Klimaschutz und Energieinnovation gehen Hand in Hand – und genau hier setzt der neu strukturierte Bachelorstudiengang „Wasserstoff- und Verfahrenstechnik“ an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt an. Studierende erhalten fundiertes Wissen über die Planung, den Bau und den Betrieb moderner Wasserstoffanlagen, mit dem Ziel, CO₂-Emissionen deutlich zu senken. In sieben Semestern verbinden sie Grundlagen der Verfahrenstechnik mit praxisnaher Projektarbeit und legen so den Grundstein für eine nachhaltige Energiezukunft.
Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer sichtbarer. Umso wichtiger ist es deshalb, die Energiewende voranzutreiben und die gesamte Bandbreite der ressourcenschonenden Energieträger zu nutzen. Insbesondere grüner Wasserstoff, bei dem Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt wird, spielt dabei eine große Rolle.
Werden fossile Brenn- und Einsatzstoffe mithilfe von grünem Wasserstoff ersetzt, wird ein wichtiger Beitrag zur Dekarbonisierung der Gesellschaft geleistet. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, braucht es Ingenieur*innen, die sich in diesem Themengebiet auskennen.
Genau diese Fähigkeiten bringen die Absolvent*innen des Bachelorstudiengangs Wasserstoff- und Verfahrenstechnik der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) mit. Seit dem Wintersemester 2021/2022 wird der Studiengang unter dem Titel „Wasserstofftechnik“ an der THWS angeboten und nun zum kommenden Wintersemester 2025/2026 mit angepasster Struktur in „Wasserstoff- und Verfahrenstechnik“ umbenannt.
Eine Besonderheit des Studiengangs: Wasserstoff- und Verfahrenstechnik kann auch im dualen Studienmodell belegt werden. Für Studierende bietet sich so eine noch praxisorientiertere Ausbildung.
THWS Campus Ignaz Schön in Schweinfurt. Foto: Simone Friese
Wie in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen üblich, erlangen die Studierenden in den ersten Semestern zunächst ein grundständiges Wissen in Mathematik, Chemie, Mechanik, Elektrotechnik, Thermodynamik sowie Informatik. Aufbauend auf diesem Wissen verlagert sich der Schwerpunkt ab dem zweiten Studienjahr auf die thermische und chemische Verfahrenstechnik sowie die Wasserstoffwertschöpfungskette.
Die theoretischen Inhalte werden durch Laborpraktika und Experimente ergänzt, sodass die Studierenden von Anfang an praktische Erfahrungen sammeln und technische Konzepte anwenden können.
Am Studiengang Wasserstofftechnik hat mich überzeugt, dass man mit dem erworbenen Wissen zu der Gestaltung einer klimafreundlichen Zukunft beitragen kann.
Justus Geßner
4. Semester Wasserstofftechnik an der THWS
Ab dem dritten Semester können sich die Studierenden auf verfahrenstechnische Prozesse, Wasserstoffproduktion, -speicherung und -verteilung sowie Anlagenbau und -sicherheit spezialisieren und erhalten Einblick in die Herstellung, den Transport, die Speicherung und die Nutzung von Wasserstoff. Darüber hinaus wird ihnen vermittelt, wie die benötigten Prozesse, Anlagen und Behälter sicher und effizient ausgelegt und betrieben werden.
Studiengangsleiterin Prof. Dr.-Ing. Stephanie Renner erklärt: „Wir haben zuletzt die inhaltliche Zuordnung der Themen zu einzelnen Lehrmodulen neu aufgeteilt. Dabei haben wir Grundlagen, die bisher in verschiedenen wasserstofftechnischen Spezialvorlesungen vermittelt wurden, nun in Modulen mit verfahrenstechnischem Schwerpunkt gebündelt, wodurch die Vermittlung der Inhalte noch systematischer erfolgen kann. Da im Bereich der Wasserstoff- und Verfahrenstechnik viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit geleistet wird, werden die Inhalte unserer Lehrveranstaltungen laufend an diese Neuerungen angepasst werden.“
Im fünften Semester haben die Studierenden darüber hinaus die Gelegenheit, ein Auslandssemester zu absolvieren, um auf internationaler Ebene berufliche Praxis zu erwerben und sprachliche Fähigkeiten zu erweitern.
Wir haben den Studiengang neu strukturiert, um die verschiedenen Themen zu bündeln und die Inhalte systematischer zu vermitteln.
Prof. Dr.-Ing. Renner
Prodekanin der Fakultät Maschinenbau an der THWS
Das sechste Fachsemester ist als Praxissemester angedacht, um in einem Unternehmen weiter praktische Erfahrungen zu sammeln, beispielsweise in der Forschung, Produktion oder im Anlagenbetrieb.
Im letzten Semester erarbeiten die Studierenden im Rahmen ihrer Bachelorarbeit eine ingenieurwissenschaftliche Fragestellung, und im Anwendungsprojekt wickeln sie eine Projektaufgabe eigenständig ab. Unterstützung bekommen sie hierbei in der Zusammenarbeit mit einem Unternehmen und/oder durch die THWS selbst.
THWS Campus Ignaz Schön in Schweinfurt. Foto: Simone Friese
Prof. Dr.-Ing. Renner betont: „Neben dem Pflichtpraktikum in der Industrie im sechsten Semester gibt es mehrere Projekte, bei denen die Studierenden Werkzeuge des Projektmanagements und das Präsentieren von Projektergebnissen erlernen und zusammen mit den fachbezogenen Studieninhalten anwenden. Die Aufgabenstellungen in unserem Anwendungsprojekt kommen dabei direkt von Industriepartnern.“
Den Abschluss bildet die Bachelorarbeit, um sich noch einmal intensiv mit einem Thema der Wasserstoff- oder Verfahrenstechnik auseinanderzusetzen. Gleichzeitig dient die Arbeit auch als Referenz für den Berufseinstieg oder als Grundlage für ein weiterführendes Masterstudium.
An der THWS gefällt mir der direkte Kontakt mit den Professor*innen und die kleinen Gruppengrößen in den Vorlesungen. Außerdem ist die vielfältige Industrieerfahrung der Professor*innen praktisch, da dadurch die Praxisrelevanz der gelernten Theorie schnell klar wird.
Justus Geßner
4. Semester Wasserstofftechnik an der THWS
Absolvent*innen des Bachelorstudiengangs Wasserstoff- und Verfahrenstechnik bieten sich viele berufliche Möglichkeiten. Die Bandbreite reicht von der Forschung und Entwicklung im Bereich der Wasserstoff- und Verfahrenstechnik über Projekttätigkeiten in der Anlagenplanung und im Anlagenbau bis zum Anlagenbetrieb oder der Überwachung und Prüfung von Anlagen.
Ingenieur*innen mit diesem Bachelorabschluss in der Tasche können somit auf vielfältige Weise dazu beitragen, innovative Lösungen für eine klimafreundliche Energieversorgung zu schaffen. „Später möchte ich gerne in der Entwicklung und Planung von Wasserstoffanlagen arbeiten, die zur Dekarbonisierung beitragen“, erzählt Justus Geßner. Er studiert im vierten Semester Wasserstofftechnik an der THWS.
Short Facts
Abschluss: Bachelor of Engineering (B. Eng.)
Studienbeginn: zum Wintersemester
Regelstudienzeit: 7 Semester
Studienort: Schweinfurt, Campus Ignaz Schön
Voraussetzung: (Fach-)Abitur oder Berufsqualifikation
Zulassungsbeschränkung: zulassungsfrei
Bei Fragen zum Studiengang
Prof. Dr.-Ing. Stephanie Renner
stephanie.renner@thws.de
Allgemeine Studienberatung
studienberatung@thws.de