Foto: Brunnenbau Lehr, Helmut & Lehr, Michael GbR

Brunnenbauer - Ausbildung und Beruf

Ein Großteil des Wassers, das wir jeden Tag verbrauchen, stammt aus der Erde tief unter uns: dem Grundwasser. Brunnenbauer fördern dieses kostbare Wasser zutage, sodass wir es zum trinken, kochen oder waschen verwenden können. Wer sich für moderne Technik und schwere Maschinen interessiert, wetterfest ist und mit anpacken kann, findet in der Ausbildung zum Brunnenbauer einen anspruchsvollen Beruf mit Zukunft.

Das erfährst du hier über den Beruf

Das Wichtigste auf einen Blick

Brunnenbauer:in

Ausbildungsdauer

3 Jahre

empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

wichtige Schulfächer

Mathe, Physik, Werken & Technik

Ø Ausbildungsgehalt

1.074 Euro

Was ist ein Brunnenbauer?

Brunnenbauer erschließen die wertvollen unterirdischen Wasservorräte, das Grundwasser. Sie bohren und sanieren Brunnen mit moderner Technik und ermöglichen so die Förderung dieser Ressource und deren Nutzung als Trinkwasser. Der Beruf gehört zu den Bauberufen und wird aktuell (Stand 2022) einer Neuordnung unterzogen, um an den technologischen Fortschritt und neue Anforderungen im Umwelt- und Verbraucherschutz angepasst zu werden.

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Brunnenbauer, ein Beruf mit Zukunft

Mehr als 70 % unseres Trinkwassers wird aus Grundwasser gewonnen. Angesichts von Klimawandel und Schadstoffeinträgen rückt die Kostbarkeit von Wasser zu Recht immer mehr in unseren Fokus. Brunnenbauer spielen eine entscheidende Rolle in dieser Zukunftsfrage und tragen dazu bei, unsere Lebensgrundlage zu schützen und zu sichern.

Welche Aufgaben hat ein Brunnenbauer?

Die Zeiten, in denen sich Brunnenbauer mit Spitzhacke und Schaufel auf der Suche nach Wasser in die Erde gruben, sind längst vorbei: Der heutige Brunnenbauer ist ein bestens ausgebildeter Spezialist, der mit der Bedienung leistungsstarker Bohrgeräte ebenso vertraut ist wie mit der geologischen Bestimmung des Untergrundes.

Brunnenbauer führen Bohrungen durch, um Grundwasser zu erschließen und nutzbar zu machen. Mithilfe geologischer Kenntnisse erkennen sie, wo sich Wasser-Reservoirs befinden und bohren anschließend mit modernsten Arbeitsgeräten die Brunnenschächte. Außerdem richten Brunnenbauer die Baustellen ein, verlegen Rohre und installieren Pumpen, damit das Wasser durch die Brunnen zutage gefördert werden kann.

Arbeiten mit Technik und Maschinen

Brunnenbauer arbeiten auf dem neusten Stand der Technik mit schweren und modernen Maschinen. Sie bedienen große Bohranlagen, Pumpen und Förderanlagen, verschrauben Rohre, bauen Gerüste auf und stellen Baumaterial her. Brunnenbauer können mit dieser Technik nicht nur umgehen, sondern im Zweifelsfall auch Wartungen und Reparaturen daran vornehmen.

Anlagenbau und Ressourcenschutz

Brunnenbohrungen werden auch für die Nutzung von Erdwärme als Heizenergie benötigt. Dafür sind auch Fähigkeiten im Anlagenbau gefragt. Brunnenbauer sind außerdem beim Schutz des Grundwassers vor Verschmutzungen oder dem Absichern von Fundamenten durch das vorübergehende Abpumpen von Grundwasser kompetente Fachkräfte.

Kurz für dich zusammengefasst

Deine Aufgaben als Brunnenbauer:in im Überblick

Planung & Vorbereitung

Bohr- & Bauarbeiten

Instandhaltung & Sanierung

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Brunnenbauer

Grundvoraussetzung für eine Ausbildung zum Brunnenbauer ist ein Schulabschluss, also mindestens der Hauptschulabschluss. Der Beruf macht dir außerdem nur Spaß, wenn du ein grundsätzliches Interesse an Technik und Maschinen hast. Für viele der Arbeiten, wie z. B. das Einrichten, Bedienen und Warten von Bohrwerkzeugen und -geräten, oder das Installieren von Wasserförderungs- und Wasseraufbereitungsanlagen, brauchst du auf jeden Fall handwerkliches Geschick.

Ebenso solltest du bereit sein, körperlich anstrengende Arbeiten zu erledigen und dabei gleichzeitig sorgfältig vorzugehen. Etwa beim exakten Herstellen von Bohrungen, ohne dass das Erdreich ins Rutschen gerät. Für die Arbeit in Brunnenschächten ist zudem eine gewisse Körperbeherrschung von Nöten.

Für das Verständnis der Wirkung von Kräften und Hebelarten sind Grundkenntnisse der Physik hilfreich. Ein sicheres Beherrschen der Grundrechenarten ist in der Ausbildung ebenfalls wichtig, z. B. um Baustoffbedarfsrechnungen durchzuführen. Außerdem sind angehende Brunnenbauer mit Kenntnissen im technischen Zeichnen beim Anfertigen von Skizzen und Zeichnungen im Vorteil. Dafür ist auch ein gewisses räumliches Denken erforderlich.

Kurz für dich zusammengefasst

Der Beruf passt zu dir, wenn du:

Gehalt in Ausbildung und Beruf: Das verdienen Brunnenbauer

Ein Brunnenbau-Geselle verdient durchschnittlich 35.976 Euro brutto im Jahr. Das Einstiegsgehalt liegt durchschnittlich bei etwa 32.500 Euro brutto. Mit zunehmender Berufserfahrung kann das Jahregsgehalt auf bis zu 36.200 Euro im Jahr steigen. Noch mehr verdienen Brunnenbaumeister: Das durchschnittliche Jahresgehalt mit Meisterausbildung liegt bei rund 47.000 Euro pro Jahr.

Quelle Gehälter: gehalt.de, 2022

Im Überblick

Gehalt und Verdienst in der Ausbildung und danach (brutto/Monat)

1. Ausbildungsjahr: 855 € – 920 €

2. Ausbildungsjahr: 1.060 € – 1.230 €

3. Ausbildungsjahr: 1.270 € – 1.495 €

Einstiegsgehalt: 2.569 € – 2.674 €

mit Berufserfahrung: 2.718 € – 2.920 €

Angaben können je nach Unternehmen und Standort abweichen

Gehalt in der Ausbildung

Die Ausbildungsvergütung für eine duale Ausbildung wird vom Ausbildungsbetrieb gezahlt und richtet sich bei tarifgebundenen Betrieben nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Vergütung kann nach Unternehmen und Standort schwanken.

Ausbildungsvergütung* im Überblick:

Westdeutschland

1. Lehrjahr: 920 Euro
2. Lehrjahr: 1.230 Euro
3. Lehrjahr: 1.495 Euro

Ostdeutschland

1. Lehrjahr: 855 Euro
2. Lehrjahr: 1.060 Euro
3. Lehrjahr: 1.270 Euro

*Quelle: SOKA Bau, Stand 2022

Das lernst du in der Ausbildung zum Brunnenbauer

In der Ausbildung lernst du alle nötigen Techniken und Fähigkeiten, um die Aufgaben des Brunnenbauers erfüllen zu können. Dazu gehört u. a.:

  • wie Bohrungen im Trocken- und Spülbohrverfahren durchgeführt werden
  • wie Brunnen für geophysikalische und optische Untersuchungsverfahren vorbereitet werden
  • wie Schachtbrunnen hergestellt werden
  • worauf bei der Auswahl und der Dosierung von Bohrspülzusatzmitteln und bei der Kontrolle während des Bohrens geachtet werden muss
  • wie man Bauteile aus Beton und Stahlbeton herstellt
  • wie man Baugeräte und -maschinen richtig führt
  • worauf beim Prüfen und Lagern von Baustoffen zu achten ist
  • wie Zeichnungen und Skizzen gelesen und angefertigt werden
  • wie Wasseraufbereitungsanlagen installiert und gewartet werden
  • wie Mängel und Ursachen für Leistungsrückgänge dokumentiert werden
  • wie Brunnensanierungsverfahren durchgeführt werden

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildung zum Brunnenbauer ist eine duale Berufsausbildung. Das bedeutet, dass du die Zeit jeweils zur Hälfte auf Baustellen bzw. im Betrieb sowie an der Berufsschule verbringst. In der Berufsschule lernst du alle wichtigen theoretischen Grundlagen. Die restliche Zeit verbringst du dann in deinem Ausbildungsbetrieb oder auf den Baustellen, wo die praktische Ausbildung stattfindet und du dein Wissen gleich tatkräftig einsetzen kannst.

Kurz für dich zusammengefasst

So ist die Ausbildung aufgebaut

duale Ausbildung

Ausbildungsbetrieb
und Berufsschule im Wechsel

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Abschlussprüfung

Gesellenprüfung am Ende der Ausbildung

Wo kann ich die Ausbildung zum Brunnenbauer machen?

Die Ausbildung zum Brunnenbauer wird von Bauunternehmen im Tiefbau und Spezialtiefbau ebenso angeboten wie von Unternehmen der Wasserversorgung.

Diese Unternehmen bilden Brunnenbauer aus

Weiterbildung und Aufstieg nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich zu spezialisieren oder weiter zu qualifizieren, um Führungspositionen zu übernehmen, etwa durch eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker. Als Vorarbeiter oder Polier übernimmst du z. B. in Zusammenarbeit mit der Bauleitung die organisatorische Abwicklung von Baustellen und die fachliche Führung von Kolonnen mit mehreren Mitarbeitern.

Ein Studium eröffnet weitere Berufs- und Karrierechancen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ein Studium möglich.

Kurz für dich zusammengefasst

Möglichkeiten für Aufstieg und Spezialisierung