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Rohrleitungsbauer - Ausbildung und Beruf

Rohrleitungsbauer:innen sind gefragte und gut ausgebildete Fachkräfte, die unsere Grundversorgung mit Gas, Wasser, Fernwärme und Strom sichern. Die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer ist überdurchschnittlich vergütet, bietet extrem gute Jobperspektiven und beste Aufstiegschancen, z. B. zum Meister.

Das erfährst du hier über den Beruf

Das Wichtigste auf einen Blick

Rohrleitungsbauer:in

Ausbildungsdauer

3 Jahre

empfohlener Schulabschluss

mindestens Hauptschulabschluss

wichtige Schulfächer

Mathe, Physik

Ø Ausbildungsgehalt

1.172 Euro

Berufsbild Rohrleitungsbauer

Der Rohrleitungsbauer ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Bauwesen und im Handwerk. Rohrleitungsbauer:innen bauen und verlegen Rohre, in denen Trinkwasser, Gas, Fernwärme, Strom oder Daten transportiert werden. Manchmal wird der Rohrleitungsbauer auch als Rohrleger bezeichnet. Der Beruf ist sehr krisensicher, denn kannst du dir vorstellen, dass wir einmal ohne Wasser oder Wärme auskommen werden? Wir auch nicht, und deshalb gehört der Rohrleitungsbauer definitiv zu den Berufen mit Zukunft.

Factsheet zum Beruf downloaden

Die Informationen über die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer kurz und übersichtlich zusammengefasst hier kostenlos downloaden.

Aufgaben: Was macht ein Rohrleitungsbauer?

Rohrleitungsbauer:innen sind für den Bau, die Reparatur und die Wartung von Rohrleitungen zuständig. Das können Rohre von wenigen Metern Länge bis hin zu mehreren Kilometer lange Rohrleitungen sein. In manchen Bereichen, z. B. im Pipelinebau, haben die Rohre auch mal einen Durchmesser von 2 Metern!

Unterwegs auf großen und kleinen Baustellen

Auch die Größe der Baustellen variiert, vom Hausanschluss, den man innerhalb eines Tages baut, bis hin zur Großbaustelle, wenn ganze Straßen oder mehrere Hundert Haushalte mit Gas, Wasser oder Strom versorgt werden. Das Schöne ist in jedem Fall, dass du am Ende des Tages immer siehst, was du gemacht hast und stolz darauf sein kannst.

Schweißen und Baggern

Für viele der Arbeiten ist äußerste Präzision und gutes Augenmaß nötig, wenn du z. B. zwei Rohrteile absolut lückenlos miteinander verschweißt oder Wartungsarbeiten an in Betrieb befindlichen Gasleitungen vornimmst. Wichtige Arbeitsgeräte für den Rohrleitungsbauer sind Schweißgerät, Schippe und Spaten. Aber auch das Bedienen von Radlagern und Baggern gehört zu den wesentlichen Aufgaben. Die brauchst du z. B. für das Ausheben von Rohrgräben.

Kurz für dich zusammengefasst

Deine Aufgaben als Rohrleitungsbauer:in im Überblick

Planung  & Dokumentation

Montage & Herstellung

Bau & Betrieb

Ein Tag als Rohrleitungsbauer

Der Youtuber Tomatolix hat einen Tag lang einen Rohrleitungsbauer bei der Arbeit begleitet.

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Voraussetzungen für die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer

Wenn du Rohrleitungsbauer:in werden möchtest, solltest du auf jeden Fall Interesse an Technik und Maschinen haben.

Für viele der Arbeiten, wie z. B. eine Rohrsanierung oder für Wartungs- und Reparaturmaßnahmen, brauchst du auf jeden Fall handwerkliches Geschick. Eine gute Beobachtungsgabe ist wichtig, um beispielsweise Korrosionsschäden an einer Leitung zu erkennen.

Für andere Aufgaben, z. B. das Berechnen von Leitungsdrücken, ist Grundwissen in Mathematik sehr hilfreich. Weil du es mit dem Lebensmittel Wasser und auch mal mit Gas zu tun hast, solltest du außerdem immer aufmerksam, ruhig und konzentriert arbeiten. Das gilt auch beim Schweißen, einer häufigen Tätigkeit des Rohrleitungsbauers.

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer?

Grundvoraussetzung für die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer ist mindestens der Hauptschulabschluss. Viele Azubis haben aber auch einen Realschulabschluss.

Ausführliche Informationen zu Ausbildungen nach Schulabschluss findest du übrigens hier:

Kurz für dich zusammengefasst

Der Beruf passt zu dir, wenn du

Gehalt: Was verdient ein Rohrleitungsbauer?

Im Durchschnitt verdient ein Rohrleitungsbauer zwischen 2.600 Euro und 3.500 Euro brutto monatlich. Das Jahresgehalt eines Rohrleitungsbauers liegt bei durchschnittlich 37.000 Euro brutto.

Deine Verdienstmöglichkeiten steigen mit zunehmender Berufserfahrung. Auch durch verschiedene Weiterbildungen nach der Ausbildung kann das Gehalt weiter steigen.

Quelle Gehälter: gehalt.de, Stand 2022

Gehalt in der Ausbildung

Die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer gehört zu den bestvergüteten Ausbildungen überhaupt. Sowohl in den Top 10 der gut bezahlten Berufe mit Realschulabschluss als auch in den Top 6 der gut bezahlten Berufe mit Hauptschulabschluss belegt das Azubi-Gehalt des Rohrleitungsbauers den 1. Platz. Die Höhe des Gehalts schwankt jedoch je nach Unternehmen und Bundesland.

Ausbildungsvergütung im Überblick:

Tarifgebiet West

1. Lehrjahr: 890 Euro
2. Lehrjahr: 1.230 Euro
3. Lehrjahr: 1.495 Euro

Tarifgebiet Ost

1. Lehrjahr: 805 Euro
2. Lehrjahr: 1.000 Euro
3. Lehrjahr: 1.210 Euro

*Quelle: SOKA-BAU, Stand 2021

TVAöD** in der Energie- und Wasserwirtschaft

1. Lehrjahr: 1.068,26 Euro
2. Lehrjahr: 1.118,20 Euro
3. Lehrjahr: 1.164,02 Euro

**Stand 2022

Gehalt auf einen Blick

Gehalt und Verdienst in der Ausbildung und danach (brutto/Monat)

1. Lehrjahr
805 € – 1.068 €
2. Lehrjahr
1.000 € – 1.230 €
3. Lehrjahr
1.210 € – 1.495 €
Einstiegsgehalt
2.792 € – 2.828 €
mit Berufserfahrung:
2.895 € – 3.579 €
im Öffentlichen Dienst nach TV-V
2.878 € – 3.496 €

Quellen: BIBB 2021, TVAöD, TV-V, gehalt.de – Stand 2022. Durchschnittswerte.
Aus den Angaben lässt sich kein Rechtsanspruch ableiten!

Lohnt sich das?

Max Maier arbeitet als Vorarbeiter im Rohrleitungsbau.

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Ausbildungsplätze für Rohrleitungsbauer

Alles über die Ausbildung: Inhalte, Aufbau und Dauer

Das lernst du in der Ausbildung zum Rohrleitungsbauer

In der Ausbildung lernst du alle nötigen Techniken und Fähigkeiten, um die Aufgaben des Rohrleitungsbauers erfüllen zu können. Dazu gehört u. a.:

  • welche Leitungsarten, Rohrdimensionen und Rohrwerkstoffe es gibt und deren Einsatzgebiete,
  • wie man Rohre isoliert und verschweißt,
  • wie man Baustellen einrichtet und absichert,
  • der Einbau von Formteilen wie Schiebern, Hydranten, Be- und Entlüftern,
  • welche verschiedenen Bodenarten es gibt,
  • der Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Maschinen, wie z. B. Baggern, Bohrmaschinen und Radlagern.

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer dauert drei Jahre und gliedert sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil. Die praktische Ausbildung findet dabei immer auf Baustellen vor Ort und in überbetrieblichen Ausbildungsstätten statt. Für die theoretische Ausbildung besuchst du die Berufsschule.

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, erst die zweijährige Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter zu machen. Nach Bestehen der Tiefbaufacharbeiterprüfung kann man dann noch ein drittes Lehrjahr zum Rohrleitungsbauer anhängen.

Kurz für dich zusammengefasst

So ist die Ausbildung aufgebaut

duale Ausbildung

praktische Ausbildung im Betrieb und in überbetrieblichen Ausbildungsstätten, Theorie in der Berufsschule

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Abschlussprüfung

Gesellenprüfung nach 3 Jahren

Ausbildungsplätze: Wo kann ich die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer machen?

Typische Arbeitgeber für Rohrleitungsbauer:innen sind Tiefbauunternehmen, Rohrleitungsbaufirmen oder Ingenieurbüros, die Rohrleitungen z. B. im Auftrag für ein Versorgungsunternehmen verlegen. Rohrleitungsbauer:innen werden aber auch von Stadtwerken oder Wasser- und Energie-Versorgungsunternehmen gesucht. Viele dieser Unternehmen bilden auch selbst aus. Hier gehts zu den Stellenanzeigen und Ausbildungsplätzen für Rohrleitungsbauer.

Diese Unternehmen bilden Rohrleitungsbauer:innen aus

3 Fragen zum Rohrleitungsbauer an einen, der es wissen muss

Mario Jahn ist Geschäftsführer der rbv GmbH, einer Bildungsgesellschaft des Rohrleitungsbauverbandes e. V.

Die sogenannte Stufenausbildung dauert in der Regel drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung. Die erste Stufe dauert zwei Jahre und dient der beruflichen Grund- und Fachausbildung. Sie schließt mit einer Zwischenprüfung ab. Mit der bestandenen Zwischenprüfung erlangen die Azubis gleichzeitig ihren Abschluss als Tiefbaufacharbeiter. Das ist bereits ein vollwertiger Berufsabschluss. In der zweiten Stufe, einem weiteren Azubi-Jahr, wird dann die Spezialisierung zum Rohrleitungsbauer vollzogen.

Die Ausbildung am Bau findet in der Berufsschule und im Betrieb statt. Damit die Auszubildenden alles lernen, was für den Beruf wichtig ist, verbringen sie einen Teil ihrer Ausbildung in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum. Dort werden sie mit anderen Azubis in der Praxis ausgebildet und auf die Abschlussprüfung vorbereitet.

Kurz und knapp: unglaublich gute Chancen und das sogar auf mittel- und langfristige Sicht! Denn die Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte, um in der Erneuerung, dem Ausbau und der Rehabilitation der Leitungsnetz-Infrastruktur hinterherzukommen.

Hier hat es sehr viel Veränderungen gegeben, die den Beruf im Umgang mit vielseitiger Technik richtig attraktiv machen. Die Digitalisierung in Verbindung mit handwerklichen Fähigkeiten läuft hier sehr eng ineinander. Von modernen grabenlosen Bauweisen wie Spülbohrungen und Apps zum Vermessen von Leitungssystemen. Natürlich dürfen auch entsprechende Bauschienen nicht fehlen, die zum Standard zählen.

Weil der Beruf immer vielseitiger und moderner wird, haben wir seitens des rbv eine Umbenennung der Berufsbezeichnung angestrebt, die viel besser zu der Arbeit passt. Denn schon lange sind die Leitungsbaufirmen auch mit Fernwärmeleitungen, Stromkabeln und Glasfaserverlegung beschäftigt. Vermutlich wird der Beruf des Rohleitungsbauers in zwei bis drei Jahren „Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik“ heißen. Das wird den wichtigen Aufgaben in unserem Versorgungsnetz viel besser gerecht.

Weiterbildung und Aufstieg nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung hast du verschiedene Möglichkeiten, dich zu spezialisieren oder weiter zu qualifizieren, um Führungspositionen zu übernehmen. Als Vorarbeiter oder Polier übernimmst du z. B. in Zusammenarbeit mit der Bauleitung die organisatorische Abwicklung von Baustellen und die fachliche Führung von Kolonnen mit mehreren Mitarbeiter.

Noch mehr Möglichkeiten bietet dir die Weiterbildung zum Rohrnetzmeister. Als Meister übernimmst du die Gesamtverantwortung für Maßnahmen in Rohrleitungsnetzen und achtest dabei darauf, dass wirtschaftliche und technische Vorgaben eingehalten werden. Wenn dir das immer noch nicht reicht, kannst du nach dem Meister ein Bauingenieurstudium beginnen.