Wer im Bewerbungsgespräch mit dem Zweckverband Landeswasserversorgung punkten möchte, der sollte vor allem eins sein: echt. Darüber haben wir mit Carina Binder, der stellvertretenden Personalleiterin eines der größten Fernwasserversorgungsunternehmen in Deutschland, gesprochen.
Wir schreiben unsere offenen Ausbildungsplätze jeweils im Spätsommer/Herbst, ungefähr ein Jahr vor dem Ausbildungsstart, aus und solange sie bei uns auf der Karriereseite zu finden sind, können sich Schulabgänger*innen bewerben. In der Regel sammeln wir eingehende Bewerbungen, treffen gemeinsam mit den Ausbilder*innen eine Vorauswahl und laden die Bewerber*innen zu einem Kennenlerngespräch ein.
Uns ist dabei ganz wichtig, dass wir das Gespräch so angenehm wie möglich gestalten, um diese sowieso schon stressige Situation zu vereinfachen. Wir wollen die Kandidat*innen nicht abprüfen, sondern kennenlernen. Im Nachgang erfolgt meist ein kleiner Einstellungstest, um die Grundkenntnisse, die für den jeweiligen Ausbildungsberuf relevant sind, abzufragen.
Natürlich möchten wir auch, dass die Bewerber*innen uns und den Arbeitsalltag besser kennenlernen. Deswegen bieten wir, sofern die Person vorher kein Praktikum bei uns gemacht hat, einen Hospitationstag in der gewünschten Abteilung an.
Wir legen Wert darauf, dass wir uns in der Bewerbungsphase gegenseitig gut kennenlernen können. Deshalb setzt sich der Prozess von der Bewerbung bis zum unterschriebenen Ausbildungsvertrag aus verschiedenen Bausteinen zusammen.
Carina Binder
stellvertretende Personalleiterin
Wir sind ein großes Unternehmen und gerade im technischen Bereich arbeiten die Mitarbeitenden immer im Team. Daher ist es wichtig, dass unsere Auszubildenden teamfähig und zuverlässig sind. Darüber hinaus kommen individuelle Eigenschaften hinzu, die zu den jeweiligen Berufsbildern passen. Für unsere technischen Berufe sind beispielsweise das Interesse an Naturwissenschaften und handwerkliches Geschick ausschlaggebend sowie generell Spaß am Schrauben und Interesse am Themengebiet. Berufsspezifische Fähigkeiten lernen die Jugendlichen dann in der Ausbildung, für uns zählt zunächst das Grundverständnis.
Warum sich Christoph für die Ausbildung zum Umwelttechnologen für Wasserversorgung entschieden hat und wie sein Alltag aussieht, erfährst du in seinem Erfahrungsbericht.
Auszubildende*r, Ausbildungsbetrieb und Berufsschule sind ein Dreiergespann, das miteinander im Einklang stehen und funktionieren sollte. Wenn also ein Auszubildender Schwierigkeiten mit einem Thema hat, ist es uns wichtig, dass das Vertrauensverhältnis zu den Ausbilder*innen so aufgebaut ist, dass er oder sie sich bemerkbar macht. Gemeinsam schauen sie dann auf das Thema und gucken, wie die Ausbilder*innen unterstützen können.
Es kommt tatsächlich öfter vor, dass Themen aus dem Labor eine Herausforderung sind, weil sie einfach sehr spezifisch sind. Dann haben wir unsere Spezialist*innen im Labor, die sich gern die Zeit nehmen und sich gemeinsam mit den Auszubildenden hinsetzen.
Wir versuchen, die Berufseinsteigenden so gut wie möglich zu unterstützen. Gleichzeitig liegt es auch in der Eigenverantwortung der Azubis, sich Grundkenntnisse zu erwerben und den Lernstoff zu erarbeiten bzw. nachzuarbeiten.
Gemeinsam mit dem Auszubildenden und der Berufsschule bilden wir ein Dreiergespann, das funktionieren muss und sollte. Ist das nicht der Fall, versuchen wir da zu unterstützen, wo es uns möglich ist.
Carina Binder
stellvertretende Personalleiterin
Da wir ein kommunales Unternehmen sind, gilt bei uns der Tarifvertrag. Im Fall unserer Auszubildenden ist das der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD).
TVAöD in der Energie- und Wasserwirtschaft ab 01.05.2026
Sie profitieren damit nicht nur von der Tarifsteigerung, sondern auch von der Übernahmegarantie für mindestens ein Jahr. Das hat natürlich auch für uns Vorteile. Wenn wir unsere Auszubildenden über drei oder mehr Jahre ausbilden und sie in die Arbeitsprozesse einbinden, dann geben wir sie ungern wieder her.
Durch das tarifliche Vergütungsmodell bekommen unsere Auszubildenden eine Art Weihnachtsgeld, d. h. 90 % der monatlichen Vergütung, die zum Jahresende ausbezahlt wird. Dazu erhalten unsere Auszubildenden eine Prämie von 400 Euro, wenn sie die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.
Generell erstatten wir alle nachweisbaren Kosten, die im Rahmen des Berufsschulunterrichts entstehen. Da ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung zum Umwelttechnologen die theoretischen und überbetrieblichen Ausbildungseinheiten in Stuttgart sind, übernehmen wir die Kosten für die An- und Abreise, für die Unterbringung im Wohnheim sowie für die Verpflegung dort.
So wie unsere ausgelernten Fachkräfte haben auch unsere Azubis Anspruch auf 30 Tage Urlaub. Ab dem Ausbildungsjahr 2026/2027 kommt sogar noch ein Urlaubstag hinzu.
Speziell für unsere neuen Azubis haben wir zu Beginn der Ausbildung eine Einführungswoche konzipiert, um den Übergang von der Schule in den Beruf zu vereinfachen. Über das Jahr bieten wir verschiedene Azubitage an, die mal einen thematischen Fokus haben und mal eher als Teambuildingmaßnahme genutzt werden. In den letzten Jahren waren wir zum Beispiel in einem Waldseilgarten oder sind Kanu gefahren.
Auch im Hinblick auf die Abschlussprüfung kommen wir unseren Azubis entgegen. Insgesamt kommen auf die regulären Urlaubstage noch einmal fünf Tage Lernurlaub zur Vorbereitung auf die Prüfung obendrauf. Am Tag der schriftlichen Abschlussprüfung haben die Azubis sowieso frei. Das Berichtsheft, das während der Ausbildung geführt werden muss, darf auch während der Arbeitszeit ausgefüllt werden.
Ganz einfach: Interesse. Interesse für die Ausbildung, Interesse am Unternehmen und bitte, bitte, liebe Bewerber*innen: Lasst uns dieses Interesse auch spüren! Das bedeutet, dass ich anrufe, wenn ich eine Rückfrage habe, auf E-Mails reagiere und einfach im Gespräch zeige, dass ich mich mit dem Betrieb im Vorfeld auseinandergesetzt habe. Wir bieten verschiedene Möglichkeiten, ganz unverbindlich in unsere Berufe hineinzuschnuppern, und die sollte man nutzen.
Ebenso wichtig ist uns Authentizität. Trau dich, dich so zu zeigen, wie du wirklich bist, wie du denkst, sprichst und handelst. Ich glaube, wenn man das im Hinterkopf behält, ist schon ganz viel gewonnen.