Ausbildung zum Rohrleitungsbauer

Rohrleitungsbauer sind gefragte und gut ausgebildete Fachkräfte, die unsere Grundversorgung mit Gas, Wasser, Fernwärme und Strom sichern. Die Ausbildung ist überdurchschnittlich vergütet, bietet extrem gute Jobperspektiven und beste Aufstiegschancen, z. B. zum Meister.

Rohrleitungsbauer in der Baugrube
Foto: istockphoto.com/rdonar

Als Rohrleitungsbauer arbeitest Du mit den Lebensadern unserer Gesellschaft, in denen Trinkwasser, Gas, Fernwärme, Strom oder Daten transportiert werden. Wenn Du handwerklich und mit modernsten Maschinen arbeiten möchtest, Du gerne draußen bist und einen verantwortungsvollen Job im Team ausüben möchtest, dann lies unbedingt weiter. Denn hier erfährst Du alles über die Ausbildung und den Beruf des Rohrleitungsbauers: Aufgaben, Voraussetzungen, Verdienst, berufliche Perspektiven und Stellenangebote.

Das erfährst Du auf dieser Seite

Der Beruf des Rohrleitungsbauers ist

vielseitig

verantwortungsvoll

zukunftssicher

Was ist ein Rohrleitungsbauer?

Unter der Erde liegt ein weit verzweigtes und viele Kilometer langes Netz an Rohrleitungen. Diese Rohrleitungen sind das Fundament unserer Versorgungsinfrastruktur: Wasser zum Trinken und Duschen, Gas und Wärme zum Heizen und Strom für Licht und Smartphone werden durch sie hindurch transportiert. Aber auch die Leitungen für Telefon und Internet werden in diesen Rohren verlegt. Durch das unterirdische Rohrnetz werden also die wesentlichen Dinge in unsere Häuser, Wohnungen und Büros transportiert, die wir für das tägliche Leben brauchen.

Als Rohrleitungsbauer bist Du für den Bau und die Verlegung dieser Rohre verantwortlich. Der Beruf ist sehr krisensicher, denn kannst Du Dir vorstellen, dass wir einmal ohne Wasser oder Wärme auskommen werden? Wir auch nicht, und deshalb gehört der Rohrleitungsbauer definitiv zu den Berufen mit Zukunft.

3 Fragen zum Rohrleitungsbauer an einen, der es wissen muss

Mario Jahn ist Geschäftsführer der rbv GmbH, einer Bildungsgesellschaft des Rohrleitungsbauverbandes e. V.

Die sogenannte Stufenausbildung dauert in der Regel drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung. Die erste Stufe dauert zwei Jahre und dient der beruflichen Grund- und Fachausbildung. Sie schließt mit einer Zwischenprüfung ab. Mit der bestandenen Zwischenprüfung erlangen die Azubis gleichzeitig ihren Abschluss als Tiefbaufacharbeiter. Das ist bereits ein vollwertiger Berufsabschluss. In der zweiten Stufe, einem weiteren Azubi-Jahr, wird dann die Spezialisierung zum Rohrleitungsbauer vollzogen.

Die Ausbildung am Bau findet in der Berufsschule und im Betrieb statt. Damit die Auszubildenden alles lernen, was für den Beruf wichtig ist, verbringen sie einen Teil ihrer Ausbildung in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum. Dort werden sie mit anderen Azubis in der Praxis ausgebildet und auf die Abschlussprüfung vorbereitet.

Kurz und knapp: unglaublich gute Chancen und das sogar auf mittel- und langfristige Sicht! Denn die Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte, um in der Erneuerung, dem Ausbau und der Rehabilitation der Leitungsnetz-Infrastruktur hinterherzukommen.

Hier hat es sehr viel Veränderungen gegeben, die den Beruf im Umgang mit vielseitiger Technik richtig attraktiv machen. Die Digitalisierung in Verbindung mit handwerklichen Fähigkeiten läuft hier sehr eng ineinander. Von modernen grabenlosen Bauweisen wie Spülbohrungen und Apps zum Vermessen von Leitungssystemen. Natürlich dürfen auch entsprechende Bauschienen nicht fehlen, die zum Standard zählen.

Weil der Beruf immer vielseitiger und moderner wird, haben wir seitens des rbv eine Umbenennung der Berufsbezeichnung angestrebt, die viel besser zu der Arbeit passt. Denn schon lange sind die Leitungsbaufirmen auch mit Fernwärmeleitungen, Stromkabeln und Glasfaserverlegung beschäftigt. Vermutlich wird der Beruf des Rohleitungsbauers in zwei bis drei Jahren „Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik“ heißen. Das wird den wichtigen Aufgaben in unserem Versorgungsnetz viel besser gerecht.

Stellenangebote und Ausbildungsplätze im Rohrleitungsbau

Hier findest Du Stellenanzeigen und freie Ausbildungsplätze für Rohrleitungsbauer bei Bauunternehmen, Ingenieurbüros, Stadtwerken und Versorgungsunternehmen!

Aufgaben: Was macht ein Rohrleitungsbauer?

Rohrleitungsbauer sind für den Bau, die Reparatur und die Wartung von Rohrleitungen zuständig. Das können Rohre von wenigen Metern Länge bis hin zu mehreren Kilometer lange Rohrleitungen sein. In manchen Bereichen, z. B. im Pipelinebau, haben die Rohre auch mal einen Durchmesser von 2 Metern!

Aufgabenfelder eines Rohrleitungsbauers

Planung & Dokumentation

Montage & Herstellung

Bau & Betrieb

Auch die Größe der Baustellen variiert, vom Hausanschluss, den man innerhalb eines Tages baut, bis hin zur Großbaustelle, wenn ganze Straßen oder mehrere Hundert Haushalte mit Gas, Wasser oder Strom versorgt werden. Das Schöne ist in jedem Fall, dass Du am Ende des Tages immer siehst, was Du gemacht hast und stolz darauf sein kannst.

Für viele der Arbeiten ist äußerste Präzision und gutes Augenmaß nötig, wenn Du z. B. zwei Rohrteile absolut lückenlos miteinander verschweißt oder Wartungsarbeiten an in Betrieb befindlichen Gasleitungen vornimmst. Wichtige Arbeitsgeräte für den Rohrleitungsbauer sind das Schweißgerät, aber auch das Bedienen von Radlagern und Baggern gehört zu den wesentlichen Aufgaben. Die brauchst Du z. B. für das Ausheben von Rohrgräben.

Unternehmen, in denen Rohrleitungsbauer arbeiten

Rohrleitungsbauer werden häufig bei Stadtwerken oder Wasser- und Energie-Versorgungsunternehmen gesucht. Typische Arbeitgeber sind auch Tiefbauunternehmen, Rohrleitungsbaufirmen oder Ingenieurbüros, die Rohrleitungen z. B. im Auftrag für ein Versorgungsunternehmen verlegen. Viele dieser Unternehmen bilden auch selbst aus.

Diese Unternehmen bieten Ausbildungsplätze für Rohrleitungsbauer

Welche Voraussetzungen braucht man, um Rohrleitungsbauer zu werden?

Grundvoraussetzung für die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer ist ein Schulabschluss, also mindestens der Hauptschulabschluss. Der Beruf macht Dir außerdem nur Spaß, wenn Du ein grundsätzliches Interesse an Technik und Maschinen hast.

Für viele der Arbeiten, wie z. B. eine Rohrsanierung oder für Wartungs- und Reparaturmaßnahmen, brauchst Du auf jeden Fall handwerkliches Geschick. Eine gute Beobachtungsgabe ist wichtig, um beispielsweise Korrosionsschäden an einer Leitung zu erkennen.

Für andere Aufgaben, z. B. das Berechnen von Leitungsdrücken, ist Grundwissen in Mathematik sehr hilfreich. Weil Du es mit dem Lebensmittel Wasser und auch mal mit Gas zu tun hast, solltest Du außerdem immer aufmerksam, ruhig und konzentriert arbeiten. Das gilt auch beim Schweißen, einer häufigen Tätigkeit des Rohrleitungsbauers.

Die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer passt zu Dir, wenn Du:

Das lernst Du in der Ausbildung

Die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer dauert drei Jahre und gliedert sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil. Die praktische Ausbildung findet dabei immer auf Baustellen vor Ort und in überbetrieblichen Ausbildungsstätten statt. Für die theoretische Ausbildung besuchst Du die Berufsschule.

In der Ausbildung lernst Du alle nötigen Techniken und Fähigkeiten, um die Aufgaben des Rohrleitungsbauers erfüllen zu können. Dazu gehört u. a.:

  • welche Leitungsarten, Rohrdimensionen und Rohrwerkstoffe es gibt und deren Einsatzgebiete,
  • wie man Rohre isoliert und verschweißt,
  • wie man Baustellen einrichtet und absichert,
  • der Einbau von Formteilen wie Schiebern, Hydranten, Be- und Entlüftern,
  • welche verschiedenen Bodenarten es gibt,
  • der Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Maschinen, wie z. B. Baggern, Bohrmaschinen und Radlagern.
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Gehalt: Was verdient ein Rohrleitungsbauer?

Gehalt in der Ausbildung

Die Ausbildung als Rohrleitungsbauer zählt zu den am besten vergüteten Ausbildungen, v. a. im zweiten und dritten Lehrjahr. Die Höhe des Gehalts schwankt jedoch je nach Unternehmen und Bundesland.

Das durchschnittliche Monatsgehalt für Rohrleitungsbauer in der Ausbildung* liegt bei:

Tarifgebiet West

1. Ausbildungsjahr: 890 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.230 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.495 Euro

Tarifgebiet Ost

1. Ausbildungsjahr: 805 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.000 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.210 Euro

*Quelle: SOKA-BAU, Stand 2021

Bei Stadtwerken und Versorgungsunternehmen wird die Ausbildung häufig nach Tarifvertrag vergütet. Das Monatsgehalt für Auszubildende im Öffentlichen Dienst nach TVAöD liegt beispielsweise bei:

1. Ausbildungsjahr: 1.043,26 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.093,20 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.139,02 Euro

Gehalt nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung liegt ein durchschnittliches Jahresgehalt bei etwa 37.000 Euro brutto. Deine Verdienstmöglichkeiten kannst Du durch verschiedene Weiterbildungen nach der Ausbildung weiter steigern.

Weiterbildung und Aufstiegschancen nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung hast Du verschiedene Möglichkeiten, Dich zu spezialisieren oder weiter zu qualifizieren, um Führungspositionen zu übernehmen. Als Vorarbeiter oder Polier übernimmst Du z. B. in Zusammenarbeit mit der Bauleitung die organisatorische Abwicklung von Baustellen und die fachliche Führung von Kolonnen mit mehreren Mitarbeiter.

Noch mehr Möglichkeiten bietet Dir die Weiterbildung zum Rohrnetzmeister. Als Meister übernimmst Du die Gesamtverantwortung für Maßnahmen in Rohrleitungsnetzen und achtest dabei darauf, dass wirtschaftliche und technische Vorgaben eingehalten werden. Und wenn Dir das immer noch nicht reicht, kannst du nach dem Meister noch ein Bauingenieurstudium beginnen.

Möglichkeiten für Aufstieg und Spezialisierung nach der Ausbildung