Ausbildung zum Rohrleitungsbauer

Rohrleitungsbauer sind gefragte und gut ausgebildete Fachkräfte, die unsere Grundversorgung mit Gas, Wasser, Fernwärme und Strom sichern. Die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer ist überdurchschnittlich vergütet, bietet extrem gute Jobperspektiven und beste Aufstiegschancen, z. B. zum Meister.

Rohrleitungsbauer in der Baugrube
Foto: istockphoto.com/rdonar

Was ist ein Rohrleitungsbauer?

Der Rohrleitungsbauer ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf in der Industrie und im Handwerk. Rohrleitungsbauer bauen und verlegen Rohre, in denen Trinkwasser, Gas, Fernwärme, Strom oder Daten transportiert werden. Manchmal wird der Rohrleitungsbauer auch als Rohrleger bezeichnet. Der Beruf ist sehr krisensicher, denn kannst Du Dir vorstellen, dass wir einmal ohne Wasser oder Wärme auskommen werden? Wir auch nicht, und deshalb gehört der Rohrleitungsbauer definitiv zu den Berufen mit Zukunft.

Das erfährst Du auf dieser Seite

Was macht ein Rohrleitungsbauer?

Rohrleitungsbauer sind für den Bau, die Reparatur und die Wartung von Rohrleitungen zuständig. Das können Rohre von wenigen Metern Länge bis hin zu mehreren Kilometer lange Rohrleitungen sein. In manchen Bereichen, z. B. im Pipelinebau, haben die Rohre auch mal einen Durchmesser von 2 Metern!

Aufgaben eines Rohrleitungsbauers auf einen Blick

Planung & Dokumentation

Montage & Herstellung

Bau & Betrieb

Auch die Größe der Baustellen variiert, vom Hausanschluss, den man innerhalb eines Tages baut, bis hin zur Großbaustelle, wenn ganze Straßen oder mehrere Hundert Haushalte mit Gas, Wasser oder Strom versorgt werden. Das Schöne ist in jedem Fall, dass Du am Ende des Tages immer siehst, was Du gemacht hast und stolz darauf sein kannst.

Für viele der Arbeiten ist äußerste Präzision und gutes Augenmaß nötig, wenn Du z. B. zwei Rohrteile absolut lückenlos miteinander verschweißt oder Wartungsarbeiten an in Betrieb befindlichen Gasleitungen vornimmst. Wichtige Arbeitsgeräte für den Rohrleitungsbauer sind das Schweißgerät. Aber auch das Bedienen von Radlagern und Baggern gehört zu den wesentlichen Aufgaben. Die brauchst Du z. B. für das Ausheben von Rohrgräben.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Ein Tag als Rohrleitungsbauer

Der Youtuber Tomatolix hat einen Tag lang einen Rohrleitungsbauer bei der Arbeit begleitet.

Der Beruf des Rohrleitungsbauers ist

vielseitig

verantwortungsvoll

zukunftssicher

3 Fragen zum Rohrleitungsbauer an einen, der es wissen muss

Mario Jahn ist Geschäftsführer der rbv GmbH, einer Bildungsgesellschaft des Rohrleitungsbauverbandes e. V.

Die sogenannte Stufenausbildung dauert in der Regel drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung. Die erste Stufe dauert zwei Jahre und dient der beruflichen Grund- und Fachausbildung. Sie schließt mit einer Zwischenprüfung ab. Mit der bestandenen Zwischenprüfung erlangen die Azubis gleichzeitig ihren Abschluss als Tiefbaufacharbeiter. Das ist bereits ein vollwertiger Berufsabschluss. In der zweiten Stufe, einem weiteren Azubi-Jahr, wird dann die Spezialisierung zum Rohrleitungsbauer vollzogen.

Die Ausbildung am Bau findet in der Berufsschule und im Betrieb statt. Damit die Auszubildenden alles lernen, was für den Beruf wichtig ist, verbringen sie einen Teil ihrer Ausbildung in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum. Dort werden sie mit anderen Azubis in der Praxis ausgebildet und auf die Abschlussprüfung vorbereitet.

Kurz und knapp: unglaublich gute Chancen und das sogar auf mittel- und langfristige Sicht! Denn die Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte, um in der Erneuerung, dem Ausbau und der Rehabilitation der Leitungsnetz-Infrastruktur hinterherzukommen.

Hier hat es sehr viel Veränderungen gegeben, die den Beruf im Umgang mit vielseitiger Technik richtig attraktiv machen. Die Digitalisierung in Verbindung mit handwerklichen Fähigkeiten läuft hier sehr eng ineinander. Von modernen grabenlosen Bauweisen wie Spülbohrungen und Apps zum Vermessen von Leitungssystemen. Natürlich dürfen auch entsprechende Bauschienen nicht fehlen, die zum Standard zählen.

Weil der Beruf immer vielseitiger und moderner wird, haben wir seitens des rbv eine Umbenennung der Berufsbezeichnung angestrebt, die viel besser zu der Arbeit passt. Denn schon lange sind die Leitungsbaufirmen auch mit Fernwärmeleitungen, Stromkabeln und Glasfaserverlegung beschäftigt. Vermutlich wird der Beruf des Rohleitungsbauers in zwei bis drei Jahren „Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik“ heißen. Das wird den wichtigen Aufgaben in unserem Versorgungsnetz viel besser gerecht.

Stellenangebote für Rohrleitungsbauer

Hier findest Du Stellenanzeigen und freie Ausbildungsplätze für Rohrleitungsbauer bei Bauunternehmen, Ingenieurbüros, Stadtwerken und Versorgungsunternehmen!

Welche Voraussetzungen braucht man, um Rohrleitungsbauer zu werden?

Wenn Du Rohrleitungsbauer werden möchtest, solltest Du auf jeden Fall Interesse an Technik und Maschinen haben.

Für viele der Arbeiten, wie z. B. eine Rohrsanierung oder für Wartungs- und Reparaturmaßnahmen, brauchst Du auf jeden Fall handwerkliches Geschick. Eine gute Beobachtungsgabe ist wichtig, um beispielsweise Korrosionsschäden an einer Leitung zu erkennen.

Für andere Aufgaben, z. B. das Berechnen von Leitungsdrücken, ist Grundwissen in Mathematik sehr hilfreich. Weil Du es mit dem Lebensmittel Wasser und auch mal mit Gas zu tun hast, solltest Du außerdem immer aufmerksam, ruhig und konzentriert arbeiten. Das gilt auch beim Schweißen, einer häufigen Tätigkeit des Rohrleitungsbauers.

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer?

Grundvoraussetzung für die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer ist mindestens der Hauptschulabschluss. Viele Azubis haben aber auch einen Realschulabschluss.

Ausführliche Informationen zu Ausbildungen nach Schulabschluss findest du übrigens hier:

Die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer passt zu Dir, wenn Du:

Gehalt: Was verdient ein Rohrleitungsbauer?

Die Ausbildung als Rohrleitungsbauer zählt zu den am besten vergüteten Ausbildungen, v. a. im zweiten und dritten Lehrjahr. Die Höhe des Gehalts schwankt jedoch je nach Unternehmen und Bundesland.

Gehalt in der Ausbildung in der Bauwirtschaft

Das durchschnittliche Monatsgehalt für Rohrleitungsbauer in der Ausbildung liegt in den einzelnen Ausbildungsjahren* bei:

Tarifgebiet West

1. Ausbildungsjahr: 890 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.230 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.495 Euro

Tarifgebiet Ost

1. Ausbildungsjahr: 805 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.000 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.210 Euro

*Quelle: SOKA-BAU, Stand 2021

Das verdienst Du in der Ausbildung in der Energie- und Wasserwirtschaft

Bei Stadtwerken und Versorgungsunternehmen wird die Ausbildung häufig nach Tarifvertrag vergütet. Das Monatsgehalt für Auszubildende im Öffentlichen Dienst nach TVAöD liegt bei:

bis 31. März 2021

1. Ausbildungsjahr: 1.043,26 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.093,20 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.139,02 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.202,59 Euro

ab 1. April 2022

1. Ausbildungsjahr: 1.068,26 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.118,20 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.164,02 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.227,59 Euro

Verdienst in der Ausbildung im Überblick

1. Ausbildungsjahr:
805 € – 1.068 €

2. Ausbildungsjahr:
1.000 € – 1.230 €

3. Ausbildungsjahr:
1.210 € – 1.495 €

Gehalt nach der Ausbildung

Laut gehalt.de verdient ein Rohrleitungsbauer in Deutschland zwischen 2.600 Euro und 3.500 Euro brutto monatlich. Das Jahresgehalt eines Rohrleitungsbauers nach der Ausbildung liegt bei durchschnittlich 37.000 Euro brutto.

Deine Verdienstmöglichkeiten steigen mit zunehmender Berufserfahrung. Auch durch verschiedene Weiterbildungen nach der Ausbildung kann das Gehalt weiter steigen.

Rohrleitungsbauer-Factsheet kostenlos downloaden!

Die Informationen zur Ausbildung zum Rohrleitungsbauer gebündelt zum downloaden

Das lernst Du in der Ausbildung

Die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer dauert drei Jahre und gliedert sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil. Die praktische Ausbildung findet dabei immer auf Baustellen vor Ort und in überbetrieblichen Ausbildungsstätten statt. Für die theoretische Ausbildung besuchst Du die Berufsschule.

In der Ausbildung lernst Du alle nötigen Techniken und Fähigkeiten, um die Aufgaben des Rohrleitungsbauers erfüllen zu können. Dazu gehört u. a.:

  • welche Leitungsarten, Rohrdimensionen und Rohrwerkstoffe es gibt und deren Einsatzgebiete,
  • wie man Rohre isoliert und verschweißt,
  • wie man Baustellen einrichtet und absichert,
  • der Einbau von Formteilen wie Schiebern, Hydranten, Be- und Entlüftern,
  • welche verschiedenen Bodenarten es gibt,
  • der Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Maschinen, wie z. B. Baggern, Bohrmaschinen und Radlagern.

Wo kann ich die Ausbildung zum Rohrleitungsbauer machen?

Rohrleitungsbauer werden häufig bei Stadtwerken oder Wasser- und Energie-Versorgungsunternehmen gesucht. Typische Arbeitgeber sind auch Tiefbauunternehmen, Rohrleitungsbaufirmen oder Ingenieurbüros, die Rohrleitungen z. B. im Auftrag für ein Versorgungsunternehmen verlegen. Viele dieser Unternehmen bilden auch selbst aus.

Ausbildungsplätze für Rohrleitungsbauer auf einen Blick

Weitere Jobangebote laden

Diese Unternehmen bilden Rohrleitungsbauer aus

Weiterbildung und Aufstiegschancen nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung hast Du verschiedene Möglichkeiten, Dich zu spezialisieren oder weiter zu qualifizieren, um Führungspositionen zu übernehmen. Als Vorarbeiter oder Polier übernimmst Du z. B. in Zusammenarbeit mit der Bauleitung die organisatorische Abwicklung von Baustellen und die fachliche Führung von Kolonnen mit mehreren Mitarbeiter.

Noch mehr Möglichkeiten bietet Dir die Weiterbildung zum Rohrnetzmeister. Als Meister übernimmst Du die Gesamtverantwortung für Maßnahmen in Rohrleitungsnetzen und achtest dabei darauf, dass wirtschaftliche und technische Vorgaben eingehalten werden. Wenn Dir das immer noch nicht reicht, kannst du nach dem Meister ein Bauingenieurstudium beginnen.

Möglichkeiten für Aufstieg und Spezialisierung nach der Ausbildung