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Chemielaborant - Ausbildung und Beruf

Als Chemielaborant:in ist dein Arbeitsplatz das Labor. Ausgestattet mit passender Schutzkleidung übernimmst du verschiedene Aufgaben, von der Probenentnahme bis hin zur Planung und Durchführung von Versuchen. Wer Chemie und Biologie mag, gerne analytisch denkt und handwerklich geschickt ist, sollte sich die Ausbildung als Chemielaborant:in genauer ansehen.

Das erfährst du hier über den Beruf

Das Wichtigste auf einen Blick

Ausbildung als Chemielaborant:in

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre

empfohlener Schulabschluss

erweiterter Realschulabschluss, (Fach-)Abi

wichtige Schulfächer

Chemie, Biologie, Mathe

Ø Ausbildungsgehalt

1.050 Euro

Was ist ein Chemielaborant?

Chemielaborant:innen führen im Labor chemische Analysen und Versuche durch. Sie kennen sich nicht nur mit Chemie aus, sondern beherrschen auch die Grundlagen in Mathe, Bio und Physik. Die Ausbildung zum Chemielaboranten gehört zu den Umweltschutzberufen.

In der Energie- und Wasserwirtschaft arbeiten Chemielaborant:innen oftmals für Wasserversorger und Abwasserentsorger. Wasser durchläuft viele Prozesse, bevor es als Trinkwasser verwendet werden kann. Dazu gehören regelmäßige Wasseranalysen zur Bestimmung der Wassergüte. Bei der Wasserrückführung müssen aus dem gereinigten Abwasser und dem Klärschlamm z. B. Proben analysiert werden, um eine Verunreinigung der Gewässer zu verhindern.

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Die Informationen über die Ausbildung zum Chemielaboranten gebündelt zum downloaden.

Welche Aufgaben hat ein Chemielaborant?

Chemielaborant:innen tragen große Verantwortung bei der Auswertung von Daten und Ergebnissen aus Experimenten und Versuchsreihen. Das kann auch mal gefährlich werden, wenn chemische Gefahrenstoffe und Substanzen für Experimente eingesetzt werden. Schutzkleidung, wie Laborkittel, Schutzbrille und Handschuhe, ist daher die tägliche Arbeitskleidung.

Versuche vorbereiten und durchführen

Chemielaborant:innen bereiten chemische Untersuchungen vor und führen diese durch. Dazu müssen sie die Probe genau wiegen bzw. messen, um präzise Ergebnisse zu erzielen. Unsaubere Arbeit kann zu großen Messfehlern führen, die das Ergebnis verfälschen. Wenn z. B. eine Probe aus einem Wasserwerk untersucht werden soll, um die Wassergüte zu überprüfen, kommt es auf die präzise Bestimmung des pH-Wertes an. Denn Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel – da kann ein Messfehler große Konsequenzen haben.

Für die chemischen Untersuchungen haben Chemielaborant:innen ein ganzes Labor voller Messgeräte und Werkzeuge zur Verfügung, die die Durchführung erleichtern.

Versuchsprotokoll führen

Chemielaborant:innen schreiben zu jedem Versuch ein Protokoll. In diesen beschreiben sie die Versuchsanordnung, tragen die genauen Maßeinheiten des Versuchsobjektes ein und protokollieren die genaue Durchführung. Das ist wichtig, um den Versuchsaufbau mit anderen Substanzen zu wiederholen oder um spätere Fehler bei der Versuchsanordnung auszuschließen.

Ergebnisse auswerten und analysieren​

Wenn der Versuch abgeschlossen ist oder die Probe durchgeführt wurde, werten Chemielaborant:innen die Ergebnisse aus. Dazu nutzen sie die Messdaten, die aus den Versuchen gewonnen wurden. Sie vergleichen und analysieren die Ergebnisse.

Arbeit mit Gefahrstoffen

Im Labor arbeitest du mit verschiedenen Gefahrstoffen. Aber keine Angst: Während der Ausbildung lernst du, wie Gefahrstoffe angewendet werden und was im Umgang damit zu beachten ist.

Kurz für dich zusammengefasst

Deine Aufgaben als Chemielaborant:in im Überblick

Vorbereiten & Messen

Durchführen & Protokollieren

Auswerten & Analysieren

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Chemielaboranten

Wenn du Chemielaborant:in werden möchtest, solltest du dich unbedingt für Naturwissenschaften – insbesondere Chemie – interessieren. Genauso wichtig sind gute Fähigkeiten in Mathe, Bio und Physik. Die Fächer hast du bereits in der Schule und sie bilden eine gute Grundlage für deine Ausbildung.

Für die Arbeit im Labor sind darüber hinaus auch Sorgfalt und handwerkliches Geschick wichtig. Du musst Proben und Stoffe genau abwiegen oder aus einem größeren Untersuchungsmaterial entnehmen, da sind ruhige Hände ein absolutes Muss.

Welchen Schulabschluss braucht man, um Chemielaborant:in zu werden?

Gesetzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen viele Unternehmen angehende Azubis mit (Fach-)Abitur oder dem erweiterten Realschulabschluss.

Du möchtest wissen, welche Berufe mit diesen Schulabschlüssen du noch wählen kannst? Dann schau hier:

Kurz für dich zusammengefasst

Der Beruf passt zu dir, wenn du:

Gehalt: Das verdienen Chemielaborant:innen

Das durchschnittliche Jahresgehalt für Chemielaborant:innen liegt bei rund 41.300 Euro. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei 35.115 Euro. Bei guter Leistung und mit zunehmender Berufserfahrung reicht die Gehaltsspanne bis zu 47.000 Euro brutto im Jahr.

Quelle Gehälter: gehalt.de, Stand 2022

Im Überblick

Gehalt und Verdienst in der Ausbildung und danach (brutto/Monat)

1. Ausbildungsjahr: 945 € – 1.068 €

2. Ausbildungsjahr: 1.025 € – 1.118 €

3. Ausbildungsjahr: 1.075 € – 1.164 €

4. Ausbildungsjahr: 1.181 € – 1.227 €

Einstiegsgehalt: 2.832 € – 2.934 €

mit Berufserfahrung: 2.920 € – 3.793 €

Gehalt in der Ausbildung

Die Ausbildungsvergütung ist gestaffelt: Das bedeutet, dass du mit jedem Ausbildungsjahr mehr verdienst. Im ersten Ausbildungsjahr liegt dein Gehalt bei ca. 957 Euro brutto im Monat. Über alle vier Ausbildungsjahre hinweg verdienst du durchschnittlich 1.050 Euro brutto im Monat.

Das Ausbildungsgehalt ist davon abhängig, ob das Unternehmen tariflich vergütet, in welcher Region der Ausbildungsbetrieb liegt und wie groß das Unternehmen ist. Ein tariflicher Ausbildungslohn ist meist höher, da er überregional angepasst ist.

Ausbildungsvergütung im Überblick:

Westdeutschland

1. Lehrjahr: 969 Euro
2. Lehrjahr: 1.057 Euro
3. Lehrjahr: 1.130 Euro
4. Lehrjahr: 1.239 Euro

Ostdeutschland

1. Lehrjahr: 945 Euro
2. Lehrjahr: 1.025 Euro
3. Lehrjahr: 1.075 Euro
4. Lehrjahr: 1.181 Euro

*Quelle: BIBB, Stand 2022

TVAöD** in der Energie- und Wasserwirtschaft

1. Lehrjahr: 1.068,26 Euro
2. Lehrjahr: 1.118,20 Euro
3. Lehrjahr: 1.164,02 Euro
4. Lehrjahr: 1.227,59 Euro

**Stand 2022

Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz als Chemielaborant:in?

Das lernst du in der Ausbildung als Chemielaborant:in

Während der Ausbildung lernen Chemielaborant:innen, wie Labor- und Messgeräte verwendet, Versuche geplant und durchgeführt werden. Dazu gehört alles, was für die Vorbereitung eines Versuches bis hin zur Analyse und Auswertung der Ergebnisse wichtig ist. Chemielaborant:innen können Ergebnisse in einen größeren Zusammenhang bringen und einen wesentlichen Teil in der Forschung beitragen.

Außerdem werden die angehenden Chemielaborant:innen im richtigen Umgang mit Gefahrstoffen geschult.

Weitere Aufgaben, die du während der Ausbildung lernst, sind z. B.:

  • wie du biochemische Arbeiten durchführst
  • wie chemische Prozesse analysiert werden
  • wie ein korrektes Versuchsprotokoll geschrieben wird
  • wie organische und anorganische Verbindungen hergestellt werden
  • wie Stoffe getrennt werden
  • welche chemischen Verfahren du für welche Stoffe anwendest
Gut zu wissen

Wahlqualifikationen

In der Ausbildung zum Chemielaboranten sind seit einigen Jahren auch Wahlqualifikationen im Bereich Digitalisierungen möglich. Damit können sich angehende Chemielaboranten in der Arbeit in digitaler Laborumgebung üben. In virtuellen Teams arbeiten sie über eigene Laborgrenzen hinaus mit anderen Laboreinrichtungen zusammen. Außerdem lassen sich die Daten, die aus Versuchsreihen gewonnen werden, in Simulationen darstellen.

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildung zum Chemielaboranten dauert 3,5 Jahre und ist dual aufgebaut. Schon in der Berufsschule gibt es einen hohen Praxisanteil und Zugang zu Lernlaboren.

Im ersten Ausbildungsjahr wird vor allem Grundwissen vermittelt. Dazu gehören die Herstellung und Arbeit mit Stoffgemischen und verschiedene Rechen- und Messverfahren, aber auch Themen wie Arbeitssicherheit.

Im zweiten Ausbildungsjahr wird dieses Grundwissen durch spezifische Inhalte vertieft. Und im dritten und vierten Ausbildungsjahr geht es schwerpunktmäßig um biologische Themen. Das erworbene Wissen kannst du dann auch in deinem Ausbildungsbetrieb umsetzen.

Bei guten Noten kann die Ausbildung auf drei Jahre verkürzt werden – die Zustimmung des Ausbildungsbetriebes und der zuständigen IHK vorausgesetzt.

Die Abschlussprüfung wird nach dreieinhalb Jahren von der jeweils zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) abgenommen.

Kurz für dich zusammengefasst

So ist die Ausbildung aufgebaut

duale Ausbildung

Die Ausbildung findet
sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch
in der Berufsschule statt.

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre, bei guten Noten verkürzbar auf 3 Jahre

Abschlussprüfung

nach 3,5 Jahren vor der zuständigen IHK

Wo kann ich die Ausbildung zum Chemielaboranten machen?

In der Energie- und Wasserwirtschaft werden Chemielaborant:innen häufig von Versorgungsunternehmen oder Wasserzweckverbänden gesucht und ausgebildet, die ein eigenes Labor haben. Aber es gibt auch einige unabhängige Labore, die Aufträge von anderen Unternehmen bearbeiten.

Diese Unternehmen bilden Chemielaborant:innen aus

Weiterbildung und Aufstieg nach der Ausbildung

Mit der Ausbildung zum Chemielaboranten stehen dir spannende Weiterbildungsmöglichkeiten offen, mit denen du dich auf einen Bereich spezialisieren kannst. Du kannst dich zum Fachtechniker weiterbilden lassen oder Fachwirt werden. Außerdem gibt es viele Studiengänge, die auf der Ausbildung aufbauen.

Kurz für dich zusammengefasst

Möglichkeiten für Aufstieg und Spezialisierung

Techniker der Fachrichtung Chemietechnik

Als Techniker:in in der Fachrichtung Chemietechnik kannst du dich in verschiedener Weise spezialisieren: Laboratoriumstechnik, Biochemie und Umweltschutz. In der Ausbildung zum Chemielaboranten kannst du herausfinden, ob eine dieser Weiterbildungen etwas für dich ist.

Fach- und Betriebswirt

Wenn du dich mehr für die betriebswirtschaftlichen Bereiche des Berufes interessierst, solltest du über eine Weiterbildung zum Fach- oder Betriebswirt nachdenken.

Studieren

Eine weitere Option ist das Studium. Wenn du deine praktischen Kenntnisse in einen noch größeren theoretischen Zusammenhang setzen möchtest und das (Fach-)Abi hast, kannst du an einer (Fach-)Hochschule oder Uni studieren. Mögliche Studiengänge sind:

  • Chemie
  • Chemieingenieurwesen
  • Biochemie
  • Chemische Biologie