Bei seinem Ausbildungsbetrieb, der EW Energie GmbH, einer Tochtergesellschaft der Eichsfeldwerke, konnte Curtis Werner gleich doppelt überzeugen. Zunächst auf einer Ausbildungsmesse und schließlich bei einem Schulbesuch. Der Appell war klar: Bewirb dich! Genau das hat Curtis gemacht und absolviert nun die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei der EW Energie GmbH.
„An meinem Beruf ist mir wichtig, dass er sinnstiftend ist und ich am Ende des Tages sehe, was ich geleistet habe“, erklärt Curtis. Deswegen hat sich der 17-Jährige für die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei der EW Energie GmbH, entschieden. Während der Schule hat Curtis einige Praktika bei verschiedenen Elektrohandwerksbetrieben absolviert und gemerkt, dass ihm dieser Beruf gefällt.
Als regionales Versorgungsunternehmen waren ihm die Eichsfeldwerke ein Begriff, das erste „persönliche“ Kennenlernen folgte auf einer Ausbildungsmesse. Schon da hat Curtis einige Informationen zur Ausbildung gesammelt und Fragen gestellt. Schnell war ihm klar, dass er eine Bewerbung schreiben wird: „Mir hat das Gesamtpaket gefallen: wie mir der Beruf auf der Messe vermittelt wurde, wie die Abläufe bei den Eichsfeldwerken sind und was das Berufsfeld bietet. Mich hat besonders der Industriezweig interessiert, das hat schließlich auch den Ausschlag für die Fachrichtung Betriebstechnik gegeben.“
Dass die Begeisterung nicht nur einseitig war, bestätigt auch Personalleiter Martin Gastrock-Mey: „Wir haben Curtis kurz nach der Messe noch einmal bei einem Schulbesuch getroffen und ihn ermuntert, sich zu bewerben. Er hat bei uns so einen guten Eindruck hinterlassen, dass wir ihn unbedingt in einem Bewerbungsgespräch kennenlernen wollten.“
Wie kann ich Elektroniker*in für Betriebstechnik werden? Was verdient man in dem Beruf und wie sind die Karrieremörglichkeiten? Mehr dazu erfährst du im Berufe-Steckbrief zur Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik.
Die EW Energie ist technischer Dienstleister und verantwortet die Betriebsführung energietechnischer Anlagen und die Akquise und Errichtung neuer Versorgungseinheiten im Landkreis Eichsfeld und darüber hinaus – dementsprechend groß ist auch das Versorgungsgebiet. Das merkt auch Curtis ziemlich schnell, als er in den ersten Tagen der Ausbildung herumgeführt wird und die Anlagen besichtigt. „Das war am Anfang ganz schön überwältigend. Nach und nach habe ich aber den Durchblick bekommen“, verrät der 17-Jährige.
Hilfreich war vor allem die tägliche Arbeit im Betrieb: Jeden Morgen treffen sich Curtis und seine Kolleg*innen zur Teambesprechung. Im Rahmen der Besprechung verteilt der Fachbereichsleiter die Aufgaben für den Tag, die einzelnen Teams geben Updates zu laufenden Baustellen und leiten die Infos aus dem Bereitschaftsdienst weiter. Neben dem Fachbereichsleiter besteht das Team aus vier Gesellen und vier Auszubildenden, die aber nicht alle mit Curtis gleichzeitig angefangen haben, sondern sich auf drei Ausbildungsjahre verteilen.
Wir haben mit Personalleiter Martin Gastrock-Mey gesprochen. Er verrät, worauf sie bei der Eichsfeldwerke GmbH Wert legen und welche Eigenschaften besonders viel zählen. Das vollständige Interview gibt es hier.
Schon bei der Lagebesprechung zeigt sich, wie vielseitig die Aufgaben bei der EW Energie GmbH sind: „Wenn Schäden an internen Stromleitungen entstanden sind, sind wir genauso zuständig wie für die Betreuung von Heizstationen. Eine wichtige Aufgabe ist die Digitalisierung unserer Arbeitsprozesse. Wir verknüpfen die Anlagen mit unseren Tablets, damit wir alle Zwischenschritte in der Instandhaltung nachvollziehen und im Störungsfall schneller handeln können.“
Gerade am Anfang hat der Azubi seine Teammitglieder viel begleitet, um die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der EW Energie GmbH kennenzulernen. Zum Beispiel einen Kollegen, der gelernter Anlagenmechaniker SHK ist, und Curtis Einblicke in die Techniker- und Klempneraufgaben gegeben hat.
In der Regel ist Curtis ein Springer in den Monteur-Teams: Dort wo der Schuh drückt, unterstützt er. Genauso hat der Azubi aber die Möglichkeit, seine Vorstellungen einzubringen und zu signalisieren, wenn er Interesse hat, eine Baustelle oder einen bestimmten Auftrag mitzuübernehmen. Hierbei wird darauf geachtet, dass die vorgesehenen Ausbildungsinhalte abgedeckt und die Aufgaben entsprechend angepasst werden.
Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich. Das Team ist sehr durchmischt und so lerne ich nicht nur die Elektrotechnik kennen, sondern nehme auch Wissen aus der Anlagenmechanik mit.
Curtis Werner
Elektroniker für Betriebstechnik
Für den Unterricht in der Berufsschule pendelt der Azubi alle paar Monate nach Erfurt. Dort finden die Theorieeinheiten jeweils in Blöcken von zwei bis drei Wochen statt. Da diese Berufsschule die einzige ist, die Elektroniker für Betriebstechnik in Thüringen ausbildet, sind die Klassen dementsprechend groß. „Es gibt insgesamt vier Klassen mit jeweils rund 30 Schüler*innen“, verdeutlicht Curtis.
Bei der Klassengröße kann es manchmal ganz schön schwierig sein, dass alle in den Laborräumen einen eigenen Arbeitsplatz bekommen. Deswegen werden die Schüler*innen bei diesen Fächern in zwei Gruppen aufgeteilt.
Auf dem Stundenplan von Curtis stehen neben den typischen Schulfächern, wie Englisch, Deutsch und Sozialkunde, auch fachspezifische Fächer. Diese Fächer werden in insgesamt vier Lernfelder eingeteilt. Ein Lernfeld behandelt die Elektrotechnik, ein anderes Elektroinstallationen und ein drittes Steuerungstechnik. Mit den Ausbildungsjahren steigt der Anspruch innerhalb der Lernfelder. Eben vom Grundlagenwissen zum Expert*innenwissen.
Während der Ausbildung lernt Curtis unterschiedliche Arbeitsbereiche kennen. Foto: Eichsfeldwerke GmbH
Neben Berufsschule und der Arbeit im Betrieb finden regelmäßig überbetriebliche Lehrveranstaltungen im Ausbildungszentrum der Firma Dyckerhoff Zement statt. Die Auszubildenden lernen praxisnah, wie eine Steuerung programmiert, ein Schaltschrank aufgebaut und eine Anlage installiert wird.
Verschiedene Übungen, um die Azubis auf die Prüfungen vorzubereiten und den Theorieunterricht aus der Berufsschule zu ergänzen.
Mir gefällt besonders das Installieren der elektrischen Anlagen. Wenn man am Ende sieht, wie alle Funktionen ineinandergreifen, ist das schon ziemlich cool.
Curtis Werner
Elektroniker für Betriebstechnik
Mittlerweile ist Curtis im zweiten Ausbildungsjahr und kann ein erstes Fazit ziehen: „Mir gefällt die Arbeit an den Anlagen. Das ist nicht aus den Lehrbüchern gegriffen, sondern hat direkten Bezug zur Energieversorgung. Wenn ich an einer Anlage etwas montiere und es dann funktioniert, ist das schon ein tolles Gefühl. Dann ist man auch ein bisschen stolz auf sich selbst, weil man weiß, dass alles geklappt hat.“
Seine eigenen Erwartungen an die Ausbildung hat die Realität auf jeden Fall übertroffen. Für den 17-Jährigen war klar, dass die Arbeit anders ist als in einem handwerklichen Betrieb. Die vielen Facetten, die der Industriezweig beinhaltet, hat Curtis jedoch nicht in dem Ausmaß erwartet.
Ein Highlight für ihn: der Austausch der Heizkessel in den Heizhäusern. Die EW Energie ist nämlich auch für die Fernwärmeversorgung in der Kreisstadt Heiligenstadt zuständig. Curtis durfte den ganzen Prozess von der Verlegung der Kabel über die Montage der Kessel bis hin zur Programmierung der Anlage begleiten.
Ein Aspekt, der dem Auszubildenden zeigt, wie viel Wissen er aus dem Beruf mit ins Private nehmen kann: „Natürlich schaut man sich zu Hause die Elektroinstallation ganz genau an und macht manches selbst. Ich habe zum Glück ein paar Elektriker in der Familie, die noch einmal drüber schauen. Wenn die dann mit meiner Umsetzung zufrieden sind, bestätigt mich das in meiner Berufswahl.“
In diesem Beruf lernt man nicht nur für das Fachliche, sondern fürs Leben. Man ist eingebunden ins Geschehen und es ist einfach dieses Gefühl, was einem die handwerkliche Arbeit gibt. Man sieht am Ende des Tages, was man alles physisch und auch mit Köpfchen geleistet hat.
Curtis Werner
Elektroniker für Betriebstechnik
Wie es nach der Ausbildung weitergeht, ist so gut wie sicher: Wenn alles so läuft, wie geplant und Curtis die Ausbildung erfolgreich abschließt, wird er von den Eichsfeldwerken übernommen und kann bei der EW Energie als Monteur arbeiten. „Curtis macht seine Sache sehr gut und bei uns ist die Devise, dass wir für uns und nicht für den Markt ausbilden. Heißt: Schließen die Azubis ihre Ausbildung erfolgreich ab, haben sie sehr gute Übernahmechancen.“, ergänzt Personalleiter Martin Gastrock-Mey.