. Damit liegt der Beruf der Mechatroniker:innen auf dem siebten Platz der gut bezahlten Berufe nach der Ausbildung.

Gehalt in der Ausbildung

Wer sich für die Ausbildung zum Mechatroniker entscheidet, trifft nicht nur wegen der spannenden Aufgaben eine gute Wahl. Die Ausbildung zum Mechatroniker gehört zu den Top 10 der gut bezahlten Ausbildungsberufe. Im Schnitt verdienen Azubis über alle Ausbildungsjahre hinweg 1.139 Euro brutto im Monat.

Viele Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft vergüten Auszubildende nach Tarif. Auch hier gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Tarifverträge.

Ausbildungsvergütung im Überblick

Quelle: BIBB, Stand 2023 und TVAöD, Stand 2024

Westdeutschland

1. Lehrjahr: 1.059 Euro
2. Lehrjahr: 1.131 Euro
3. Lehrjahr: 1.221 Euro
4. Lehrjahr: 1.291 Euro

Ostdeutschland

1. Lehrjahr: 1.016 Euro
2. Lehrjahr: 1.090 Euro
3. Lehrjahr: 1.164 Euro
4. Lehrjahr: 1.224 Euro

TVAöD in der Energie- und Wasserwirtschaft

1. Lehrjahr: 1.218,26 Euro
2. Lehrjahr: 1.268,20 Euro
3. Lehrjahr: 1.314,02 Euro
4. Lehrjahr: 1.377,59 Euro

Gehalt auf einen Blick

Gehalt und Verdienst in der Ausbildung und danach (brutto/Monat)

1. Lehrjahr
1.016 € – 1.218 €
2. Lehrjahr
1.090 € – 1.268 €
3. Lehrjahr
1.164 € – 1.314 €
4. Lehrjahr
1.224 € – 1.377 €
Einstiegsgehalt
3.100 € – 3.300 €
mit Berufserfahrung:
3.300 € – 3.900 €

Quellen: BIBB 2023, TVAöD, gehalt.de, destatis.de – Stand 2024. Durchschnittswerte.
Aus den Angaben lässt sich kein Rechtsanspruch ableiten!

Das lernst du in der Ausbildung zum Mechatroniker

Während der Ausbildungszeit werden die Azubis dual im Betrieb und der Berufsschule ausgebildet. In manchen Fällen ist auch eine schulische Ausbildung möglich.

In den ersten beiden Ausbildungsjahren lernen die angehenden Mechatroniker:innen die Grundlagen. Beispielsweise, wie elektrische Schaltpläne erstellt und gelesen, wie Werkstücke durch Spanen und Fügen geformt und zusammengebaut und Fehleranalysen durchgeführt werden.

Wenn die Azubis die Grundlagen beherrschen, übernehmen sie mehr Eigenverantwortung und arbeiten selbständiger. Sie bedienen, programmieren und erneuern Maschinensysteme, übernehmen Kundentermine und wickeln Aufträge selbständig ab.

Weitere Aufgaben, die du während deiner Ausbildung lernst, sind z. B.:

  • Kundengespräche führen
  • wie ein Betrieb organisiert ist
  • wie du deine Arbeit am besten einteilst
  • wie du mechanische Systeme programmierst
  • wie du Werkstücke spanst und fügst
  • wie du Prüf- und Messverfahren anwendest

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildungsdauer zum Mechatroniker beträgt 3,5 Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich. Nach zwei Ausbildungsjahren treten die Azubis zur Zwischenprüfung an. Am Ende der Ausbildung folgt dann die Abschlussprüfung.

So ist die Ausbildung aufgebaut

duale Ausbildung

Ausbildung im Unternehmen und in der Berufsschule

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre, Verkürzung ist möglich


Abschlussprüfung

Zwischenprüfung nach 2. Lehrjahr, Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung

Wo kann ich die Ausbildung zum Mechatroniker machen?

Die Ausbildung zum Mechatroniker wird in der Industrie, Stadtwerken und Versorgungsunternehmen angeboten. Je nach Betrieb können sich die Aufgaben etwas unterscheiden.

Diese Unternehmen bieten die Ausbildung zum Mechatroniker an

Weiterbildungsmöglichkeiten für Mechatroniker

Da die Ausbildung zum Mechatroniker bereits viele Disziplinen in sich vereint, hast du verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten. Von der Qualifizierung zum Meister bis hin zum Studium ist alles möglich.

Techniker Fachrichtung Mechatronik

Techniker der Fachrichtung Mechatronik übernehmen mehr Führungsverantwortung und sind maßgeblich an Entwurf, Konstruktion und Installation von mechatronischen Anlagen und Maschinen verantwortlich.

Industriemeister

Mit der Qualifizierung zum Industriemeister können gelernte Mechatroniker:innen selbst Azubis ausbilden. Außerdem übernehmen sie weitere Führungsaufgaben und sorgen für reibungslose Produktionsabläufe.

Studium

Neben dem Bachelorstudiengang Mechatronik, in dem Ausbildungsinhalte noch weiter vertieft werden können, bieten sich auch weitere Studiengänge an, z. B.:

  • Maschinenbau
  • Ingenieurwesen
  • Informatik

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