Trinkwasser aufbereiten, Abwasser reinigen, Infrastruktur planen. Im dualen Studium Wasserwirtschaft arbeitest du an zentralen Aufgaben der Daseinsvorsorge. Während du an der Hochschule die Grundlagen lernst, arbeitest du parallel in Unternehmen der Wasserver- und -entsorgung oder bei kommunalen Betrieben und Behörden. So bekommst du einen umfassenden Einblick in alle Bereiche rund um die Ressource Wasser – von der Trinkwasserversorgung über die Abwasserbehandlung bis hin zu Infrastruktur und Hochwasserschutz.
Das Wichtigste auf einen Blick
Im dualen Studium Wasserwirtschaft liegt der Fokus darauf, wie Anlagen geplant, gebaut und betrieben werden, die unser Wasser reinigen, verteilen und schützen. Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz spielen eine zentrale Rolle. Mit dem Abschluss qualifizierst du dich u. a. für Tätigkeiten in der Wasserver- und Entsorgung sowie in Ingenieurbüros.
3,5 – 4 Jahre
Mathe, Physik, Informatik
grundsätzlich NC-frei; teilweise Zugang mit beruflicher Qualifikation möglich
1.500 Euro
Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen überhaupt. Im dualen Studium Wasserwirtschaft dreht sich alles um den verantwortungsvollen Umgang und den Schutz dieser Ressource. Du verbindest theoretisches Wissen mit konkreten Anwendungen in der Wasserwirtschaft.
In den verschiedenen Modulen lernst du:
Auch wie technische, ökologische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte ineinandergreifen, ist ein Thema, mit dem du dich in deinem Studium auseinandersetzt
Übrigens: Der Studiengang kann je nach Hochschule anders heißen. Im Bereich Wasserwirtschaft begegnen dir zum Beispiel die Bezeichnungen „Bauingenieurwesen – Siedlungswasserwirtschaft dual (B. Eng.)“ an der FH Potsdam oder „Energie- & Wasserwirtschaft (B. Eng.)“ an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Der Grund dafür ist, dass duale Studiengänge nicht reglementiert sind.
Mit dem Abschluss kannst du in unterschiedlichen Bereichen der Wasserwirtschaft arbeiten. Durch die Kopplung von Theorie und Praxis hast du aktiv Fähigkeiten aufgebaut, um zur Bewältigung aktueller Herausforderungen in der Wasser- und Abwasserwirtschaft beizutragen. So bist du mit einem abgeschlossenen Studium in den Ingenieurwissenschaften eine gesuchte Fachkraft im Bereich der Versorgungswirtschaft. Zudem verfügst du als duale*r Student*in bereits nach dem Abschluss deines Studiums über erste Berufserfahrung.
Je nach Interesse kannst du im Wasserwerk, auf der Kläranlage oder in einer Leitstelle arbeiten. Das Studium qualifiziert dich für eine Tätigkeit bei der Stadt oder Kommune. Ebenso steht dir der Weg offen, deine Karriere in Umweltbehörden zu starten, zum Beispiel auf den Gebieten des Gewässer- und Hochwasserschutzes oder im Bereich Infrastruktur. Möglich ist auch, in einem Ingenieur- oder Planungsbüro zu arbeiten, denn du hast im Studium gelernt, Anlagen zu entwerfen, zu konstruieren und zu berechnen.
Weitere Berufsfelder findest du im Bereich Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement. Außerdem hast du die Möglichkeit, in Forschungseinrichtungen und Laboren tätig zu werden, denn mit der Analyse von Messdaten bist du vertraut.
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Das duale Studium Wasserwirtschaft dauert je nach Hochschule und Studienmodell sieben bis acht Semester, also etwa 3,5 bis 4 Jahre. Typisch für duale Studiengänge ist die Kombination von Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Unternehmen. Auch im Bereich Wasserwirtschaft wechseln sich daher akademische Lernphasen und Praxiseinsätze im Unternehmen ab.
Wasserwirtschaft kannst du praxisintegriert studieren. Das bedeutet, dass du durchgängig im Unternehmen angestellt bist und dort in regelmäßig eingeplanten Praxisphasen arbeitest.
Die genaue Aufteilung zwischen Theorie und Praxis variiert je nach Hochschule. Die Phasen sind inhaltlich aufeinander abgestimmt. Manche Modelle bieten Theorie- und Praxisphasen blockweise an, z. B. in Form eines Praxissemesters.
Deine Bachelorarbeit schreibst du überwiegend zu einem Thema, das eine konkrete Fragestellung aus der Praxis untersucht.
duale Ausbildung
Theorie und Praxis eng verzahnt
Studium an der Hochschule und Ausbildung im Betrieb
Praktika / Praxissemester im Unternehmen
Studiumsdauer
3,5 – 4 Jahre
Abschlussprüfung
Bachelorarbeit im letzten Semester – in der Regel im Unternehmen geschrieben und mit konkretem Praxisbezug
Das theoretische Studium teilt sich in zwei Phasen auf: das Grundlagenstudium und das Vertiefungsstudium. In den ersten Semestern, dem Grundlagenstudium, belegen alle Studierenden dieselben Kurse. Das Wissen vermitteln dir sowohl Professor*innen als auch Dozent*innen aus der Praxis in Vorlesungen und Seminaren. Es wird aber auch schon praktisch. So finden beispielsweise Übungen im Labor statt – perfekt, um Theorie direkt auszuprobieren.
Im Grundlagenstudium legst du das ingenieurwissenschaftliche Fundament. Du belegst Kurse in Mathematik, Physik, Chemie, Geologie, Hydromechanik und Informatik. Hinzu kommen rechtliche und wirtschaftliche Fächer.
Dieses Wissen bildet die Basis für alle späteren Module. Im weiteren Verlauf spezialisierst du dich. Trinkwassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung, Abwassersammlung, -ableitung und -behandlung sowie Regenwassermanagement sind jetzt deine Themen. Dazu kommen Rohr- und Kanalnetze, Wasserbau und Infrastruktursysteme. Ergänzend stehen Gewässerkunde und Gewässerschutz, Grundwasserbewirtschaftung, Ökologie und Nachhaltigkeit auf dem Programm.
Je nach Studiengang lernst du zusätzlich die Schnittstellen von Wasser‑ und Energiewirtschaft kennen. Hier befasst du dich unter anderem mit der Frage, wie sich der Energiebedarf bei der Trinkwasser- und Abwasseraufbereitung optimieren lässt.
Durch die enge Verzahnung mit Unternehmen und Praxispartnern und die fest eingeplanten Praxiszeiten kannst du dein theoretisches Wissen unmittelbar auf reale Aufgabenstellungen übertragen. So bereitet dich dein duales Studium gezielt auf anspruchsvolle technische Tätigkeiten in der Wasserwirtschaft vor.
Das Studium ist anspruchsvoll, da es Ingenieur‑, Natur‑ und Umweltwissenschaften verbindet: Aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, steigender Wasserbedarf und Ressourcenschutz werden mit ingenieurtechnischen Lösungen begegnet.
Solide Mathe‑ und Physikkenntnisse helfen. Gleichzeitig erleichtern dir Praxisphasen, Projekte und Laborübungen das Verstehen, da du die Theorie direkt an realen Fragestellungen aus Versorgung, Abwasser und Gewässermanagement anwendest.
Hier berichten (dual) Studierende von ihrem Studienalltag und den Aufgaben bei den Praxispartnern.
Der Zeitpunkt und die Dauer der praktischen Phasen sind abhängig davon, an welcher Hochschule du studierst. Theorie und Praxis sind in jedem Fall aufeinander abgestimmt.
Im praxisnahen Studiengang Energie & Wasserwirtschaft an der Hochschule Triesdorf ist ein vollständiges Praxissemester vorgesehen. In einem Zeitraum von 20 Wochen arbeitest an realen Projekten und lernst typische Aufgaben der Praxis kennen. Auch in den anderen Semestern arbeitest du viel praktisch, da die Lehre projektorientiert rund um die Themen Energie‑ & Wasserwirtschaft ausgerichtet ist.
Bist du in einen praxisintegrierten Studiengang eingeschrieben, sind Theorie- und Praxisphasen eng miteinander verzahnt. Du erhältst einen noch tieferen Einblick in die praktischen Aufgaben der Wasserwirtschaft. Die genauen Inhalte deiner Praxisphase werden vom Unternehmen bestimmt und variieren je nach Einsatzbereich, z. B. Trinkwasserversorgung, Abwassertechnik, Hochwasserschutz etc.
Kurz zusammengefasst
Mathe
Physik & Mechanik
Chemie
Informatik & CAD & GIS
Hydrogeologie
Geologie
Trinkwassergewinnung, -aufbereitung & -verteilung
Abwasserbehandlung und -technik
Kanal- und Rohrnetze
Gewässerschutz und Regenwassermanagement
Mess‑ und Regeltechnik
Ökologie
Wasserrecht
Inhalte sind vom Unternehmen abhängig, in dem du tätig ist. Schwerpunkte können auch an Hochschulen variieren.
Für das duale Studium Wasserwirtschaft brauchst du das Abitur oder die Fachhochschulreife, idealerweise mit guten Noten in Mathematik, Naturwissenschaften und technischen Fächern. An manchen Hochschulen kannst du dich ohne Hochschulabschluss einschreiben. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende berufliche Qualifikation.
Die Zugangsvoraussetzungen variieren je nach Hochschule. Manche dualen Studiengänge erfordern, dass du zuerst einen Bildungsvertrag mit einem Unternehmen abschließt. Wie das geht, erfährst du in unserem Ratgeber Bewerbung um eine Ausbildung. Erst danach kannst du dich für den dualen Studiengang einschreiben. Informiere dich deshalb frühzeitig bei der Hochschule und beim Unternehmen darüber, welche Voraussetzungen du genau erfüllen musst.
Das duale Studium Wasserwirtschaft passt zu dir, wenn du:
Ob und in welcher Höhe du während des dualen Studiums vergütet wirst, hängt von deinem Praxispartner ab. In der Regel bekommen dual Studierende ein Gehalt, dass an die Ausbildungsvergütung im Unternehmen angelehnt ist. Die genauen Konditionen kannst du am besten bei deinem Praxispartner anfragen.
Dein Gehalt während des dualen Studiums in der Wasserwirtschaft fällt je nach Modell unterschiedlich aus. Daher erkundige dich direkt bei deinem Unternehmen, welche Vergütung im Studium bzw. in den Praxisphasen vorgesehen ist. Da viele Unternehmen in der Wasserwirtschaft an einen Tarifvertrag gebunden sind, kannst du dich freuen: Deine Vergütung liegt dann bei ca. 1.500 Euro brutto im Monat. Die genaue Höhe hängt sowohl vom Unternehmen als auch vom Tarifvertrag ab.
Nach dem dualen Studium bist du als Ingenieur*in eine gefragte Fachkraft. Denn du hast durch das duale Studium bereits praktische Erfahrungen gesammelt. Die Höhe deines Einstiegsgehalts hängt – wie bei anderen Ingenieurberufen – von der Branche, dem Standort und dem Unternehmen und dessen Tarifbindung ab.
In der Wasserwirtschaft greifen häufig Tarifverträge des öffentlichen Dienstes oder der Versorgungswirtschaft, sodass du mit einem monatlichen Einstiegsgehalt von ca. 3.500 bis 4.200 € brutto rechnen kannst. Mit wachsender Berufserfahrung – etwa in Bereichen wie Gewässermanagement, Wasserbau, Abwassertechnik oder Betrieb von Anlagen – steigst du in höhere Entgeltgruppen auf.
Noch mehr Gehalt verdienst du, wenn du zunehmend mehr Verantwortung übernimmst – insbesondere, wenn du im Bereich Projektleitung und Anlagenbetrieb oder in einer Führungsposition arbeitest. Hier liegt dein Bruttogehalt dann bei über 5.000 Euro im Monat.
Gehalt auf einen Blick
Quelle: TVSöD, Destatis und www.meingehalt.net – Stand 2026. Durchschnittswerte.
Aus den Angaben lässt sich kein Rechtsanspruch ableiten!
Nach dem dualen Bachelorstudium Wasserwirtschaft stehen dir vielfältige Möglichkeiten zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung offen. Du kannst entweder direkt im Anschluss oder nach einigen Jahren Berufspraxis ein Masterstudium aufnehmen. Dabei kannst du dich zwischen einem berufsbegleitenden Studium oder einem Vollzeitstudium entscheiden.
Aufbauende Studiengänge sind z. B.:
Ein berufsbegleitendes Studium ist anspruchsvoll. Wie beim dualen Bachelorstudium arbeitest und studierst du gleichzeitig. Es hat aber auch einige Vorteile: Zum Beispiel bist du finanziell abgesichert, da du ein Gehalt bekommst. In manchen Fällen unterstützt dich dein Arbeitgeber und übernimmt anfallende Studiengebühren. Daher lohnt es sich, mit deinem Arbeitgeber über deine Optionen zu sprechen.
Neben dem finanziellen Aspekt ist ein weiterer Vorteil des berufsbegleitenden Studiums, dass du dein neu erlerntes Wissen gleich in der Praxis anwenden kannst.
Egal für welche Variante du dich entscheidest. Ein Masterabschluss eröffnet dir Zugang zu:
Wenn du eher eine praktisch orientierte Qualifikation möchtest, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen die Weiterbildung zum „staatlich geprüften Techniker“ absolvieren.