Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik

Du hast Spaß am Programmieren und auch handwerkliches Geschick ist dir praktisch schon in die Wiege gelegt worden? Dann ist der Ausbildungsberuf Elektroniker:in für Betriebstechnik genau das Richtige für dich. Dein Ausbildungsbetrieb kann in der Energie- und Wasserversorgung, in einem Umspannwerk oder in der Elektroinstallation sein.

Junge Elektronikerin für Betriebstechnik klettert auf Strommast

Foto: EAM

Was ist ein Elektroniker für Betriebstechnik?

Elektroniker:innen für Betriebstechnik installieren, reparieren und warten wichtige elektrische Anlagen der Energie- und Wasserversorgung. Arbeitsort kann ein Umspannwerk oder großes Gas-Kraftwerk sein. Aber auch in Wasserwerken, bei kleineren Blockheizkraftwerken oder in Gebäuden mit lokalen Stromnetzen werden die Fachkräfte gebraucht. Elektroniker für Betriebstechnik sorgen dafür, dass der Strom für den Betrieb dieser wichtigen Anlagen immer fließt und die Versorgung der Kunden mit Energie und Trinkwasser jederzeit gesichert ist.

Das erfährst du auf dieser Seite

Was macht ein Elektroniker für Betriebstechnik?

Der Elektroniker für Betriebstechnik gehört zu den elektrotechnischen Berufen. Handwerkliche Tätigkeiten gehören zu diesem Berufsbild genauso dazu wie die Arbeit mit Computern und digitalen Messgeräten.

Ein großer Aufgabenbereich ist die Installation und Reparatur von Schalt- und Steueranlagen. In jeder Anlage der Energie- und Wasserversorgung gibt es Schaltungen, die unbedingt funktionieren müssen. An Gas-Pipelines werden mithilfe solcher Schaltungen z. B. Messungen durchgeführt, um Gaslecks zu erkennen.

Als Elektroniker:in für Betriebstechnik kannst du nicht nur Schaltungen einbauen und im Störungsfall reparieren. Deine Aufgabe ist es auch, ganz neue Schaltpläne am Computer zu entwerfen und Steuerungen zu programmieren, sodass die Schaltungen automatisch gesteuert und betrieben werden können.

Zu den typischen Tätigkeiten gehört auch das Verdrahten von Steuerungen. Dabei ist viel Konzentration gefragt, denn es will gut überlegt sein, wie man die unterschiedlichen Komponenten miteinander verbindet.

Ein weiteres Tätigkeitsfeld ist die Planung, Verlegung und Wartung von Stromnetzen. Dazu gehört z. B. der Ein- und Ausbau von Trafostationen und die Anbindung des Trafos an das Stromnetz. Auch wenn es an einer Trafostation zu einer Störung kommt, ist es der Elektroniker für Betriebstechnik, der sich auf Fehlersuche begibt und die Störung beheben kann.

Bei neuen Gebäuden montieren Elektroniker für Betriebstechnik Hausanschlusskästen und schließen diese im Haus und an die Hauptleitung im Stromnetz an. 

Aufgaben eines Elektronikers für Betriebstechnik auf einen Blick

Planung & Programmierung

Installation & Ausbau

Wartung & Reparatur

Der Beruf des Elektronikers für Betriebstechnik zeichnet sich durch hohes technisches Verständnis und handwerkliches Geschick aus. Du programmierst nicht nur Steuerungen und automatische Schaltungen, sondern wirst diese auch in den Anlagen und Systemen installieren und warten, wenn eine Störung auftritt. Da du vor allem mit Versorgungsanlagen der Energie- und Wasserwirtschaft arbeitest, ist präzise, schnelle und vor allem gewissenhafte Arbeit gefragt.

In diesem Beruf arbeitest du in der Regel im Team unter der Leitung eines Vorarbeiters oder Meisters. Daher ist es wichtig, dass du auch im Team gut arbeiten kannst.

Welche Voraussetzungen braucht man, um Elektroniker für Betriebstechnik zu werden?

Wenn du dich für Technik begeisterst, Spaß am Programmieren hast und auch handwerkliches Geschick mitbringst – dann ist die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik genau das Richtige für dich. Da du mit Anlagen der Energie- und Wasserversorgung arbeitest, erfordert die Ausbildung ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Genau so wichtig ist eine präzise Arbeit, wenn du Schaltpläne entwirfst oder Bauteile für Anlagen erstellst. Auch deine Teamfähigkeit ist in der Ausbildung gefragt: In der Regel arbeitest du immer im Team unter der Leitung eines Vorarbeiters oder Meisters.

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Bei den meisten Unternehmen in der Energie- und Wasserwirtschaft kannst du dich bereits mit einem Hauptschulabschluss bewerben. Von Seiten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) heißt es, dass die meisten Auszubildenden die mittlere Reife haben.

Hier findest du weitere Berufe mit Hauptschulabschluss und Berufe mit Realschulabschluss.

Die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik passt zu dir, wenn du:

Gehalt: Was verdient ein Elektroniker für Betriebstechnik?

Die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik gehört zu den gut bezahlten technischen Ausbildungsberufen. Grund ist die hohe Verantwortung in der Energieversorgung und die Fähigkeiten, die du mitbringen musst. Nach deiner Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt von bis zu 33.600 Euro rechnen. Das ist allerdings abhängig von Unternehmen und Bundesland.

Bei guter Leistung und weiteren Qualifikationen verdienst du je nach Unternehmen im Laufe deines Berufslebens bis zu 42.300 Euro.

Gehalt in der Ausbildung

In den meisten Unternehmen ist das Gehalt tariflich geregelt. Es gibt jedoch je nach Bundesland* Unterschiede in der Höhe des Gehalts:

Westdeutschland

1. Ausbildungsjahr: 947 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.031 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.120 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.215 Euro

Ostdeutschland

1. Ausbildungsjahr: 890 Euro
2. Ausbildungsjahr: 977 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.057 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.135 Euro

*Quelle: BIBB, Stand 2020

Das verdienst du in der Ausbildung in der Energie- und Wasserwirtschaft

In der Energie- und Wasserwirtschaft werden Auszubildende oftmals nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) vergütet. Dieser liegt Stand 2021/2022 bei:

bis 31. März 2021

1. Ausbildungsjahr: 1.043,26 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.093,20 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.139,02 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.202,59 Euro

ab 1. April 2022

1. Ausbildungsjahr: 1.068,26 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.118,20 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.164,02 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.227,59 Euro

Verdienst in der Ausbildung im Überblick

1. Ausbildungsjahr: 890 € – 1.068 €

2. Ausbildungsjahr: 977 € – 1.118 €

3. Ausbildungsjahr: 1.057 € – 1.164 €

4. Ausbildungsjahr: 1.135 € – 1.227 €

Gehalt nach der Ausbildung

Nach deiner bestandenen Ausbildung kannst du dich auf eine deutliche Gehaltserhöhung freuen. Das Einstiegsgehalt für Elektroniker für Betriebstechnik beträgt bis zu 33.600 Euro brutto im Jahr.  

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Das lernst du in der Ausbildung

Die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik ist eine duale Ausbildung. Das heißt, dass du neben deinen Praxisaufgaben in deinem Ausbildungsbetrieb auch theoretische Inhalte in der Berufsschule lernst. In einzelnen Fällen ist auch eine schulische Ausbildung möglich. Praxiserfahrungen sammelst du hier über Praktika in entsprechenden Unternehmen.

Während deiner Ausbildung wirst du bestens auf dein Einsatzgebiet in Energieverteilungsanlagen und -netzen ausgebildet. Darüber hinaus kannst du aber noch bis zu 3 Zusatzqualifikationen wählen:

  • Programmierung
  • IT-Sicherheit
  • Digitale Vernetzung

Zu den weiteren Aufgaben, die du während deiner Ausbildung lernst, gehören:

  • Betriebstechnik
  • Installations- und Energietechnik
  • Steuerungstechnik
  • System- und Gerätetechnik
  • Funktionsweise von elektrotechnischen Systemen
  • Analyse von Steuerungen
  • Installieren, Reparieren und Wartung von Anlagen der Energieversorgungstechnik
  • Lesen von Schaltplänen
  • Installieren und Einrichten von Maschinen
  • Steuerungs- und Verdrahtungstechnik, Motor- und Sensortechnik
  • Kleine Einblicke in Metallberuf, Grundlagen der Metallverarbeitung
  • Wie isoliert man Kabel und wie baut man sie zusammen
  • Grundlagen über elektrische Maschinen und Motoren
  • Installationsschaltungen verdrahten.
  • Kenntnisse in der Metallbearbeitung, der Elektroinstallation, dem Aufbau von Anlagensteuerungen und den Umgang mit Leitungen der Energie- und Fernmeldetechnik
  • wie Werkstoffe bearbeitet werden
  • wie Energie umgewandelt, transportiert und gesteuert wird
  • wie Gebäude- und Antriebstechnik eingesetzt werden
  • wie speicherprogrammierbare Steuerungen funktionieren
  • wie Energieverteilungsanlagen montiert werden
  • Dazu gehört auch das Wissen, wie Strom in unseren eigenen Kraftwerken erzeugt wird und dann über unser weitläufiges Stromnetz direkt zum Verbraucher kommt. 
  • Sensortechnik
  • Automatisierungstechnik von Betriebsanlagen
  • Arbeitsorganisation und Arbeitssicherheit
  • Kundenbetreuung

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildungszeit beträgt regulär 3,5 Jahre und ist dual aufgebaut, sodass du sowohl in deinem Ausbildungsbetrieb bist als auch in der Berufsschule. Wenn du hier gute Leistungen zeigst, kannst du deine Ausbildung auf 3 Jahre verkürzen.

Die Abschlussprüfung ist in 2 Teile gegliedert und erstreckt sich über die gesamte Ausbildung. Den ersten Teil der Abschlussprüfung machst du nach dem 2. Ausbildungsjahr. Der 2. Teil deiner Abschlussprüfung folgt dann am Ende deiner Ausbildung nach dem 3. Ausbildungsjahr oder nach dem 4. Ausbildungsjahr, wenn du deine Ausbildung nicht verkürzt hast.

Wo kann ich die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik machen?

Die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik kannst du z. B. in einem öffentlichen oder privaten Wasser- oder Energieversorgungsunternehmen machen. Dein Aufgabenfeld unterscheidet sich je nach Unternehmensgröße.

Ausbildungsplätze 2022 für Elektroniker für Betriebstechnik

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Diese Unternehmen bilden Elektroniker für Betriebstechnik aus

Weiterbildung und Aufstiegschancen nach der Ausbildung

Nach deiner Ausbildung kannst du dich in verschiedenen Richtungen weiterbilden. Entweder du entscheidest dich für den Weg des Technikers, du qualifizierst dich zum Meister weiter oder du gehst den Weg an eine Universität und studierst.

Qualifizierung zum Geprüften Netzmeister

Nach der bestandenen Ausbildung kannst du dich auch als Meister weiterqualifizieren. Zum Beispiel als Geprüfter Netzmeister. Hier können deine Aufgabenfelder Strom, Gas, Wasser und/oder Fernwärme abbilden. Du übernimmst mit dieser Aufstiegsfortbildung Fach- und Führungsaufgaben zur Sicherstellung der Versorgung. Du kannst hier außerdem deine Technikkompetenz und deine Fähigkeiten in der Arbeitsorganisation unter Beweis stellen. 

Auch hier besteht noch die Möglichkeit, dich weiterzubilden. Das kann entweder spezialisiert für Strom, Wasser, Gas erfolgen oder in allen drei Bereichen.

Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker

Eine weitere Aufstiegsmöglichkeit ist die berufsbegleitende Qualifizierung zum staatlich geprüften Techniker. Diese Bezeichnung bzw. Weiterbildung kann nur an einer Fachschule für Technik erlangt werden. Als staatlich geprüfter Techniker arbeitest du im gleichen Bereich wie nach deiner Ausbildung. Allerdings übernimmst du zusätzlich organisatorische und unternehmerische Aufgaben mit mehr Führungsverantwortung.

Wenn du dich berufsbegleitend zum staatlich geprüften Techniker weiterbilden möchtest, dauert dies 3 bis 4 Jahre. In der Vollzeit-Weiterbildung verkürzt sich das auf 2 Jahre.

Weiterbildung durch Studium

Als dritte Aufstiegsmöglichkeit kannst du nach deiner Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik auch ein Studium absolvieren. Wenn du über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügst, kannst du diese Bachelor-Studiengänge studieren:

  • Elektrotechnik
  • Ingenieurwesen – Mechatronik
  • Automatisierungstechnik
  • Elektrische Energietechnik / Physik

Möglichkeiten für Aufstieg und Spezialisierung nach der Ausbildung