Ausbildung zum Anlagenmechaniker

Anlagenmechaniker arbeiten dort, wo wichtige Geräte und Rohrsysteme gebaut, gewartet und repariert werden müssen. Sie sorgen dafür, dass Gas- und Wassernetze technisch einwandfrei funktionieren und leisten so einen wichtigen Beitrag für unsere Versorgung mit Energie und Trinkwasser.

junger anlagenmechaniker an maschine
Foto: NEW Netz

Die Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft sind ohne Anlagenmechaniker undenkbar. Wer sonst soll dafür sorgen, dass die wichtigen Anlagen und Geräte für unsere Versorgung mit Trinkwasser, Gas oder Strom reibungslos funktionieren? Was genau ein Anlagermechaniker macht und ob der Beruf etwas für Dich sein kann, das erfährst Du auf dieser Seite.

Das erfährst Du auf dieser Seite

Der Beruf des Anlagenmechnikers ist

herausfordernd

vielfältig

sehr gefragt

Was ist ein Anlagenmechaniker?

Anlagenmechaniker kümmern sich darum, dass Anlagen, Apparate und Rohrsysteme für unsere Versorgung mit Trinkwasser, Erdgas oder Fernwärme einwandfrei funktionieren. Dein Einsatzort als Anlagenmechaniker kann z. B. eine Baustelle sein, wo neue Rohre verlegt werden, oder ein Neubaugebiet, in dem Hausanschlüsse für Gas und Wasser installiert werden müssen.

Anlagenmechaniker warten auch Filteranlagen in Trinkwasserbehältern und Turbinen und Maschinen in großen Gaskraftwerken. In jedem Fall bekommst Du viele spannende Einblicke in technische Gebäude und Anlagen, die man sonst nur von außen sieht.

Der Beruf des Anlagenmechanikers gehört zu den Metallberufen, denn Du arbeitest überwiegend mit Metall-Werkstoffen. Aber auch die Verarbeitung von Kunststoff gehört zu den Aufgaben. Übrigens: Um Sanitär- und Heizungsanlagen kümmert sich der Anlagenmechaniker SHK, das ist ein eigenständiger Beruf.

Spezialisierung zum Anlagenmechaniker Rohrsystemtechnik

In der Energie- und Wasserwirtschaft wird die Ausbildung zum Anlagenmechaniker häufig mit dem Schwerpunkt Rohrsystemtechnik angeboten. Als Anlagenmechaniker im Einsatzgebiet Rohrsystemtechnik arbeitet Du überall dort, wo in den Leitungsnetzen etwas gebaut, repariert oder gewartet wird. Dabei sicherst Du die reibungslose Funktion der Gas- und Wassernetze, sodass die Menschen jederzeit zuverlässig mit sauberem Trinkwasser und Energie versorgt werden können. Gleichzeitig schützt Du die Umwelt, wenn die Rohrleitungssysteme für die Gas- und Wasserversorgung intakt sind und ohne Mängel funktionieren.

Stellenangebote und Ausbildungsplätze für Anlagenmechaniker

Hier findest Du Stellenanzeigen und freie Ausbildungsplätze für Anlagenmechaniker:innen bei öffentlichen und privaten Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft!

Aufgaben: Was macht ein Anlagenmechaniker?

Eine Hauptaufgabe von Anlagenmechanikern ist das Fertigen von speziellen Bauteilen aus Metall und Kunststoff. Dabei ist viel Handarbeit gefragt, aber auch Maschinen kommen zum Einsatz. Wenn die Bauteile fertig sind, montierst Du sie zu Baugruppen und Anlagen.

Aufgabenfelder eines Anlagenmechanikers

Planung & Herstellung

Wartung & Instandhaltung

Störungs- und Bereitschaftsdienst

Bestehende Versorgungsanlagen müssen außerdem regelmäßig überprüft und gewartet werden: Dazu gehören Hydranten ebenso wie Trinkwasserbehälter und Gasstationen. Hier tauschst Du z. B. Armaturen aus und überprüfst Dichtungen auf Lecks und Rissen. Dabei ist große Sorgfalt gefragt, denn unser Lebensmittel Nr. 1 – das Trinkwasser – darf nicht verunreinigt werden und aus Gasleitungen darf kein Gas entweichen.

Neben der Herstellung, Wartung und Instandhaltung gehört auch der Störungs- und Bereitschaftsdienst zu den typischen Tätigkeiten dieses Berufes. Da Anlagenmechaniker für wichtige Versorgungsanlagen der Bevölkerung verantwortlich sind, müssen sie im Notfall schnell erreichbar und einsatzbereit sein. Zu den kritischen Störfällen gehört z. B. ein Wasserrohrbruch in einer großen Hauptwasserleitung, bei dem große Mengen Trinkwasser ausfließen. Wenn ganze Stadtteile oder Ortschaften von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten sind, sind Anlagenmechaniker gefragt, die nicht nur einen kühlen Kopf bewahren, sondern auch zeitnah und schnell handeln.

Bei all diesen Tätigkeiten arbeitest Du mal alleine und mal im Team.

Bereitschaftsdienst bedeutet, dass Du 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche erreichbar und einsatzbereit bist. Aber keine Angst: Du hast natürlich nicht immer Bereitschaftsdienst, sondern nur in bestimmten Zeiträumen und im Wechsel mit Kollegen!

Unternehmen, in denen Anlagenmechaniker arbeiten

Anlagenmechaniker sind in öffentlichen oder privaten Gas- und Wasserversorgungsunternehmen ebenso beschäftigt wie bei Abwasserentsorgern oder im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Unternehmensgrößen und -arten variieren stark, angefangen beim kleinen Gemeindewerk, über Stadtwerke und Zweckverbände der Wasserversorgung bis hin zur großen Aktiengesellschaft.

Diese Unternehmen bieten Ausbildungsplätze für Anlagenmechaniker

Welche Voraussetzungen braucht man, um Anlagenmechaniker zu werden?

Die meisten Unternehmen in der Energie- und Wasserwirtschaft setzen mindestens einen Hauptschulabschluss für die Ausbildung voraus. Mit guten Noten oder einem qualifizierenden bzw. erweiterten Hauptschulabschluss hast Du noch bessere Chancen. Im Idealfall hast Du auch schon mal ein handwerkliches Praktikum in einem Metallberuf gemacht.

Der Beruf des Anlagenmechanikers passt außerdem zu Dir, wenn Du gerne handwerklich und mit den Händen arbeitest, aber auch Spaß an Maschinen und Elektronik hast. Wichtig ist, dass Du präzise und zuverlässig arbeitest, denn viele Aufgaben sind mit großer Verantwortung verbunden. Fehlerhafte Schweißnähte dürfen z. B. nicht passieren, um Verunreinigungen des Trinkwassers oder ein Entweichen von Gas zu vermeiden. Und damit die von Dir gefertigten Bauteile ganz genau zusammenpassen, müssen sie absolut akkurat und passgenau hergestellt werden.

Der Beruf ist nichts für Outdoormuffel und Couchpotatoes, denn als Anlagenmechaniker arbeitest Du viel draußen an der frischen Luft und das bei Wind und Wetter. Auch körperliche Anstrengung, Schmutz und die Arbeit in engen Rohrgräben sollten Dich nicht abschrecken.

Die Ausbildung zum Anlagenmechaniker passt zu Dir, wenn Du:

Das lernst Du in der Ausbildung

Die Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr werden Kernkompetenzen der Metallberufe vermittelt. Ab dem 3. Ausbildungsjahr beginnt dann die Spezialisierung, z. B. zum Anlagenmechaniker Rohrsystemtechnik. Der theoretische Unterricht in der Berufsschule ist eng verzahnt mit praktischer Arbeit in den Fachabteilungen der Betriebe.

In der Ausbildung lernst Du alle Verfahren und Handgriffe, damit Du die Aufgaben des Anlagenmechanikers später sicher ausüben kannst. Dazu gehören:

  • Werkstücke bearbeiten und anfertigen durch sägen, bohren, feilen,
  • Rohre kalt und warm biegen,
  • Grundlagen im Schweißen, Hartlöten und Brennschneiden,
  • Kenntnisse über unterschiedliche Materialien,
  • Umgang mit verschiedenen Maschinen zur Metallbearbeitung,
  • Erstellen von technischen Dokumentationen,
  • Metallverarbeitung anhand von Konstruktionsplänen,
  • Rohrsysteme warten und reparieren,
  • Komponenten der Steuerungs- und Regelungstechnik einbauen,
  • Anwendung technischer Regelwerke,
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz,
  • selbständige Planung, Organisation und Durchführung von Projekten,
  • Umweltschutz und verantwortlicher Umgang mit Erdgas und Trinkwasser.
junger Anlagenmechaniker mit Taschenrechner über Anlagenskizze
In der Ausbildung zum Anlagenmechaniker lernst Du auch die Arbeit mit technischen Zeichnungen. Foto: NEW Netz

Im Rahmen der Spezialisierung besuchst Du ergänzende Kurse, um Zusatzqualifikationen zu erlangen. Das können z. B. spezielle Schweißtechniken, wie das Kunststoffschweißen, oder eine Fortbildung als Servicetechniker im Gasbereich sein.

Dauer und Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildung dauert regulär 3,5 Jahre und findet sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule statt. Wenn Du dabei sehr gute Leistungen zeigst, kann die Ausbildung auf drei Jahre verkürzt werden.

Die Abschlussprüfung wird bei dieser Ausbildung in zwei Teile gegliedert und über die gesamte Ausbildung gestreckt. Anstelle einer Zwischenprüfung machst Du nach dem zweiten Ausbildungsjahr den ersten Teil der Abschlussprüfung. Der zweite Teil folgt am Ende der Ausbildung.

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Berufsbegleitende Ausbildung zum Anlagenmechaniker nach BBiG § 43 (2)

Der Beruf des Anlagenmechanikers kann nicht nur im Rahmen der klassischen dualen Berufsausbildung erlernt werden, sondern auch durch eine berufsbegleitende Weiterbildung. Möglich ist dies für Mitarbeiter:innen von Netzbetreibern, Netzserviceunternehmen, Rohrleitungsbauunternehmen oder Wasserversorgern ohne Berufsabschluss und mit mindestens sieben Jahren Berufserfahrung. Auch andere Facharbeiter aus der Energie- und Wasserversorgung mit einschlägiger Berufserfahrung haben die Möglichkeit, sich zum Anlagenmechaniker weiter zu qualifizieren. Entsprechende Lehrgänge werden durch die Berufliche Bildung im DVGW angeboten.

Gehalt: Was verdient ein Anlagenmechaniker?

Gehalt in der Ausbildung

Die Ausbildung zum Anlagenmechaniker gehört zu den am besten bezahlten technischen Ausbildungsberufen in Deutschland. Viele Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft bezahlen ein Ausbildungsgehalt nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD):

1. Ausbildungsjahr: 1.043,26 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.093,20 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.139,02 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.202,59 Euro

Laut Bundesinstitut für Berufliche Bildung liegt das durchschnittliche Monatsgehalt für Anlagenmechaniker in der Ausbildung in den einzelnen Ausbildungsjahren* bei:

Westdeutschland

1. Ausbildungsjahr: 974 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.059 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.147 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.229 Euro

Ostdeutschland

1. Ausbildungsjahr: 936 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.005 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.077 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.146 Euro

*Quelle: BIBB, Stand 2020

Gehalt nach der Ausbildung

Auch nach der Ausbildung kannst Du häufig mit einer Vergütung nach Tarifvertrag rechnen. Ein fertig ausgebildeter Anlagenmechaniker verdient im Durchschnitt zwischen 2.460 Euro und 3.690 Euro Brutto pro Monat. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei 36.000 Euro.

Weiterbildung und Aufstiegschancen nach der Ausbildung

Wenn Du die Ausbildung abgeschlossen hast, kannst Du weiter Karriere machen! Als Anlagenmechaniker:in bieten sich Dir verschiedene Möglichkeiten, Dich weiter zu qualifizieren und damit höhere Gehaltsstufen zu erreichen.

Mit einer Meister-Ausbildung kannst Du in leitenden Positionen wichtige Fach- und Führungsaufgaben übernehmen. Außerdem berechtigt Dich der Meisterbrief zu einem Hochschulstudium. Lies hier die Geschichte von Marten, der nach dem Meisterstudium selbst zum Ausbilder für Anlagenmechaniker wurde.

Als staatlich geprüfter Techniker, z. B. in der Fachrichtung Maschinenbau oder Elektrotechnik kannst Du ebenfalls Führungspositionen, beispielsweise im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung oder von Energieversorgungsanlagen bei Stadtwerken übernehmen.

Als Netzmonteur im Bereich Strom, Gas, Wasser oder Fernwärme führst Du z. B. Montage-, Instandhaltungs- und Entstörungsaufgaben als Versorgungsnetzen und technischen Anlagen durch.

Möglichkeiten für Aufstieg und Spezialisierung nach der Ausbildung