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Fachkraft für Abwassertechnik - Ausbildung und Beruf

Die Fachkraft für Abwassertechnik ist ein anerkannter 3-jähriger Ausbildungsberuf, der in kommunalen wie industriellen Kläranlagen angeboten wird. Fachkräfte für Abwassertechnik überwachen und steuern die Betriebsabläufe in der Kläranlage und sorgen dafür, dass das Wasser, was wir täglich verbrauchen, aufbereitet wird. Der Beruf der Fachkraft für Abwassertechnik gehört zu den Umweltschutzberufen.

Das erfährst du hier über den Beruf

Das Wichtigste auf einen Blick

Fachkraft für Abwassertechnik

Ausbildungsdauer

3 Jahre

empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss

wichtige Schulfächer

Chemie, Biologie, Mathe

Ø Ausbildungsgehalt

1.066 Euro

Was ist eine Fachkraft für Abwassertechnik?

Die Fachkraft für Abwassertechnik ist ein anerkannter 3-jähriger Ausbildungsberuf, der in kommunalen wie industriellen Kläranlagen angeboten wird. Fachkräfte für Abwassertechnik überwachen und steuern die Betriebsabläufe in der Kläranlage und sorgen dafür, dass das Wasser, was wir täglich verbrauchen, aufbereitet wird. Der Beruf der Fachkraft für Abwassertechnik gehört zu den Umweltschutzberufen.

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Die Informationen über die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik gebündelt zum downloaden.

Aufgaben: Was macht eine Fachkraft für Abwassertechnik?

Die Fachkraft für Abwassertechnik arbeitet nicht nur im Freien bei den Kläranlagen, sondern übernimmt auch Aufgaben im Labor und im Büro.

Der erste Arbeitsschritt morgens ist die Kontrolle am PC, ob alle Systeme der Kläranlage funktionieren. Anschließend folgt die Sichtkontrolle. Die Fachkraft für Abwassertechnik geht über das Gelände der Kläranlage und schaut sich die einzelnen Becken an. Stellt er oder sie eine Störung fest, wird diese dokumentiert und behoben.

Die Kläranlagen funktionieren automatisch, daher ist ein wesentlicher Aufgabenbereich das Überwachen und Warten der Anlagen, damit alles reibungslos funktioniert.

Schadstoffe aus dem Abwasser filtern

Im Abwasser, das aus den Kanälen in die Kläranlage geleitet wird, befinden sich viele Schadstoffe. Diese müssen in mehreren Reinigungsprozessen rausgefiltert werden. Das beginnt mit der mechanischen Reinigung: Grobstoffe, wie Fäkalien und Toilettenpapier, sowie Sand und Sedimente werden in verschiedenen Becken vom Wasser getrennt. Im nächsten Schritt folgt die biologische Reinigung. Bakterien und Mikroorganismen werden genutzt, um das Wasser von Partikeln zu säubern, die nicht in das Wasser gehören. Damit auch diese Bakterien nicht in den Bach oder Fluss gelangen, werden sie im Nachklärbecken herausgefiltert. Wenn das Wasser alle Reinigungsschritte durchlaufen hat, wird es dem Bach oder Fluss zugeführt.

Wasser- und Klärschlammproben entnehmen

Die Fachkraft für Abwassertechnik entnimmt während dieser automatischen Arbeitsschritte Wasser- und Klärschlammproben. Die Proben werden anschließend im Labor analysiert und die Ergebnisse dokumentiert. Beim Mikroskopieren werden die Wasserproben auf Bakterien untersucht und geprüft, ob die Kläranlage alle Fremdkörper rausfiltert. Schlagen die Messdaten aus, müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Kanalisation warten und überwachen

Neben der Kläranlage sind auch die Wartung und Überwachung der Kanalisation wichtig. Hier sind die technischen Fähigkeiten der Fachkraft für Abwassertechnik gefragt. Diese werden während der Ausbildung in der Schlosserei und der Elektrowerkstatt gelernt.

Gut zu wissen

Uns stinkt's!

Uns stinkt es. Jawoll. Aber nicht so, wie du vielleicht denkst. Das Vorurteil, dass man in diesem Beruf viel in stinkendem Dreck arbeitet, hält sich leider hartnäckig. Dabei ist es schlichtweg falsch! Als Fachkraft für Abwassertechnik arbeitest du hauptsächlich an der frischen Luft und im Labor. Die meisten Abläufe werden automatisch von der Kläranlage übernommen. Natürlich kann es gerade während der mechanischen Reinigung zu intensiveren Gerüchen kommen. Aber du bist diesen Gerüchen nur einen sehr geringen Anteil deiner Arbeitszeit  ausgesetzt. Im Übrigen gewöhnt man sich daran und merkt es irgendwann gar nicht mehr.

Kurz für dich zusammengefasst

Deine Aufgaben als Fachkraft für Abwassertechnik im Überblick

Kontrolle & Wartung

Analyse & Dokumentation

Inspektion & Reparatur

Ich würde diese Ausbildung empfehlen, weil man einfach weiß, was man macht. Es ist ein extrem zukunftssicherer Job, bei dem man eine Verantwortung hat und wichtig ist.

Voraussetzungen für die Ausbildung als Fachkraft für Abwassertechnik

Für die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik solltest du großes naturwissenschaftliches Interesse mitbringen. Bio, Chemie, Mathe und Physik begegnen dir bei all deinen Aufgaben im Klärbetrieb. Du beschäftigst dich mit Mikroorgansimen, chemischen Zusammensetzungen und Laborarbeiten. Außerdem ist wichtig, dass du dich für Umwelttechnik interessierst. Der Beruf gehört zu den Umweltschutzberufen.

Du arbeitest in einem Betrieb, der verunreinigtes Wasser aufbereitet. Daher solltest du dir bewusst sein, dass es auch unangenehm riechen kann und dies aushalten können.

Mit einem Praktikum kannst du schauen, ob der Beruf etwas für dich ist.

Empfohlener Schulabschluss

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss notwendig, um Fachkraft für Abwassertechnik zu werden. Auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit heißt es, dass der Beruf eine Ausbildung mit Realschulabschluss ist.

Kurz für dich zusammengefasst

Der Beruf passt zu dir, wenn du:

Unser Tipp

Viele Betriebe empfehlen ein Praktikum vor der Bewerbung. So kannst du schauen, ob der Beruf wirklich zu dir passt.

Gehalt: Wieviel verdient man als Fachkraft für Abwassertechnik?

Die Fachkraft für Abwassertechnik gehört zu den TOP 10 der gut bezahlten Ausbildungsberufe in der Energie- und Wasserwirtschaft.

Auch nach deiner Ausbildung kannst du dich über ein gutes Gehalt freuen: Durchschnittlich bis zu 42.000 Euro brutto im Jahr kannst du mit steigender Berufserfahrung verdienen.

Nach deiner Ausbildung kannst du dich über einen deutlichen Gehaltanstieg freuen. Das Einstiegsgehalt liegt durchschnittlich bei bis zu 28.800 Euro brutto im Jahr. Mit den Jahren gewinnst du immer mehr an Berufserfahrung und hast Weiterbildungsmöglichkeiten, sodass du später mit einem Jahresgehalt bis zu 42.000 brutto rechnen kannst.

Quelle Gehälter: gehalt.de, Stand 2022

Im Überblick

Gehalt und Verdienst in der Ausbildung und danach (brutto/Monat)

1. Ausbildungsjahr: 993 € – 1.068 €

2. Ausbildungsjahr: 1.057 € – 1.118 €

3. Ausbildungsjahr: 1.106 € – 1.164 €

Einstiegsgehalt: 2.565 € – 2.957 €

mit Berufserfahrung: 2.957 € – 3.790 €

Gehalt in der Ausbildung

In der Ausbildung steigt dein Gehalt mit jedem Lehrjahr. Bereits im ersten Lehrjahr kannst du dich über ein überdurchschnittlich gutes Gehalt freuen. Viele Unternehmen vergüten auch tariflich, d.h. du verdienst sogar noch einmal mehr Geld.

Ausbildungsvergütung im Überblick:

chemische Industrie

1. Lehrjahr: 993 € bis 1.042 €
2. Lehrjahr: 1.057 € bis 1.138 €
3. Lehrjahr: 1.106 € bis 1.202 €

TVöD** in der Energie- und Wasserwirtschaft

1. Lehrjahr: 1.068,26 Euro
2. Lehrjahr: 1.118,20 Euro
3. Lehrjahr: 1.164,02 Euro
4. Lehrjahr: 1.227,59 Euro

**Stand 2022

Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz als Fachkraft für Abwassertechnik?

Das lernst du in der Ausbildung

In der Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik lernst du die Methoden zur Verfahrenstechnik und vertiefst deine Kenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern.

Außerdem lernst du in deiner Ausbildungszeit, wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist, welche Rechten und Pflichten es während der Ausbildung zu beachten gibt und die Organisation des Umweltschutzes.

Traumjob Fachkraft für Abwassertechnik

Als Fachkraft für Abwassertechnik setzt sich Viviane für die Umwelt und die Gesellschaft ein.

Weitere Aufgaben, die du während deiner Ausbildung lernst, sind z. B.:

  • Einsetzen und bedienen von Aggregaten
  • Ursachen und Wechselwirkungen von Umweltbelastungen der Natur
  • Sicherheitsvorschriften und Schutzmaßnahmen bei Verwendung von Gefahrstoffen und gefährlichen Arbeitsstoffen
  • Verfahrens- und Reinigungstechnik
  • Bedienung von großen Anlagen und Werken
  • Chemische und biologische Proben von Wasser und Klärschlamm
  • Wartung von Sicherungen, Sensoren, Messeinrichtungen, Beleuchtungsmittel und Signallampen prüft und austauscht
  • Störungsbehebung und Schutzmaßnahmen im Abwasser- und Kanalsystem
Fachkraft für Abwassertechnik Martin Zinnwo und Ausbilder

Als Fachkraft für Abwassertechnik bei der Stadtentwässerung Dresden

Martin und seine Kollege kümmern sich darum, dass auf der Dresdner Kläranlage immer alles reibungslos läuft.

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik dauert 3 Jahre und ist dual aufgebaut. Einen Teil der Ausbildung verbringst du in deinem Ausbildungsbetrieb und den anderen Teil in der Berufsschule. Je nach Unternehmen bzw. Region findet der Unterricht wöchentlich oder in Blockform statt.

In den ersten 15 Monaten lernst du die Kernqualifikationen, die bei allen umwelttechnischen Berufen gleich sind. Dazu gehören u.a. Umweltschutztechnik, Grundlagen der Maschinen- und Verfahrenstechnik und qualitätssichernde Maßnahmen.

Anschließend absolvierst du die Zwischenprüfung.

Im zweiten Teil deiner Ausbildung folgen die berufsspezifischen Fachqualifikationen. Das sind beispielsweise der Betrieb und Unterhalt von Entwässerungssystemen, Rechtsvorschriften und Umweltmanagement.

Die Ausbildung schließt du im Anschluss mit der Abschlussprüfung nach dem 3. Ausbildungsjahr ab.

Kurz für dich zusammengefasst

So ist die Ausbildung aufgebaut

duale Ausbildung

Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre

Abschlussprüfung

Zwischenprüfung nach 15 Monaten, Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung

Wo kann ich die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik machen?

Die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik kannst du in kommunalen oder industriellen Kläranlagen machen. Die Aufgaben können sich je nach Größe des Betriebes etwas unterscheiden.

Diese Unternehmen bilden Fachkräfte für Abwassertechnik aus

Weiterbildung und Aufstieg nach der Ausbildung

Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung muss dein Karriereweg nicht enden. Durch verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten hast du die Chance aufzusteigen und mehr Geld zu verdienen.

Du kannst dich beispielsweise zum Meister qualifizieren oder Umweltschutzfachwirt werden.

Kurz für dich zusammengefasst

Möglichkeiten für Aufstieg und Spezialisierung

Qualifikation zum Abwassermeister

Als ausgelernte Fachkraft für Abwassertechnik kannst du in die Position des Abwassermeisters aufsteigen.

Als Abwassermeister:in bist du in der Steuerung und Organisation der Betriebsabläufe und Abwasserentsorgung tätig- Du bist für die Leitung deiner Mitarbeiter:innen tätig und bildest Azubis aus.

Umweltschutzfachwirt

Die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik gehört zu den umwelttechnischen Berufen. Damit hast du die Option, dich zum Umweltschutzfachwirt weiterzubilden.

Als Umweltschutzfachwirt:in bist du darauf spezialisiert Abfall- und Gewässerschutzbestimmungen im Betrieb umzusetzen. Außerdem entwickelst du Konzepte für eine ressourcenschonende Produktion und schulst die Geschäftsführung und Kolleg:innen zum Thema Umweltschutz.