Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter

Schon als Kind hast du auf dem Spielplatz am liebsten mit dem Bagger gespielt? Dann ist möglicherweise die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter genau die Richtige für dich. In dieser 2-jährigen Ausbildung lernst du nicht nur, wie du Baustellen vorbereitest und Baugruben aushebst, sondern auch große Baustellengeräte und Maschinen bedienst.

Auf dieser Seite erfährst du, was das Besondere an der Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter ist, wie der Arbeitsalltag aussieht und wo du die Ausbildung machen kannst.

Foto: Sergiy1975 / iStockphoto.de

Was ist ein Tiefbaufacharbeiter?

Der Tiefbaufacharbeiter ist ein 2-jähriger Ausbildungsberuf, der im Bauwesen angeboten wird. Tiefbaufacharbeiter sind die Multifunktionstalente, wenn es um das Ausheben von Baugruben, Bedienen von Baustellenfahrzeugen und Erdbauarbeiten geht. Ob unter der Erde oder unter freiem Himmel – Tiefbaufacharbeiter sind im Bauwesen nicht wegzudenken.

Das erfährst du auf dieser Seite

Was macht ein Tiefbaufacharbeiter?

Tiefbaufacharbeiter sind wichtige Spezialisten, wenn es um unterirdische Rohrnetze geht. Um Wasser, Gas, Fernwärme in jedes Haus zu transportieren werden Rohrleitungen gebraucht. Natürlich müssen die auch erstmal gebaut, erneuert und saniert werden. Während der zweijährigen Ausbildungszeit lernt der Tiefbaufacharbeiter alles, um Rohrnetze instand zu halten und zu sanieren.

Ob steiniger oder sandiger Boden: Tiefbaufacharbeiter kennen sich mit den unterschiedlichen Bodentypen aus und setzen die richtigen Werkzeuge und Geräte ein. Durch sein Fachwissen ist auch der schwierigste Untergrund kein Hindernis. Ist die Arbeit in der Baugrube abgeschlossen und alle Rohre verlegt, verfüllt und verdichtet der Tiefbaufacharbeiter die Grube.

Die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter gibt es mit verschiedenen Schwerpunkten:

  • Rohrleitungsbau: Als Tiefbaufacharbeiter mit dem Schwerpunkt Rohrleitungsbau verlegst du Gas- und Wasserleitungen sowie Kabelschächte.
  • Brunnen- und Spezialtiefbau: Du installierst Wasserförderungsanlagen.
  • Kanalbau: Hier hebst du Kanäle aus und baust Einstiegsschächte.
  • Straßenbau: Als Tiefbaufacharbeiter im Straßenbau planierst und asphaltierst du Straßen.
  • Gleisbau: Mit dem Schwerpunkt Gleisbau verlegt der Tiefbaufacharbeiter Schienen.

Vom Tiefbaufacharbeiter zum Rohrleitungsbauer

Du möchtest dein Wissen aus der Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter vertiefen?

Dann spezialisiere dich im Aufbaujahr zum Rohrleitungsbauer.  Hier bist du verantwortlich für das verlegen und vernetzen von Rohrleitungen.

Aufgaben eines Tiefbaufacharbeiters auf einen Blick

Planen & Organisieren

Absichern & Vorbereiten

Bauen & Anschließen

Je nach Schwerpunkt:

Als Tiefbaufacharbeiter ist dein Arbeitsplatz die Baustelle. Du arbeitest sowohl unter der Erde auch als an der frischen Luft und sorgst dafür, dass auf der Baustelle alle Gerätschaften und Materialien vorhanden sind. Je nach Schwerpunkt des Betriebes übernimmst du unterschiedliche Aufgaben in der Bauphase.

Ob Schaufel oder große Maschinen: Auf der Baustelle kannst du dich auf verschiedenen Weisen einbringen. Worauf hast du Lust?

Der Beruf als Tiefbaufacharbeiter ist

teamorientiert

vielseitig

herausfordernd

Welche Voraussetzungen braucht man, um Tiefbaufacharbeiter zu werden?

Als Tiefbaufacharbeiter kommt es auf deine körperliche Stärke und deine Teamfähigkeit an. Du hebst und schiebst schwere Baustoffe und bist bei verschiedenen Witterungsbedingungen auf der Baustelle. Bei all dem bist du aber nicht allein, sondern immer mit deinen Kollegen zusammen. Jeder packt dort an, wo er seine Fähigkeiten einsetzen kann.

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Als Tiefbaufacharbeiter kommt es auf dein handwerkliches Geschick und deine körperliche Fitness an. Trotzdem solltest du mindestens einen Hauptschulabschluss haben.

Die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter passt zu dir, wenn du:

Gehalt: Wieviel verdient ein Tiefbaufacharbeiter?

In der zweijährigen Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter verdienst du im Durchschnitt über die gesamte Ausbildung hinweg ca. 1.030 Euro brutto im Monat.*

Je nach Betriebsgröße und Region kann das Gehalt auch mal höher oder niedriger ausfallen. Genau Informationen erhältst du von den jeweiligen Unternehmen.

*Quelle: BRTV-Baugewerbe, Stand: Januar 2022

Gehalt in der Ausbildung

Als Auszubildender zum Tiefbaufacharbeiter wirst du oftmals nach dem betrieblichen Geltungsbereich des Bundesrahmenvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) vergütet. 

Das verdienst du in der Ausbildung in der Energie- und Wasserwirtschaft

Ab April 2022 gilt eine neue tarifliche Vergütung. Wenn du in einem der östlichen Bundesländer deine Ausbildung machen möchtest, kannst du dich hier über eine höhere Vergütung freuen.

In Westdeutschland

1. Ausbildungsjahr: 920 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.230 Euro

In Ostdeutschland

1. Ausbildungsjahr: 855 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.060 Euro

Verdienst in der Ausbildung im Überblick

1. Ausbildungsjahr: 855 € – 920 €

2. Ausbildungsjahr: 1.060 € – 1.230 €

Gehalt nach der Ausbildung

Nach deiner Ausbildung kannst du dich über mehr Gehalt freuen. Angepasst an den gesetzlichen Mindestlohn liegt dein Einstiegsgehalt bei ca. 1.670 Euro brutto im Monat. Durch eine berufliche Spezialisierung oder andere Weiterbildungsmaßnahmen kannst du auch mit einem höheren Gehalt bis zu 30.000 Euro brutto im Jahr rechnen.

Die Informationen zur Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter gebündelt zum downloaden

Das lernst du in der Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter

Die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter dauert zwei Jahre und ist dual aufgebaut. In der Berufsschule lernst du, wie du Baustellen absicherst, Baustellen vorbereitest und Bauteile herstellst. Parallel dazu lernst du in deinem Ausbildungsbetrieb die Praxisinhalte.

Weitere Aufgaben, die du während deiner Ausbildung lernst:

  • Arbeits- und Ablaufpläne erstellen
  • Baustellen einrichten
  • Baustellenteile und -geräte prüfen und lagern
  • Messungen durchführen
  • Bauteile und Baukörper herstellen
  • Baugruben ausheben
  • wie Ver- und Entsorgungssystemen funktionieren
  • wie du nachhaltig und ressourcenschonend arbeitest

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter dauert zwei Jahre. Vor dem Ende des ersten Ausbildungsjahres erfolgt die Zwischenprüfung. Nach dem zweiten Ausbildungsjahr folgt die Abschlussprüfung.

Anschließend kannst du dich in einer Aufbauausbildung spezialisieren. Z.B. als Rohrleitungsbauer. So kannst du noch mehr Verantwortung übernehmen und lernst neue Fertigkeiten. Die Aufbauausbildung dauert ein Jahr.

Die Ausbildung ist dual aufgebaut. D. h., du verbringst einen Teil deiner Ausbildung in deinem Ausbildungsbetrieb, um die praktischen Fähigkeiten zu erlernen. Der andere Teil der Ausbildung findet in der Berufsschule statt.

Wo kann ich die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter machen?

Die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter kannst du in Baufirmen mit Spezialisierung auf Tiefbau oder in der Bauindustrie machen.

Ausbildungsplätze 2022 für Tiefbaufacharbeiter

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Diese Unternehmen bilden Tiefbaufacharbeiter aus

Weiterbildung und Aufstiegschancen nach der Ausbildung

Nach deiner Ausbildung stehen dir verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Du kannst an Weiterbildungen teilnehmen, deine Ausbildung um ein Jahr verlängern und dich spezialisieren, den Meistertitel erwerben oder studieren.

Aufbauausbildung

So kannst du dich mit einer einjährigen Ausbildung auf ein Gebiet spezialisieren:

Durch die Spezialisierung kannst du ein höheres Gehalt erwarten. Du trägst dann entsprechend deiner Aufbauausbildung einen spezialisierten Titel.

Qualifizierungslehrgänge

Eine weitere Option sind Qualifizierungslehrgänge. Mit diesen vertiefst du dein Wissen auf bestimmten Gebieten, z. B. im Rohrleitungsbau, im Arbeitsschutz oder in der Bohrmaschinenführung. Auf Baustellen nimmst du durch dein erworbenes Wissen eine leitende Position auf diesen Gebieten ein und verdienst auch mehr Geld.

Meister oder Techniker

Wenn du deine Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter mit der angeschlossenen Aufbauausbildung erfolgreich abgeschlossen und Berufserfahrung gesammelt hast, kannst du den Meistertitel erwerben oder dich zum Techniker weiterbilden. Je nach Spezialisierung in deiner Aufbauausbildung kannst du dich entweder zum Brunnenbaumeister, Straßenbaumeister oder Industriebaumeister im Gleisbau qualifizieren.

Als Techniker kannst du die Bautechnik wählen und dich auf Tiefbau oder Baubetrieb spezialisieren.

Weiterbildung durch Studium

Wenn du einen entsprechenden Schulabschluss und die Ausbildung in der Tasche hast, kannst du auch einen Studiengang im Ingenieurwesen oder Maschinenbau wählen. Dadurch stehen dir im Berufsleben noch einmal weitere Berufspositionen offen.

Möglichkeiten für Aufstieg und Spezialisierung nach der Ausbildung